15 Apr

Europapokal!

Es hieß nicht nur so, es roch und schmeckte auch so:
Ajax Amsterdam, viermaliger Champions League-Gewinner, trifft auf den deutschen Super-Club, den siebenfachen deutschen Meister, fünffachen Pokalsieger und unser aller Herzensbrecher, ja – oftmals erste und einzige wahre Liebe, den FC Schalke 04.

Für beide Mannschaften ist es das elfte Spiel in diesem Wettbewerb. Was 1997 noch das Hinspiel im Finale war, schimpft sich heute Viertelfinale. Also alle Finger zusammen genommen und schnell gerechnet: Nach den Spielen elf und zwölf sind noch drei weitere Partien zu spielen und bestenfalls siegreich zu gestalten, um sich nach 20 Jahren endlich wieder Europapokalsieger schimpfen zu können.

Familienväter werden nackend, ja sogar torkelnd, aber triumphierend die Kurt-Schumacher-Straße entlang schwingen, um diesem Sieg die allerbeste Ehre zu erweisen – ohne dabei zu vergessen den Triumphmarsch von Aida zu summen. Während Benedikt Höwedes aus einem Lastwagen der Emotionen den silbernen Pokal der blau-weißen Masse präsentiert. Ohja… nur noch fünf Spiele. In diesem grausamen Wettbewerb, der sich Europa-Leaque schimpft von mir aber stets euphemistisch Europapokal genannt wird.

Ajax Amsterdam – der große Club aus Holland. Während wir alle es längst besser wissen, ist Holland nur ein kleiner Bereich der Niederlande. Aber es gehört eben dazu, den Holländer Holländer sein zu lassen und dabei zum Gedenken die Popkulturelle Errungenschaft zu hören:

Alles war vorbereitet für einen guten Europapokal-Abend. Man kann diesen Holländern ja nicht lang böse sein. Wie denn auch, wenn sie in einem kollektiven Rausch rhythmisch Plastik-Fähnchen von links nach recht und wieder zurück schwenken?

Das Stadion ist ganz bestimmt auch Vorbild für unser Stadion. Nur, dass die Holländer (hihihi) eine Straße unter das Stadion gebaut haben und ein Parkhaus in den Bauch. Aber so ist das eben wenn Holland (hihihi) in Not ist und Bauland wenig ist.

Alles war gut. Bis auf den Fußball. Der war katastrophal. Nicht von Amsterdam, die pressten quasi am gegnerischen 16er und Schalke hat in keiner Sekunde des Spiels gewusst dem irgendetwas entgegen zu setzen. Ich frag mich wirklich, welches Spiel die Schalker erwartet haben und was die Videoanalyse wohl vorausgesagt hat. Und dann frag ich mich noch, was eigentlich die Spielidee des FC Schalke gestern gewesen ist? Ich hab keine Ahnung, man hat entsetzt auf das Spiel geguckt und ist froh, nur läppisch mit 2:0 nach Hause fahren zu können.

„Kein Auswärtstor kassiert“ ist eine schöne Zusammenfassung des Abends.

Man kann es drehen und wenden wie man will, aber das Beet ist bestellt für einen großartigen Europapokal-Abend nächste Woche in Gelsenkirchen. 2:0 aufholen in 90 Minuten, um in der Verlängerung das 2:1 zu kassieren. Hierdurch wird es dem eigentlich großartigen Klass Jan Huntelaar, in einem seiner letzten Einsätze für die Königsblauen die Ehre zu Teil zwei Tore zu erzielen, um den FC Schalke 04 in das europäische Halbfinale zu schießen.

Ohne Fingernägel aber mit ganz schön viel Stolz im Bauch freuen wir uns auf die Auslosung für das Halbfinale in Istanbul.

Oder es bleibt wie immer, niemand triumphiert über die Kurt-Schumacher-Straße. Ob dabei allerdings keiner Nackt ist kann ich an dieser Stelle nicht versprechen. Wir alle kennen Gelsenkirchen, wollen aber verdammte scheiße nochmal Europa. Pissflitschen!

Foto geklaut beim Tobei. Ohne zu fragen. (hihihi)

Pepo

Fakten:
2002
Abitur an der Petra-Hinz-Berufschule in Essen,
2005
Studium der Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften an der Racip-Erdogan-Universität in Ankara
2008
Promotion an der Karl-Theodor-zu-Guttenberg-Univerität in München