21 Dez

Dollarzeichen

Keine Ahnung, ist in allen Schalke-Adventskalendern an den selben Tagen immer das gleiche Gold- oder Silberpapier-Schokolädchen drin? Heute morgen, an diesem aus mehreren Gründen diesigen Tagesbeginn, vom gestrigen Abend noch Wunden leckend, finde ich das Stück, das ich zunächst für ein S04-Emblem hielt – wie gesagt, „diesig“ – welches sich aber dann als sich drehende Onkel-Dagobert-Dollarzeichen-Münze herausstellte.

Nach all den Wimpeln, Anstoßkreisen und Trillerpfeifen der vergangenen 20 Tage war das ja mal ein hübscher Zusatzaspekt. Wie wir wissen, spielt „Geld“ im Profifußball moderner Prägung ja nur eine äußerst untergeordnete Rolle. Aber dieser Dollar hat mich keck gefreut. Und er kommt für mich auch passend zum zerknirschten Gefühl nach der Niederlage in HH – wie gern wären wir doch noch mit einem kleinen Sieglein in die Winterpause gegangen.

Mehr ist wohl in diesen Dezember-Tagen nicht drin gewesen für unser Team. Schokolade nur im Adventskalender.

Jetzt wird brav geheilt und ausgeruht, so bleibt natürlich die Hoffnung, damit uns die Mannschaft im nächsten Jahr durchgehend das zeigen kann, was sie drauf hat. DASS sie es drauf hat, durften wir ja schon sehen. – Andererseits spielen alle anderen Teams ja auch weiter Fußball, mal so, mal so. Und ein Heimspiel gegen Ingolstadt, das mal eben in Leverkusen gewinnt, gegen das wir gerade zu Hause noch die Punkte hatten liegen lassen, lässt uns doch wieder bangen.

Embolo, ach Embolo. Wenn, wenn, wenn … seufzen wir unterm Tannebaum.

Für mich gelten jedoch drei Dinge:

  1. Es ist wie es ist.
  2. Wir haben ein fähiges Team unter einem fähigen Trainer.
  3. Es ist mir nicht egal, wo wir am Ende landen. Aber auch ohne Europa stehe ich nicht einen Deut weniger zur Mannschaft.
  4. Und es gibt wichtigere Dinge.
    Gerade an dies hat mich zum Beispiel heute morgen der Adventskalender erinnert. Und über die Millionensummen im Profifußballbetrieb, die jenseits aller unserer Lebensrealität existieren, hinaus denke ich täglich an sehr viel mehr Sorgen, nein, Nöte von Menschen in dieser Welt, daran, dass in diesen 21 Dezembertagen mehr Sehnsüchte dem Krepieren hingegeben worden sind, als der FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V. Mitglieder hat.

Allen Despoten, Rassisten, Unterdrückern und selbstherrlichen Egomanen wünsche ich hiermit ein nachdenkliches Fest – und euch und uns Schalkern: Gelassenheit, Liebe und Humor.
Frohe Weihnachten!

André

André

Fakten:
Zwischentonbeauftragter des Web 0.4 | Jahrgang erster Bühnenauftritt der Stones | Erster Verein: Rot-und-blau, W-S-V, und als Aktiver: königsblauer Delbrücker Spochtclub | WohnHAFT in Dortmund | Würde niemals in Lüdenscheid wohnen wollen | Hat das Consol Theater in Gelsen-kirchen mitgegründet, direkt neben dem Logo des Web 0.4 | unvergessliche Paraderolle: der blinde Trainer Otze Hirschregen
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Benjamin sagt:

Punkt 3 ist sehr sehr gut!