21 Mrz

Wundertüte Schalke

Schalke siegt mit 0:1 in Mainz. Praktisch das i-Tüpfelchen auf eine Woche, wie wir uns sie doch immer häufiger wünschen würden. Ich bin ehrlich, nach dem souveränen Auftritt gegen Augsburg, und dem Eurofighter-Thriller in Mönchengladbach hatte ich mir nicht viel ausgerechnet. Dafür waren die Auftritte in dieser Saison zu schwankend, auf gute folgten dürftige Leistungen und gerade in den englischen Wochen ging der Truppe am Ende irgendwie immer die Luft aus. Zudem war ich live vor Ort, was in der Regel häufig in einem mittelschweren Desaster aber seltenst mit drei Punkten endet.

 

Die Vorzeichen standen also eher gegen uns. Aber die „Wundertüte Schalke 04“ schaffte es doch wieder, mich zu überraschen. Wie es halt mit solchen Wundertüten schon in der Kindheit war, die Omma gerne zum Besuch mitbrachte oder die man sich vom Taschengeld am Kiosk kaufte. Die Freude vor jedem öffnen war immer gleich groß. Eigentlich konnten diese unscheinbaren Dinger keine großen Schätze beinhalten. Meist war auch nur irgendwelcher nutzloser Plastikkram drin. Dann war man enttäuscht.  Ab und an gab es aber auch mal eine echte Überraschung und man konnte mit dem Inhalt sogar etwas anfangen. Ich erinnere mich gerne an diese Fallschirmmännchen oder diese tollen Flugzeuge aus Styropor die, mit etwas Windunterstützung durchaus beachtliche Strecken zurücklegen konnten, ehe sie im nächsten Brennessel-Feld niedergingen und man eine Rückholaktion meist nicht unbeschadet überstand. (Anm.d.Red.: Spucke hilft recht gut gegen das Brennen). Aber egal, das war den Spaß wert.

Am Sonntag war es in der ersten Hälfte eher eine Tüte der schlechteren Natur. Einzig und allein Ralle hatte die Styroporflieger- Form und hielt uns mit schönen Flugmanövern mehrfach im Spiel. Seine Leistung auf der Linie ist immer wieder Top. Da kann ich die Unsicherheit beim rauslaufen bzw. fangen von hohen Bällen durchaus verkraften, auch wenn ich keine Ahnung habe, woher diese Unsicherheit eigentlich kommt. Ein entsprechender Grund(ähnlich wie bei dem Raul-Gedächtnis-Blick nach hinten) würde mir tatsächlich nicht einfallen.

Im zweiten Durchgang stieg Seo dann in den Flieger, zündete den Turbo und setzte die Kugel nicht in die Brennesseln, sondern in die lange Ecke des Tores. Tolle Hütte. Kaputt war danach trotzdem was. Das Tornetz hielt dem Schuss nicht stand und musste geflickt werden. Im weiteren Verlauf blieb Mainz ein recht angenehmer Spielpartner. Sie erhöhten zwar den Druck, große Torchancen gab es nicht und so standen am Ende drei verdiente Punkte, die, hätten wir die Konter besser zu Ende gespielt, eigentlich auch schon vor der 04-Minütigen Nachspielzeit eingetütet sein konnten. Aber egal, ich beschwere mich nicht und hoffe-wie früher bei Omma- nach der Länderspielpause auf weitere brauchbare Wundertüten. So ein Derbysieg, der würde mir ja schon gefallen….

 

 

 

(Bild: http://www.jaekel-geschenkideen.de/wtjubijg.jpg)

Henning

Henning

Fakten:
Movember-Beauftragter | Jahrgang '79 | Wohnhaft in Herne, der Perle Westfalens | Enkelaus Kohle und Stahl | Unheilbar 19. Mai-geschädigt | Meister 20..
Henning

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Carlito sagt:

Sehr schöner Text, Henning! Der weckt Erinnerungen an die Kindheit! <3

[…] der Partie gegen Mainz feierte Co-Autor Henning noch die Wundertüte Schalke in der Anspielung auf seine Kindheit. Nun bin ich dran mit der Bewertung des Spiels in Bremen und […]

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