20 Aug

Per Minimum das Maximum

Das erste Pflichtspiel ist abgespult – 1:4 gewinnt der FC Schalke 04 in Freiburg gegen den FC Villingen 08. Trotz der im Ergebnis sehr deutlichen Niederlage für die Schwarzwälder lässt sich nur schwer wirklich Positives über das Spiel ihres Gegners formulieren. Was aber nicht bedeutet, dass ich es nicht versuche.

Schalke ging zweifelsohne mit einer Top-Elf auf den Platz. Bemerkenswert hierbei war, dass Baba nicht etwa auf der Verteidigerposition, wo stattdessen Kolasinac auflief, sondern auf er linken Außenbahn spielen durfte. Auf der rechten Seite vertraute Weinzierl zunächst auf Caicara und Embolo. Das die Viererkette durch Naldo und Höwedes komplettiert wurde, war genauso wenig überraschend, wie die Berufung von Geis und Aogo ins Zentrum und die Sturmbildung durch Huntelaar und di Santo.

Mögliche Alternativen an gestandenen Spielern wären wohl nur Riether, Choupo-Moting und Schöpf gewesen, da Nastasic und Goretzka angeschlagen sind und Meyer heute Abend um Gold spielt. Obwohl eine ganze Reihe junger Talente zur Verfügung steht, zeigt das aber nochmal ganz deutlich, wie wichtig die zum Glück nicht nur kolportierten Neuzugänge sind. Der Kader ist erschreckend dünn.

Die erste Halbzeit zeigte wenig Höhepunkte. Einige schöne Szenen, ja, aber Zwingendes war nicht zu sehen. Am Ende blieben zwei individuelle Abwehrfehler. Aogo und Embolo waren jeweils wachsam und sorgen mit ihren Toren schon nach 19. Minuten für den Genickbruch aller Villinger Hoffnungen. Schalke schien die Führung mehr oder weniger zu verwalten und am Ende wirkte es durch die Art der Treffer, als hätte Schalke Glück gebraucht, um die erste Halbzeit für sich zu entscheiden.

Bemerkenswert ist der Fakt, dass Kolasinac, welcher ja in letzter Zeit im Kontext der Baba-Verpflichtung häufig als nicht offensiv genug agierend bezeichnet wurde, beide Tore, oder zumindest die Fehler, die dazu führten, einleitete.

Auch nach der Pause war Schalke augenscheinlich – oder besser: hoffentlich – im Kraftsparmodus. Trotzdem boten sich einige gute Chancen. Kurz nach der Auswechslung Babas, für den Schöpf ins Spiel kam, trifft Geis nach einem Pass von Huntelaar mit einem wunderschönen Fernschuss zum 3:0 und nimmt somit den letzten Rest Spannung aus den verbleibenden 15 Minuten. Nun wurde auch Caicara durch Riether auf der insgesamt viel zu schwachen rechten Seite ersetzt. Ein kleines Tränchen für Coke darf an dieser Stelle ruhig nochmal fließen.

In den letzten Spielminuten gab es dann nicht nur einen Innenpfostentreffer von Schöpf, sondern auch seine Vorlage zum 0:4 durch Huntelaar zu bestaunen. Der Ehrentreffer der Villinger sei Ihnen gegönnt, so wie unseren Spieler die eine oder andere Sondereinheit „Standards verteidigen“.

Und wenn die Leistung an sich nach all der Vorfreude irgendwie „noch ausreichend“ wirkt, macht sie im Endeffekt dennoch eine Menge Sinn: Keine Karten, keine Verletzungen, wenig Erschöpfung, ein gutes Ergebnis, eine Runde weiter. Was will man mehr in einem Spiel, in dem man auf verschiedene Arten und Weisen auch eine ganze Menge hätte verlieren können? Nichts!

Wir sind auf dem richtigen Weg.

Bild: Von ArminiaEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=482193

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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