23 Jul

Heidels Großbaustelle Schalke

Die Vorbereitung – zweifelsohne eine der wichtigsten Phasen der Saison – ist in vollem Gange. Und sie steht, betrachtet man den verlängerten Urlaub der Nationalspieler und das Fehlen der Olympiateilnehmer, nicht gerade unter besten Voraussetzungen. Es ist nicht schwierig, sich vorzustellen, dass die Trainer sich mehr Zeit wünschen.

Doch nicht nur die haben in kurzer Zeit Wunder zu vollbringen. Der weitaus schwierigere Job liegt bei Christian Heidel. Denn wenn man sich die Kadersituation genauer anschaut, ist da mehr zu tun, als man auf den ersten Blick meinen könnte.

Top 1 – Die Neuzugänge

Was auch immer die Offiziellen dazu verleitet hat, schon früh vor Beginn der Vorbereitung von weitreichenden Veränderungen und unbedingten Neuzugängen (Unbedingt deshalb, weil Heidel selbst noch vor wenigen Tagen gesagt hat, dass auch bei einem Sané-Verbleib noch Einkäufe getätigt werden) zu sprechen: Es schafft Druck. Druck, weil die Mannschaft vor Saisonbeginn stehen sollte. Druck, weil der Markt ja auch hergeben muss, was Schalke sich erhofft.

Top 2 – Sané

Man kann die Stimmung bezüglich des Sané-Abgangs – soweit ich sie momentan einfangen kann – doch sehr gut mit Gleichgültigkeit beschreiben. Wenn er bleibt, okay, wenn er teuer verkauft wird, auch gut. Weiterhin traue ich weder Manager noch Trainer zu, den jungen Leroy in ihren Notizbüchern bereits als sportliche Säule zu führen. Unabhängig von Leroy wird es eine funktionierende Mannschaft geben, so dass kein hochkarätiger Ersatz im Falle eines Abgangs geholt werden muss. Also eine Baustelle, bei der der Druck augenscheinlich nicht so hoch ist. Doch leider reden wir hier rein wirtschaftlich gesehen natürlich über eine Hausnummer, die Weichen stellt, und die deshalb ebenfalls denkbar schnell geklärt werden muss. Denn auch wenn der Spieler seinen Wechselwunsch bereits geäussert hat; mit Heidel wird es keinen Schnäppchen-Leroy geben und ein passables Angebot scheint (noch) nicht vorzuliegen.

Top 3 – Die auslaufenden Verträge

Insgesamt sieben Verträge laufen zum Ende der Saison ab. Während Sascha Riether wohl seinem Karriereende entgegenblickt, müssen bei sechs weiteren Akteuren die Weichen für die weitere Zukunft gestellt werden. Während der Vertrag Giefers noch zwei Jahre läuft, neigt sich der Kontrakt Wellenreuthers dem Ende zu. Angesichts des Aufstiegs Nübels und der Top-Besetzung im der Knappenschmiede gibt es keine sportliche Not. Trotzdem wird diese Personalie geklärt werden müssen. Ähnliches gilt für Kaan Ayhan, der aber in der kommenden Saison als vierter Innenverteidiger noch eine wichtige Rolle spielen könnte, sollte nicht auch da noch Zuwachs geplant sein.
Im Moment scheint Huntelaars Verbleib so gut wie sicher. Aufgrund seiner eher dürftigen Quote in der letzten Saison scheint sich auch niemand einem ablösefreien Weggang im nächsten Sommer zu stören. Aber spannend wird es, wenn Klaas in der Vorrunde wieder Feuer fängt. Was, wenn er bis zur Weihnachtsgans ein zweistelliges Trefferkonto aufweist? Auch diese Personalie bleibt spannend.
Wesentlich spannender und sowohl sportlich als auch finanziell erheblicher sind die Kontrakte von Aogo, Choupo-Moting und Kolasinac. Während letzterer schon fast eine Säule königsblauer Identifikation ist, und – etwas mehr Konstanz vorausgesetzt – nicht weit davon entfernt ist, auch sportlich eine zu sein, sind Aogo und Choupo-Moting – aus ganz verschiedenen Gründen – sportlich kaum einzuordnen. Beide könnten unter dem neuen Trainer nochmal richtig aufblühen und für Wirbel sorgen. Nur könnte es dann natürlich für eine Verlängerung längst zu spät sein. Und Heidel hat Choupo ja bekanntlich schon einmal ziehen lassen müssen.

Top 4 – Sam

Wo immer Sam aufläuft: Er wirkt wie ein Fremdkörper. Wird er eingewechselt, stöhnen die Fans. Er scheint seinen Kredit bei den Anhängern einfach aufgebraucht zu haben. und niemand glaubt daran, dass er unter dem 04. Trainer nun endlich seine Stärken ausspielen kann. Liest man sich die Namen der Akteure durch, wirkt er wie das letzte Symbol einer zeitweise zweifelsfrei verfehlten Einkaufspolitik. Und Heldt selbst ist es ja offenbar nicht gelungen Sam an den Mann zu bringen, nachdem zwei Deals in letzter Minute geplatzt waren.

Darüberhinaus wird Heidel natürlich seine Liste bis fast ins dreistellige Weiterführen können.Wie man hört und liest, treibt er Umbauten und Umstrukturierungen an allen Ecken und Enden voran. Keine Frage: Christian Heidel hat den mit Abstand geilsten Job der Welt. Aber ganz sicher keinen Einfachen…

 

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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