29 Aug

Benedikt Höwedes

Lieber Benedikt,

Ich kann dich nicht leiden. Du bist so perfekt, du bist nie laut. Du verursachst keine Auffahrunfälle in Altenessen mit 180 km/h. Es gibt nichts, was man an dir nicht mögen könnte. Du bist so glatt, so besonnen, so Bodenständig. Deine Karriere verlief perfekt. Du bist nicht auffällig auf dem Platz. Hast aber die meisten Grätschen. Altar, du bist Weltmeister mit Deutschland und Pokalsieger mit Schalke 04.

Im Trainingslager konntest du von einer Sekunde auf die andere im Gespräch auf ein Lächeln umschalten, dass mich sogar als heterosexueller Mann überzeugt hat. Auf meinen Spruch „aha, dein Fotolächeln“ antwortest du „nee, nee ich mein das auch so“ und es war so authentisch, dass ich dir das glaubte.

Ich hab mal ein Foto gesehen, wie die Spieler des Profi-Kaders mit neuen Autos ausgestattet worden sind. Ein Haufen VW Touraegs gab es da zu sehen. Und ein kleinen Beattle Cabrio. Irgendwann hab ich herausgefunden, dass du derjenige bist, der sich nicht die größte Karre bestellt hat, sondern die schönste und lustigste.

2007 warst du bei Rock am Ring und schwärmst in einer Ausgabe von Sokrates, dass du vom Beatsteaks Konzert imponiert warst. Ich war bei dem gleichen Konzert. Schwer verliebt in ein blondes Mädchen. Es war das Konzert, was die Beatsteaks bei Rock am Ring legendär werden ließen. Es ist nach wie vor meine Lieblingsband.

Wir wissen, du wohnst in Düsseldorf, es ist, dass haben viele Untersuchungen gezeigt, die Stadt mit der höchsten Lebensqualität und nicht zu weit von Gelsenkirchen entfernt. Ich hab mich selbst irgendwann dazu entschieden dort hinzuziehen.

Ein paar Monate bevor der Otto dir das Kapitänsamt abnahm, dachte ich, dass es für deine Karriere wirklich schade ist, dass du als langjähriger Kapitän des FC Schalke 04 niemals einen Pokal überreicht bekommen hast. Du hättest es mehr als Andere verdient.

Vor etwa 10 Jahren hast du das erste Spiel für eine Schalker Profi-Mannschaft bestritten. Champions League in Trondheim. Da warst du 19 Jahre und musstest kurzfristig Christian Pander ersetzen.

2011 bist du Kapitän geworden. Fünf Jahre lang hast du die Schalker Mannschaft aufs Spielfeld geführt.

2013 hast du den schönsten Derby Jubel aller Zeiten, den je ein Profispieler zu Freuen im Stande war gejubelt.

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Jetzt stehen die Zeichen auf Trennung und ich hätte mir gewünscht, dass du in deiner Karriere nur einen einzigen Profiverein haben wirst. Du hast jahrelang deine Fresse in die Kamera gehalten und dich vor den Verein gestellt.

Dafür möchte ich dir danken. Und Entschuldigung sagen, weil ich dich nicht leiden kann.

Ich hoffe, mit deinem nächsten Verein gewinnst du noch ein paar Titel. Und wenn das doch nichts wird mit der Wechselei, dann bleib doch einfach noch ewig auf Schalke.

Pepo

Fakten:
2002
Abitur an der Petra-Hinz-Berufschule in Essen,
2005
Studium der Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften an der Racip-Erdogan-Universität in Ankara
2008
Promotion an der Karl-Theodor-zu-Guttenberg-Univerität in München
Hagen sagt:

Klasse… Besser konnte man den Benne nicht umschreiben. Dabei werden die Augen etwas feucht. Jetzt noch eins.
BENNE DU WIRST IMMER IN UNSEREN HERZEN BLEIBEN.

Alles Gute

Herr Wieland sagt:

Tja, schade.

Ich mag den. Aber ich mag auch die Idee, dass ein Trainer nach Leistung aufstellt. Ich mag es, wenn ein Trainer konsequent ist, und einen für ihn nicht unumstrittenen Spieler nicht deshalb Kapitän bleiben lässt, weil es eben immer so war.

Den Spruch vom Reisenden, den man nicht aufhalten sollte, hätte sich der Trainer sparen sollen. Das ist zu schnullibulli, einem so verdienten Spieler nicht würdig. Aber sich gleich zu verdrücken, weil einem mal sportliche Konkurrenz vorgezogen wird, ist leider auch enttäuschend.

Tja, schade.

derwahrebaresi sagt:

… wie gut, dass es bei Juve keine Konkurrenz gibt. ;-)

Detlef sagt:

Ich möchte den letzten Satz von Herrn Wieland aufgreifen. Es ist in der Tat schade das sich Bene Höwedes zum gehen entschieden hat. Damit der letzte Spieler dessen Namen ich mir auf ein Trikot flocken lassen würde. Ein weiteres Stück Schalke geht. Ich wünsche Benedikt alles Gute beim neuen Klub. Viel Erfolg und vor allem Gesundheit.

Schlückinho sagt:

Inhalt top, Rechtschreibung und Grammatik anstrengend!

dakota sagt:

recht hat er. der benne. verarschen braucht er sich nicht

Roger sagt:

Der Kumpel und Malocher Bene Höwedes, war nicht bereit für einen Stammplatz zu malochen und der Schalker Bene Höweedes war nicht Schalker genug sich dem Schalker Erfolg unterzuordnen. Er ist eben auch ein Vermarkter seiner Selbst.

Mathias sagt:

Ich sehe das wie der Herr Wieland und auch die 11 Freunde Redaktion (super Artikel, wie ich finde: https://www.11freunde.de/artikel/warum-uns-der-hoewedes-transfer-so-traurig-macht): In erster Linie ist das total schade – weil Höwedes ein super Typ ist und sich mal so richtig und glaubhaft mit dem Verein identifiziert hat.
Traurig ist das Ganze auch, weil ich mir gewünscht hätte, dass man diesen Wechsel in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Eintracht verkündet hätte. Das man sich nun im Streit trennt ist besonders schade. Ich finde Höwedes Nachtreten gegen den Verein unnötig. Tedesco hat sich selber aber auch mindestens ungeschickt angestellt. Zusammen mit dem gewohnten sportlichen Auf-und-Ab und einem typisch-schalke Spiel in Hannover führt das alles dazu, dass ich schon nach drei Wochen wieder keinen Bock mehr auf Fußball habe.
Kurzer Nachsatz zum Artikel selber: Mich interessiert nicht so richtig, was der Pepo persönlich vom Höwedes hält. Ehrlich gesagt nervt dieses betonte stereotype „Guckt her – ich finde den glatten Sympathen ohne Macken nicht gut, weil ich so anders bin“.

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