17 Mrz

Döp Döp Döp

Gibt so Tage, da kann man sich -döpdöpdöp- nicht -döpdöpdöp- konzentrieren. Man kennt das. Irgendwo hat man ein -döpdöpdöp- Lied aufgeschnappt, das dann nicht mehr das Ohr verlässt. Und damit -döpdöpdöp- meine ich nicht das epische Vereinslied des FC Ingolstadt, sondern den nervigsten Toreinspielsong der westlichen Hemisphäre, nämlich das Gladbacher döpdöpdöp aus dem Hause Scooter. Aber was heißt schon nervig. Man muss mit den Gegebenheiten umgehen können und als Zeichen des Respekts gegenüber dem -döpdöpdöp- internationalen Gastgeber feiert man das grandiose Weiterkommen ins Viertelfinale mit dem einheimischen Liedgut. Und so sang die Auswärtskurve schon nach dem verdienten Ausgleich und lange nach dem Spiel respektvoll diesen Knallersong mit seinem sozialkritischen und zum Nachdenken anregenden Text.

Es war ein Abend, der ganz im Zeichen des internationalen Wettbewerbs stand. Schon direkt nach der Auslosung begann das Kribbeln, nicht nur wegen des zu erwartenden Fußballspiels, sondern weil es international einfach dazu gehört, Land und Leute kennenzulernen und die Geschichte der gastgebenden Metropole zu studieren. Und so konnte man nach wenigen Klicks erfahren, dass man in Mönchengladbach niederrheinisch spricht, man altes Bier trinkt und auch zum Kochen altes Bier benutzt. Laut Wikipedia haben sich früheste Spuren von Besiedlung in Mönchengladbach schon vor rund 300.000 Jahren nachweisen lassen, damals noch in Form des Homo Erectus, einem Vorgänger des neuzeitlichen Menschen.

Homo Erectus, also sowas wie der erste aufrecht gehende Mensch der Geschichte, ist somit auch aufgrund seiner Gangart der erste, der überhaupt in der Lage ist, ein Handspiel im Strafraum zu begehen. Einer seiner Art mischte auch im Gladbacher Team mit. Das etwas unbeholfene Rumfuchteln mit den Armen konnte den Kontakt mit dem Ball nicht mehr verhindern und der höfliche Herr Schiedsrichter aus Großbritannien zeigte auf den Elfmeterpunkt. Zum Glück befand sich Elfmeterkiller Huntelaar zu diesem Zeitpunkt auf der Bank und zum Glück sah der forsche Gang von Choupo nach dem Elfmeterpfiff nur so aus, als wolle dieser schießen. Tatsächlich verwandelte Nabil Bentaleb sehr souverän. Ausgleich. Döpdöpdöp. Weiterkommen!

Dabei sah es vorher so ätzend aus. Gladbach war in der ersten Halbzeit nicht wirklich überragend, schaffte aber zwei Tore. Nun gut, ein Tor oder zwei Tore gegen uns bedeuteten keinen richtigen Unterschied, denn zwei mussten wir ohnehin machen. Aber diese eine Szene kurz vor der Halbzeitpause, als Choupo einen Konter vorne künstlerisch ausdribbeln wollte, anstatt was Zählbares daraus zu machen und im Gegenzug das 2-0 fiel; diese eine Szene hat einen nicht mehr recht dran glauben lassen, dass überhaupt noch etwas geht.

Aber -döpdöpdöp- es ging. Eine seltsame Unebenheit im Rasen führte zum Anschlußtor und das Auftreten des Homo Erectus in Mönchengladbach zum bereits beschriebenen Ausgleich.

Und somit war es dann mal wieder der perfekte internationale Abend.

Jetzt sind es noch 04 Spiele bis zum Finale und 5 Spiele bis zum Sieg des Wettbewerbs. Wird ja mal wieder Zeit. Der einzige Wermutstropfen an der ganzen Sache: In Stockholm ist das Bier unerhört teuer. Skål!

Thomas

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Fakten:
Optimismusbeauftragter | linker Verteidiger |Höchststrafe | Veltinsultra
Thomas

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uwe sagt:

Soweit d’accord. Aber ich habe jetzt schon oft gelesen, dass wir eh zeei Tore hätten machen müssen… Da sage ich nö, wir hätten einfach zu Null spielen müssen, dann hätte eins gereicht! Und was um Gottes Willen ist denn das auf dem Foto? ??

Andi sagt:

Ich antworte mal ungefragt. Mit Mutmaßungen.

1) Auf dem Bild sehen wir das konservierte Gehirn eines Handelfmeterverursachers

2) Thomas hat geschrieben, dass es egal ist ob 1 oder 2 Tore. Nicht ob 0, 1 oder 2. Natürlich wäre auch das nicht gänzlich egal gewesen, da wir uns bei einem Tor in die Verlängerung hätten retten können, aber im Nachhinein betrachtet ist es sowieso ALLES egal. Wir sind weiter!

Carlito sagt:

-döpdöpdöp-! :)

Sehr schön! Und jetzt bitte über Amsterdam auf nach Stockholm! ✊✊✊