14 Feb

Ein Lichtblick

„Denk ich an Fußball in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht“, so könnte das Motto derzeit heißen. Der Fremdschäm-Faktor rund um die Bundesliga nimmt mit jedem Tag ein bisschen mehr zu.

Zu Beginn kurz noch ein Blick zum Nachbarn: Auf die „Schande für den Fußball“ folgt nun die Kollektivstrafe des DFB. Hier bestraft man jedoch nicht die schlimmen Gewalttaten rund um das Spiel in Lüdenscheid, sondern lediglich die zugegeben teilweise extrem geschmacklosen Plakate sowie die Schmähgesänge der schwarz-gelben Fans. Die Attacken auf die Leipziger könnten nicht in die Bestrafung einfließen, weil sie „außerhalb des Stadions passierten und der DFB da keine Handhabe hat“. Gut, mal schauen ob sie sich in Frankfurt daran auch noch erinnern werden, wenn mal wieder eine Gruppe Schalker, die individuell zum Derby anreist, und – sogar ohne, dass etwas nennenswertes passiert – mit einem kompletten Stadionverbot belegt wird. Wenn es nicht so traurig wäre…

Auf St. Pauli war am Wochenende auch eher die Fraktion „Viel Plakat, wenig Hirn“ am Werk. Gefühlt nimmt die Geschmacklosigkeit auf Transparenten immer mehr zu. Grenzen werden immer häufiger überschritten, Beleidigungen sind an der Tagesordnung, homophobe Aussagen schon fast „Normalität“. Schlimm.

Den Vogel schießt in dieser Woche PAOK Saloniki ab. Hier heißt es-neben abenteuerlichen Reiseauflagen, Aufenthaltsverboten, erzwungenen Busfahrten etc.- am Donnerstag: „Mazedonier müssen draußen bleiben!“ Rassismus aller erster Güte. Torsten Wieland im Königsblog sowie das Schalke Unser haben sich schon ausführlich mit diesem Thema beschäftigt. Die UEFA sagt dazu gar nichts und auch Schalke 04 schaut derweil nur zu. Auch vom DFB hört man nichts, stattdessen wird beispielsweise lieber den Rostockern mal eben das Toilettenpapier auf den Gästeklos verboten. Man kann gar nicht so viel fressen, weil man nicht kacken kann bzw. kotzen müsste.

Und dann ist er trotzdem da, der Lichtblick. Nach dem schlechten Spiel und dem glücklichen Sieg gegen Ingolstadt, sowie dem noch schlechteren Spiel und der Niederlage gegen die Frankfurter Eintracht fingen sich die Blauen, holten nach guter Leistung einen Punkt in München und überzeugten auch im Pokalspiel in Sandhausen. Und dann dieses Match am Samstag. Ein überzeugender Auftritt von der 1. Bis zur 90. Minute. Kämpferisch und vor allem spielerisch klar die bessere Mannschaft. Schön herausgespielte Chancen, aus denen zwei tolle Tore resultierten. Im weiteren Verlauf ein bisschen Ergebnisverwaltung, ohne jedoch nachzulassen oder gar einzubrechen. Kurz: Ein toller Fußballabend, gute Stimmung und ein völlig verdienter Sieg über Hertha BSC. Die Winterneuzugänge scheinen allesamt zu passen, auch Stambouli wird von Spiel zu Spiel stärker.  So macht es Spaß, den Königsblauen zuzuschauen.

Wenn doch nur alles so einfach wäre.

Henning

Henning

Fakten:
Movember-Beauftragter | Jahrgang '79 | Wohnhaft in Herne, der Perle Westfalens | Enkelaus Kohle und Stahl | Unheilbar 19. Mai-geschädigt | Meister 20..
Henning

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Carlito sagt:

„Wenn doch nur alles so einfach wäre.“

Wie sang schon der Herbert? „Es könnt alles so einfach sein. Isses aber nicht.“

Vor lauter Koppschütteln fällt einem echt bald die Birne ab. :/

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