08 Mai

Halbe Sache

Wer gerade diese Seite in der Hoffnung auf einen vollständigen Bericht des gestrigen Auftrittes der Schalker in Freiburg angeklickt hat, den muss ich leider enttäuschen. Ich habe zur Halbzeit ausgeschaltet und kann daher über den zweiten Durchgang nichts sagen.

Ich tippe aber, dieser war genauso blutleer wie Halbzeit 1. Schon hier hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, dass dort eine Mannschaft auf dem Platz stand, die sich die Chance auf das internationale Geschäft auch nur irgendwie ansatzweise erhalten will. Keine Spritzigkeit, kein Zug zum Tor, haarsträubende Ballverluste und Verteidiger, die lieber den Arm heben als weiterzuspielen. Dazu ein haltbarer Schuss zum 1:0 für den SCF sowie ein vertretbarer Elfmeter, bei dem Kolasinac zu ungestüm agierte. Es passte ins Bild, dass gestern auch die bislang konstantesten Spieler im Schalker Kader keinen guten Tag erwischten. Insgesamt ein weiterer desaströser Auftritt und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Deckel auf einer Saison, an die sich später niemand gern erinnern wird. Gut, es waren sicher auch einige gute Auftritte dabei, die zeigten, wie viel Potential eigentlich in dieser Mannschaft steckt. Und ebenso gab es ein paar Highlights, an die man gern zurückdenkt. Z.B. Embolos zweiter Treffer gegen Gladbach, Burgstallers Entwicklung,  oder der – am Ende leider erfolglose- Kraftakt gegen Amsterdam.

Trotzdem. Alles in allem war das zu wenig. Wenn man nur in etwa jedem zweiten Spiel sein Leistungsvermögen abruft, reicht es eben am Ende nur zu Platz 9-12. Hierbei ist es auch ganz unerheblich, ob der Schalker nun das Saisonglas als halbvoll oder halbleer ansieht. Für beide Sichtweisen gäbe es Argumente. Die kämpferische Einstellung stimmte weitestgehend, keine Frage. Aber gerade in Spielen, in denen man sich gegenüber den Mitkonkurrenten hätte absetzen können, gab es dann wieder ein kollektives Versagen zu bestaunen.  Konstanz? Fehlanzeige!

Insofern hatte die gestrige Niederlage auch ihr Gutes. Es zeigt der Truppe, dass halbe Sachen eben nicht reichen, um in der Bundesliga dauerhaft zur Spitzengruppe dazuzugehören oder sich für die Europaleague zu qualifizieren. Und sind wir mal ehrlich, mit dieser Leistung reicht es auch dieses Mal wieder nicht, den HSV in Liga zwei oder zumindest in die Relegation zu kicken. Bleibt uns also nur zu hoffen, dass das Glas am Samstag halbvoll ist und wir zumindest ein schönes letztes Heimspiel erleben. Danach kann die Saison dann aber auch wirklich weg.

Henning

Henning

Fakten:
Movember-Beauftragter | Jahrgang '79 | Wohnhaft in Herne, der Perle Westfalens | Enkelaus Kohle und Stahl | Unheilbar 19. Mai-geschädigt | Meister 20..
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Phipser sagt:

Klugscheißermodus an:
Konsequent jedes zweite Spiel Leistung bringen (und gewinnen), führt dich genau genommen mit 51 Punkten in die Europaleague. Aber, naja, Konsequenz und so…

Das wäre im Ergebnis übrigens auch in etwa das, was Weinzierl mit seiner Ziel-Zahl zum Rückrundenstart schönrechnerisch erreichen wollte.

Carlito sagt:

Ich habe gar nicht erst eingeschaltet, sondern den Nachmittag / Abend direkt mit einigen lieben Menschen und guten Freunden verbracht. Alles richtig gemacht, anscheinend.

„Bleibt uns also nur zu hoffen, dass das Glas am Samstag halbvoll ist und wir zumindest ein schönes letztes Heimspiel erleben.“
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber zu Hause hat es ja noch relativ regelmäßig geklappt diese Saison.

„Danach kann die Saison dann aber auch wirklich weg.“
Yep! Dem ist dann aber auch nix mehr hinzuzufügen.