27 Okt

Pokalgepoker

Bevor es am Samstag, quasi unmittelbar vor Halloween, zum großen Fussballfest zu den Horrorclowns geht, gab es am gestrigen Mittwoch noch eine kleine, erfolgreiche Abendunterhaltung unseres S04 zu sehen. 3-2 in Nürnberg klingt auf den ersten Blick gut und wird nur dadurch getrübt, dass man nach einer absolut sicheren 3-0-Führung zur Halbzeit am Ende noch reichlich Spannungsmomente vorfinden musste durfte. Aber muss man aufgrund dieses Spannungshaars in der Suppe sorgsam sein? Nein, muss man nicht. Denn die Pokerstrategie des Trainerteams ging doch am Ende voll auf.

In der ersten Halbzeit war es ein sehr konzentrierter Auftritt gegen eine durchaus verunsicherte Nürnberger Mannschaft. Schalke kam dadurch mit durchschnittlichem Aufwand zu drei Toren und alle waren froh, dass man sich nun wegen des kommenden Derbys in Halbzeit 2 schonen konnte. Nachdem Bentaleb schon gegen Mainz regelrecht aufblühte und auch in Nürnberg sehr ordentlich spielte, wollte Weinzierl kein Risiko auf eine normalerweise schalketypisch folgende schwere Verletzung des Spielers in Kauf nehmen und nahm ihn zur Halbzeit runter. Aus esoterischer Sicht eine absolut korrekte Maßnahme. Nun war die dafür vorgenommene Einwechslung vielleicht nicht so ganz das A und O (ich kaufe noch ein G und O), zudem ließ die Anspannung im Team spürbar nach, was dann schlussendlich beinahe noch zum Ausgleich der Nürnberger führte. Auch Ralf Fährmann unternahm einen Anlauf für den Tomislav-Piplica-Award, als er einen neben dem Tor eintreffenden Ball mit der Brust beinahe ins eigene Tor bugsierte. Dennoch ist die Ernte am Ende eingefahren, die Mannschaft hat Kräfte gespart und die traditionelle schwere Verletzung des derzeitigen Topleistungsträgers wurde brilliant vermieden. Dass all dies von Anfang ein großer Plan war, wird auch durch die Aufstellung Huntelaars deutlich, den sicher kein Trainer der Welt gebracht hätte, wenn er ernsthaft mit einem Elfmeterschießen rechnen würde.

So war es schließlich ein befriedigender Pokalabend: Kaum war das Spiel vorm Fernseher geschaut, wurde umgeschaltet auf das Spiel des kommenden Derbygegners, der just in dieser Minute einen Gegentreffer durch den bekennenden Schalker Steven Skrzybski kassierte und sich die Kondition in der Verlängerung sowie im Elfmeterschiessen ruinierte. Recht so!

Aus diesem Pokalabend lernen wir somit:

  • Aogo hat keinen Bock auf Dortmund und will Samstag lieber in Gelsenkirchen bleiben
  • unter Weinzierl haben wir im Derby noch keinen einzigen Punkt liegen lassen
  • wettbewerbsübergreifend stehen 7 Siege bei nur 5 Niederlagen. Alles wird gut!

Und jetzt google ich noch, wer oder was Sandhausen ist.

Thomas

Thomas

Fakten:
Optimismusbeauftragter | linker Verteidiger |Höchststrafe | Veltinsultra
Thomas

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Carlito sagt:

„Aus esoterischer Sicht eine absolut korrekte Maßnahme.“

Großartig! :D