14 Sep

Die Bremer Dorfphilosophen

Jetzt kommen die englischen Wochen. Das wird hart. Nicht für Schalke. Für mich. Megascoutingstress! Aber eins nach dem anderen. Genießen wir die schöne Städtereise, bevor die Bauern bei uns einfallen.

Bundesliga, 4. Spieltag, SV Werder Bremen, Weserstadion

Ach, Bremen ist schon eine geile Stadt. Vor allem für eine kleine Fußballreise. Man hat es nicht wirklich weit von hier bis zum Weserstadion. Welches wirklich noch Weserstadion heißt. Und wirklich an der Weser ist. Und dann das angrenzende „Viertel“! Was für ein geiler Ort um Siege zu Feiern, Niederlagen zu verdauen oder sich mit netten Bremern nach einem Remis auszutauschen.

Sieht man von kleineren Fauxpas ab, vor allem nach unserer „Wir kaufen Bremen auf“ Phase, finde ich, dass man mit den meisten Bremen-Fans ziemlich gut auskommen kann. Eine tolle Fankurve, eine tolle Szene. Noch toller sind aber die vielen Menschen, die dort oben leben und ein königsblaues Herz haben. Auch sie machen jeden Bremen-Besuch zu einem Highlight. Aber genug zum Drumherum. Hier geht´s um Fußball.

Und damit für Schalke um ziemlich viel: Wir müssen liefern. Aus mehreren Gründen. Denn zum ersten müssen wir beweisen, dass wir auch auswärts punkten können. Zum Anderen, was viel wichtiger ist, müssen wir endlich mal zeigen, dass wir einen unangenehmen Konkurrenten im Fernduell auf „Abstand“ halten können. Oder diesen Abstand, der ja Punktetechnisch betrachtet eigentlich keiner ist, zu vergrößern, wenn die anderen nochmal patzen sollten. Und natürlich geht es auch um die breite Brust, mit der wir am Dienstag abend zu Hause auf einen nervösen und sicherlich schlagbaren FC Bayern treffen könnten.

Kurz gesagt: Es geht um alles!

Aber Bremen ist kein Punktelieferant. Zum ersten, weil es letztere in der Bundesliga einfach nicht gibt, zum anderen schon mal gar nicht, weil erstere nicht so schlecht spielen, wie man es der Tabelle zu entnehmen versucht sein könnte.

Denn die Bremer haben zwar erst einen Punkt, aber den haben sie den leider viel zu starken Berlinern abgetrotzt. Und Niederlagen gegen Bayern und Bayernbezwinger Hoffenheim werden im Laufe der Saison noch so einige Teams einfahren. Es wird bald sicherlich rasant aufwärts gehen. Auch wenn wir natürlich darauf hoffen, dass dies erst ab Mitte nächster Woche geschieht, wenn die Bremer nach Wolfsburg reisen.

Zugegeben: Unscheinbarer war der Bremer Kader um den einsamen „Star“ Max Kruse in den letzten Jahren oder sogar Jahrzehnten selten, aber gerade die jungen Wilden in der Defensive machen die Mannschaft unberechenbar und gefährlich. Da wären Milos Veljkovic, der serbische Nationalspieler aus der Schweiz, welcher zuletzt in Tottenham die Schuhe schnürte, Robert Bauer, der Deutsch-Kasache, der aus der Karlsruher Jugend kam und 1 Jahr den Kader der Schanzer unterstützte, und Schaltstation Maximilian Eggestein aus der eigenen Jugend, von denen wir sicherlich noch einiges hören werden.

Schalke wird sich trotzdem das Geflügel nicht aus der Mastbatterie nehmen lassen und punkten. Vielleicht ja sogar dreifach!

Foto: Von Bin im GartenEigenes Werk, CC-BY 4.0, Link

Caesar Turin

Fakten:
Scoutingbeauftragter | Original '75 | Kreisliga C | Wohnhaft in Bochum | Entdeckt das Internet | Besitzt nur eine Reisezahnbürste

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