13 Dez

Die gefühlten drei Punkte

Leon Goretzka sagte am gestrigen Montag, dass sich die Niederlage gegen Leverkusen auch nach einer Nacht Schlaf nicht besser anfühlt. Ich weiß nun, dass es auch nach zwei Nächten immer noch nicht besser wird. Das einzig gute ist, es wird aber auch nicht schlimmer.

Als wir in der letzten Saison unser Auswärtsspiel in Stuttgart  gewannen, habe ich mich ein bisschen geschämt. Der VFB war die klar bessere Mannschaft und wir hätten uns zwischenzeitlich über einen drei- oder vier Tore Rückstand nicht beschweren dürfen. Am Ende stand ein 1:0 Sieg, bei dem nicht einmal unser Trainer erklären konnte, wie dieser zustande kam. Manchmal hat man eben einfach Glück.

Ob es den Leverkusenern am Sonntagabend auch so ging , weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass dieses auf der anderen Seite stehen, quasi mit leeren Händen, gar nicht so schlimm ist, wie es auf den ersten Blick aussieht.

Nüchtern betrachtet haben wir am Sonntag die Chance verpasst, uns endgültig aus den Abstiegsregionen zu verabschieden und näher an die ersehnten Europapokalplätze heranzurücken. Wir waren nicht in der Lage, die uns zahlreich gebotenen Konter vernünftig zu Ende zu spielen und das Spiel damit frühzeitig zu entscheiden. Leverkusen nutzt einen der wenigen Fehler in der königsblauen Hintermannschaft und geht am Ende als Sieger vom Platz. Nicht unbedingt verdient, aber wen interessiert das schon, drei Punkte sind drei Punkte.

Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht und das so stehen zu lassen, wäre dem Spielverlauf auch nicht gerecht. Aufgrund von Sperren und Verletzungen zum Umstellen der kompletten Defensive gezwungen und schon nach 04 Minuten nur zu zehnt, bot uns die Mannschaft genau das Spiel, welches wir uns seit mittlerweile schon ein paar Jahren sehnlich herbeiwünschen. Trotz Unterzahl  war Schalke immer die spielbestimmende Mannschaft. Die Jungs kämpften wie die Irren und wenn sie den Ball hatten, wurde dieser auch schnell nach vorne gespielt, anstatt- wie früher- den langwierigen und komplizierten Spielaufbau über die tief stehenden sechser zu versuchen. Kurz: Es hat richtig Spaß gemacht, der Truppe zuzuschauen. Dass sie am Ende nicht belohnt wurde und ausgerechnet eine zumindest diskutable Entscheidung des Schiedsrichters zum Schluss den einen spielentscheidenen Fehler ermöglichte, ist hierbei völlig egal. So wünscht man sich als Fan das Auftreten seiner Elf. Danke, Schalke!

Und nun lehne ich mich mal weit aus dem Fenster, in der Hoffnung, nicht irgendwann in ein paar Wochen das Gleichgewicht zu verlieren und rauszufallen: Bringt die Mannschaft die Leistung von Sonntag nun immer auf den Rasen, müssen wir uns um Clubs, die hinter uns stehen, in dieser Spielzeit keine Gedanken mehr machen. Außerdem sollten wir schnellstens Urlaub für ein, zwei Endspiele im Mai einreichen. Aber genug der Träumerei, jetzt erst mal Freiburg zur schönsten Fußballzeit am Samstag um 15:30 Uhr.

 

Foto: Von Daniel Kraski – https://www.flickr.com/photos/130863503@N02/17140974926, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40275087

Henning

Henning

Fakten:
Movember-Beauftragter | Jahrgang '79 | Wohnhaft in Herne, der Perle Westfalens | Enkelaus Kohle und Stahl | Unheilbar 19. Mai-geschädigt | Meister 20..
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Detlef (doktor_d) sagt:

Gefühl sowohl Sonnatg in der Arena, wie auch jetzt. Falscher Sieger. Aber Gefühl zählt nix im Fussball, nur Ergebnisse. Die werden bei ähnlicher Spielweise und mit 11 Mann anders aussehen.

Ich hab übrigens zur Halbzeit echt nachgezählt wer da jetzt einen mann weniger auf dem Platz hatte.

Benjamin sagt:

Jemand, für den Gefühl im Fußball nix zählt, hat den Fußball nie geliebt…