19 Aug

Go for Grubengold

Endlich! Endlich!! Endlich!!! Das lange Warten hat ein Ende. Am Wochenende steht das erste Pflichtspiel an. Die Saison beginnt. Nur das ‚wie‘ stellt ein mittelgroßes Problem dar…

Wann hat das angefangen? War das immer so? Täuscht mich meine Erinnerung durch den unkontrollierten Konsum viel zu vieler Fußball-Computersimulationen in meiner Jugend? Hat früher die Saison nicht erst Mal mit dem Bundesligaauftakt begonnen? Oder später vielleicht dann mit Qualifikationsspielen zu irgendwelchen neu aufgeplusterten europäischen Wettbewerben?

Sei es, wie es sei, in der letzten Zeit ist es zumindest so: Ein Bundesligist muss, ohne vorher eine echte Standortbestimmung gehabt zu haben, eine mehr oder weniger weite Reise antreten, um gegen einen unterklassigen Gegner zu spielen, der bereits mitten in der Saison steht.

Für die Profis selbst sollte das kein Problem sein. Zumindest in meiner Wunschvorstellung. Schließlich sind sie ja eben Profis. Sie wissen es bereits vorher. Sie bereiten sich darauf vor. Sie werden akribisch darauf vorbereitet.

Sie tun mir nur wenig leid. Und für den Amateur ist dieser Umstand natürlich hochwillkommen. Für deren Fans ebenfalls. Für uns, die Fans des Profiklubs – so meine ich es zumindest, wenn ich mal ganz bescheiden von mir auf die restlichen Millionen schließe – ist es ein Grauen.

Nicht unbedingt im Sinne eines leidvoll ausgerufenen „Mimimi“, aber man hat naturgemäß schon ein wenig Sorge, dass die jährlich aufgebaute Starteuphorie schneller die 600 Kilometer den Rhein runterfliesst, als wir „Überwintern“ sagen können.

Villingen ist gut gestartet. Zwar ist man im bisher einzigen Auswärtsspiel gestolpert, aber die beiden Heimpsiele wurden souverän gewonnen. Auch im SBFV Rothaus Pokal (der Sponsorenname sei hier mitdiktiert, weil’s lecker ist), dessen Gewinn die Teilnahme am DFB-Pokal ermöglicht, konnte der Titelverteidiger sich in den ersten beiden Runden schadlos halten.

Wir hingegen können nur hoffen, dass unser Team „auf den Punkt“ ist. Wir können nur daran glauben, dass den Worten diesmal Taten folgen. Keine Frage: Die Zeichen stehen gut wie selten zuvor, aber – wie es nun mal in den ersten Runden dieses Wettbewerbs ist – wir haben eine Menge mehr zu verlieren, als zu gewinnen. Es sei denn, es wird Zweistellig, das könnte man natürlich als ordentliche Leistung verbuchen.

Arroganz beiseite; das wird kein Selbstläufer, sondern ein erstes hartes Stück Arbeit. Ein erstes von hoffentlich über Fünfzig. Und wir dürfen darauf hoffen, dass unser neuer Trainer das Team auf diese erste Aufgabe einzustellen weiss.

Apropos, ich las diese Woche irgendwo, dass sich die Mannschaft doch bitte ein Beispiel an den deutschen Goldmedaillengewinnern nehmen soll. BITTE NICHT! Was sollen wir denn da lernen? Drei Ballkontakte, dann übers Netz dreschen? Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss? Im Ernst: Von Siegern lernen ist immer gut. Aber die meisten Spieler sprechen englisch. Da können sie auch alle anderen Goldmedaillengewinner – egal welcher Herkunft – fragen.

Der Ansatz, sich als Athlet, und nicht als Popstar zu verstehen, ist aber sicher nicht der ganz Falsche. Wobei so manche Nummer 7 des Weltfußball ja schon gezeigt hat, dass beides geht. Naja, jedenfalls schade für uns, dass wir unseren weitaus bescheideneren Medaillengewinner mit der Nummer 7 noch nicht an Bord haben werden. Aber schön für ihn!

Go for Grubengold! Alle!

Bild: Sino German Coal Fire Research initiativ, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11014017

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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