19 Sep

Neu zum Herbst im Fanshop: Die Übergangssaisonjacke

In meiner Kindheit gab es auch schon eine Bundesliga-Konferenz am Samstag. Nur kam die nicht von Sky, sondern lief im Radio beim WDR. Der Titel der Sendung lautete „Tore, Punkte, Meisterschaft“. Gemessen an diesem verheißungsvollen Sendungstitel haben wir Schalker nach drei Spieltagen mit nicht ganz so viel aufzuwarten. Ralf Fährmann liegt in der internen Torschützenliste ganz vorne, gleichauf mit Johannes Geis. Auch punktemäßig geht noch nicht so richtig viel. Vor dem ersten Spieltag waren es in etwa genau so viel wie heute. Also Tore null, Punkte null und Meisterschaft? Da geht bestimmt noch was.

Vor dem Spiel gegen Hertha war die Euphorie wieder auf Höchstwerten. Die Art und Weise der Spiele gegen München und Nizza, an denen zu einem Großteil die bereits gut integrierten Neuzugänge ihren Anteil hatte, machte Lust auf viel mehr. Allein, keiner hat die Rechnung mit dem Schalker Inkonstanzbeauftragten gemacht, der seine Sache mal wieder gut machte. Schalke wirkte deutlich weniger frisch als in Nizza und kam von Anfang an nicht wirklich in den Tritt der beiden Spiele zuvor. Schon in Nizza gewann der Gegner gegen Spielende mehr und mehr Übergewicht, was dem kraftvollen Defensivspiel geschuldet war. Dieses konnte in Berlin dann gar nicht erst in dieser Güte aufgenommen werden. Einerseits machte sich das Spiel unter der Woche bemerkbar, andererseits war Berlin sowohl körperlich als auch geistig schneller und präsenter. Beide Tore entstanden durch individuelle Fehler unserer beiden 6er, aber diese Fehler wollen auch erst einmal konsequent genutzt werden. Die Ballgewinne sind das eine, daraus einen Torerfolg zu erzielen das andere. Dieses deutliche Mehr an Präsenz hat sich gestern für Berlin ausgezahlt, keine Frage.

Nach drei Spieltagen ist der Blick auf die Tabelle (die ich mir gar nicht erst anschaue) nicht schön, aber noch keine Katastrophe. Reichlich Medien versuchen nun dennoch zu zündeln, um die allseits beliebte Schalker Unruhe nebst Schlammschlacht in Gang zu bringen. Man spürt die klammheimliche Freude bei Medienvertretern, denen beim S04 gar nicht genug Unruhe sein kann. Natürlich hängt jetzt viel davon ab, dass auch in der Bundesliga mal ein oder mehrere Tore für uns fallen. Dennoch ist es mehr als natürlich, wenn im Augenblick noch nicht alle Räder ineinander greifen. Dass diese Mannschaft aber, anders als in der vergangenen Saison, zu mehr in der Lage ist, das haben die letzten beiden Spiele gezeigt. Gefühlt waren in diesen zwei Spielen mehr attraktive Szenen als in der kompletten Rückrunde. Und darauf lässt sich ganz sicher, trotz dieses kraftlosen Spiels in Berlin, aufbauen. Hoffen wir also, dass alle den Versuchungen aus der Presse zum Trotze Ruhe behalten werden und Clemens Tönnies nicht irgendjemandem medial den Rücken stärkt.

Auch wenn der Sonntag somit insgesamt ein gebrauchter Berliner Tag war, weil nicht nur der glorreiche FC Schalke verloren hat, sondern auch die fucking afd für mehr Dummheit im Berliner Abgeordnetenhaus sorgen wird, wäre das Web 0.4 nicht das Web 0.4, wenn man nicht aus einem negativen Tag noch die positiven Dinge herausarbeiten würde:

– für den Herbst kann die Übergangssaisonjacke reißenden Absatz im Fanshop erwarten

– bei 0 Punkten nach 3 Spieltagen gewannen wir zuletzt am Saisonende den DFB-Pokal

– in Saisons, die mit „7“ enden und wir es in die 1.Runde der Euroliga/UEFA-Pokals geschafft haben, haben wir diesen Wettbewerb am Ende auch gewonnen

– der FC Köln kämpft eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr um die Meisterschaft. Ergo wird uns deren Spielweise am Mittwoch liegen, so dass der 04.Spieltag den Wendepunkt bringen wird

Thomas

Thomas

Fakten:
Optimismusbeauftragter | linker Verteidiger |Höchststrafe | Veltinsultra
Thomas

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André sagt:

Wunderbar reagiert, Thomas. Danke.

André sagt:

Im Übrigen erstaunlich, Andreas‘ Beitrag vom „Plan B“ von kurz vorm Saisonstart nochmals zu lesen, v.a. ab der Hälfte, wo es heißt: „Szenario“ …

Carlito sagt:

„Übergangssaisonjacke“

Großartig! ;)