27 Jun

Ein weiterer Teil einer einseitigen Brieffreundschaft

Lieber Clemens,

zuerst einmal: Herzlichen Glückwunsch. Wie ich in meinem letzten Brief bereits erahnt, wenn nicht sogar prophezeit habe, bist du mit einer deutlichen Mehrheit in deinem Amt bestätigt worden. Diese Entscheidung ist unanfechtbar und ich bin froh, dass sie das ist.

Ich bin froh, dass deine Kritiker – wozu ich mich ja schon zähle, auch wenn ich nichts, aber auch gar nichts mit irgendwelchen Ultras, Rebellen oder sonst was zu tun habe – nun leiser sein und abwarten müssen, ob du dich denn dieses Mal wirklich an deinen Worten messen lässt.

Dennoch hast du gestern eine große Chance verpasst. Die große Chance, als Vorbild voranzugehen und mit einem öffentlichen Handschlag deinen Worten erste Taten folgen zu lassen.

Du hast diesen Handschlag verweigert und dies begründet. Allein verstehe ich die Begründung nicht. Denn sie lautete, dass der Verein bzw. die Gremien bereits in der Öffentlichkeit Schaden genommen hätten, und man deswegen ermitteln und aufklären müsse, statt unter den Teppich zu kehren. So habe ich deine Worte zumindest interpretiert.

Ich frage mich aber: Wie viel Schaden hätte der Verein und die Gremien durch die dargestellten Machenschaften von Horn und Co. genommen, wenn nicht Du und deine  – ich nenne sie mal Wahlhelfer – genau diese Dinge wohlterminiert kurz vor der Mitgliederversammlung an die Öffentlichkeit gebracht hätten, um sie für deinen Wahlkampf zu nutzen?

Die Antwort liegt auf der Hand. Keinen! Ihr hättet die Dinge intern regeln können, mit den Mitteln, die auch laut Satzung zur Verfügung stehen. Du hast dich dagegen entschieden, um deine eigene Stellung auf der Mitgliederversammlung zu stärken. Salopp gesagt: Um deine Kritiker zu entlarven und auf einen Nenner zu bringen und so chancenlos zu machen. Es ist dir gelungen, und ich weiß dies anzuerkennen.

Aber nun mit diesem Argument das wirkliche Zuschütten der Gräben zu vermeiden, und den Schaden, den du um des Wahlkampf willens billigend in Kauf genommen hast als Grund zu nennen, die Lager nicht wieder zu vereinen, ist ein erster Schritt in die falsche Richtung.

Ein Schritt, der schnell korrigiert werden könnte. Und darum bitte ich dich. Hier und jetzt.

Glück Auf,

Andi

P.S.: Da meine virtuellen drei Minuten noch nicht um sind, und wir ja heute keinen dringenden Anschlusstermin haben, möchte ich noch eine Sache sagen, die mir sehr ebenfalls sehr am Herzen: Vom Vorsitzender des Aufsichtsrats erwarte ich nichts weniger, als dass er in der Lage ist den Anwesenden von der ersten Sekunde einer solchen Veranstaltung wie die Gestrige klar zu machen, dass eine Mitgliederversammlung wichtiger ist, als ein Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft. Leider hast du nicht nur verpasst, dies einmal zu erwähnen, sondern hast sogar viele Äußerungen getätigt, die das Gegenteil hätten erahnen lassen können. Sehr Schade! Zumal man das leicht als Strategie auslegen könnte. Aber jetzt schnell den Bagger holen. Nur keinen gelben, bitte.

 

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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Zazo1904 sagt:

Mir als Mitglied war es sehr wichtig, dass ich „vor“ der Versammlung über die „Machenschaften von Horn und Co“ (Zitat von Dir) informiert
war.
Für meine abschließende Meinungsbildung war dies unbedingt wichtig und notwendig.
Schade dass Du dieses mir und den anderen Mitgliedern scheinbar gerne verwehrt hättest.

Andreas sagt:

Da möchte ich gegenfragen: Warum war das so wichtig? Genau. Weil es Einfluß auf eine Wahl genommen hat, die nichts, aber auch gar nichts mit Horn & Co. zu tun hatte.
Desweiteren: Klar wollen wir informiert sein. Immer und überall. Und wissen was vor sich geht. Aber diese Transparenz darf weder einseitig noch gesteuert sein. Eigentlich darf sie sogar gar nicht sein. Denn was im Aufsichtsrat passiert, muss nunmal im Aufsichtsrat bleiben, und er hat sich am Ende des Tages geschlossen zu präsentieren. Da dürfen dann weder Neugier, Informationsdurst oder sogar Sensationsgeilheit eine Rolle spielen. Wenn der Ehrenrat dann ermittelt hat und zu dem Schluß gekommen ist, dass eine Mißachtung der Satzung vorliegt, DANN und erst DANN ist der Zeitpunkt, soetwas öffentlichen zu kommunizieren.

Andreas sagt:

Und, noch etwas. Ja, ich habe von Machenschaften geschrieben. Wundert dich das? Muss ich Horn und sein Verhalten gut finden und Unterstützen, weil ich Tönnies kritisiere? Dieses elende Schwarz-Weiss denken geht mir so auf den Sack und wird seit Wochen aus der Ecke Tönnies befeuert. Alle über einen Kamm, dann kann man besser drauf hauen. Dann muss man sich mit keinerlei Kritik mehr auseinander setzen. Weil einige übers Ziel hinausgeschossen haben. Das ist so ein bitteres AfD-Denken. Sorry.
Du hättest dir mal dir Pro-Tönnies „Argumente“ der Leute anhören sollen, die gestern vor mir in der Reihe saßen. Und dann möchte ich dass du dich daneben stellst und einen Schulterschluß mit ihnen bildest, weil du ja auch Pro Tönnies bist.
Verdammtnochmal: Nicht jeder Tönnieskritiker muss ein Freund der anderen Seite sein. Und schon gar nicht sind diese Herren in irgendeinerweise führend unter den Kritikern. Ich bin in keinerweise organisiert. Ich unterstütze in keinerweise irgendeine organisierte Opposition. Es geht mir um Tönnies und die Ausführung seines Amtes. Um mehr nicht.

Zazo1904 sagt:

Warum hatte die Wahl nichts mit Horn&Co. zu tun ?
Meine Wahl hatte insofern sehr, sehr viel mit Horn&Co. zu tun weil ich mir ein umfassendes Bild über die Kritikpunkte und damit auch die Kritiker an CT bilden wollte und musste, bevor ich den Wahlvorgang per Knopfdruck bestätigte. Für mich und scheinbar eine Menge anderer, war es unerläßlich über die Opposition zu einem Aufsichtsrat genaueres zu erfahren, bevor ich mich an dessen Abwahl, oder wie in diesem Fall Wiederwahl, beteilige.
Dies besonders da mir die sonstig zu vernehmende Kritik (zu viel Öffentlichkeitsgeilheit o.ä.) zu wenig substantiell und wichtig
oder (zu viel Eingriffe ins operative Geschäft) wg. der Notwendigkeit dieser Maßnahmen nicht treffend erschien, da auch ich bspw. die Trennung von den beiden letzten Managern betrieben hätte.

Andreas sagt:

Es ging aber gar nicht um eine Abwahl. Sondern um eine Wahl. Eine Wahl zur Besetzung zweier Posten, für die jeder zwei Stimmen hat. Herr Horn stand nicht zur Wahl, sondern vier Kandidaten, die es verdient gehabt hätten unabhängig bewertet zu werden, statt in ein Oppositionskorsett gezwängt zu werden, dass sie nie getragen haben. Im Gegenteil: Herr Goßmann – welcher übrigens auch nicht meine Unterstützumg hatte – hat ebenfalls die drei Briefeschreiber kritisiert. Wird aber nicht gehört, weil es nicht in das Schwarz-Weiss- Denken passt. Es scheint für euch nur noch Pro-Tönnies oder Pro-Horn zu geben. Aber das kann ich kaum verübeln, denn genau so wurde es wochenlang forciert. Dass es dazwischen etwas gibt, nämlicj durchaus berechtigte Kritik, die gehört werden möchte, unabhängig vom Wahlergebnis, scheint leider ausgeschlossen…

Dick aus Krefeld sagt:

Die Geschichte um Horn kann gar nicht laut genug sein. Hier gehört aufgeräumt, das geht gar nicht, was Horn gemacht hat, sollte die Darstellung von Tönnies und die Versicherung an Eides Statt richtig sein (wovon ich ausgehe). Es gibt nicht ein(!!) Wort der Entschuldigung von Horn, nicht ein Wort der vermeintlichen Richtigstellung, nur Nebelkerzen und Blendgranaten. Dem hätte ich die Hand auch nicht gereicht.
Genauso kritisch unter die Lupe gehört die Vermengung Walausschuß – lautstärkste und verlogenste Schreierin der #TönniesRaus-Gruppe aka Oposition und das Portal westline, das offensichtliche Lügen und Falschbehauptungen gegen amtierende Aufsichtsräte durch Frau Hein-Reipen guottierte, aus welchem Grund auch immer.

Zazo1904 sagt:

Da wir gerade so schön schreiben : Wie Du meinen Kommentaren vielleicht entnehmen konntest, war ich eigentlich wochenlang ernsthaft damit beschäftigt Contra-Tönnies Argumente zu sammeln, um mich mit diesen auseinander zu setzen, diese evtl. zu verstehen und ich war sogar dafür offen diese dann sogar zu teilen und daraus die entsprechenden Wahlkonsequenzen zu ziehen. Ich war und bin nie stur Pro-Tönnies, aber gefunden habe ich bei intensiver Suche nur :
1. den Vorwurf er würde die (vermeintliche) Popularität seines Amtes für eigene Zwecke nutzen – das ist mir egal solange der Verein von seiner Arbeit profitiert
2. den Vorwurf er würde sich dafür lobe lassen, dem Verein im Engpass fianzielle geholfen zu haben – da ich keinen anderen kenne, der dem Verein damals eine ähnliche Summe angeboten hat, lobe ich ihn gerne dafür
3. er hätte mit Zinsen daran verdient – so lange der Verein den Kredit nicht an anderer Stelle günstiger bekommen hätte, so lange also beide Seiten profitiert haben, bin ich völlig einverstanden
4. den Vorwurf er würde an öffentlichen Veranstaltungen als AR-Vorsitzender von Schalke teilnehmen, anstatt als Privatmann – dazu habe ich einen Kommentar an anderer Stelle geschrieben weil ihm die Teilnahme an einer EM-Kreuzfahrt mit der AR-Vorsitz-Bezeichnung vorgeworfen wurde
Alles in allem bekleidet der Mann ein Ehrenamt für das er keine Vergütung, wenn überhaupt eine Aufwandsentschädigung erhält. In jedem Fall nehme ich ihm ab, dass ihn dieses Amt mher Zeit und Geld kostet als es ihm bringt. Dann billige ich ihm gerne zu, dass er hier und dort vom Ruf des Vereins profitiert und bspw. zu Veranstaltungen eingeladen wird, zu denen er als „purer“ Privatmann CT nicht eingeladen worden wäre.
Aber vielleicht kannst Du mir ja mal andere Argumente contra Tönnies erläutern. Wie gesagt, dafür bin ich offen !

Andreas sagt:

Die Beispiele die du nennst sind Mumpitz. Nicht von dir, sondern in ihrem Ursprung. Mir geht es zum einen um die vielzitierten Einmischungen ins operative Geschäft, um unzählige unfassbar schädliche Äußerungen gegenüber der Presse, um einige offensichtliche Schmutzkampagnen, um den Umgang mit Mitarbeitern und zum anderen um seinen Umgang mit eigenen Fehlern, Kritik und vor allem eigenen Versprechen.
Dass du oder jemand anderes das anders sieht, oder andere Prioritäten setzt, ist vollkommen normal und okay. Und das kann ich bestens akzeptieren. Und wenn es eine Mehrheit ist, dann kann ich auch ein Wahlergebnis akzeptieren.
Dass aber Menschen, die vorher kritisch gegenüber CT waren, nun Pro-CT sind, weil sie selektive oder im Einzelfall vielleicht sogar unwahre Geschichten über einzelne (!) Kritiker aufgetischt bekommen, finde ich höchst bedenklich. Und ist einer meiner Kritikpunkte.

Hein Blöd sagt:

Welche Akteure jetzt zur Wahl standen und wer nicht, dass kann man doch vor dem Hintergrund der ganzen Schmutzkampagnen gar nicht mehr trennen. Von daher waren die Herren Horn/Hefer und Wiese genauso Teil des Wahlkampfs wie der übrige AR und die Herren Goßmann und Stallmann.

Wie CT gestern schon gesagt hat: Wer ohne Fehler ist, der solle ihm bitte eine Karte schicken. Fehler hat er doch eingestanden. Die Mitglieder glauben aber vermutlich einfach, dass es unter CT eine sicherere Zukunft gibt und das sich vielleicht auch ein Heidel nun besser auf Schalke positionieren kann. Alle übrigen Grabenkämpfe gingen doch nur zu Lasten des Vereins. Die Beweise wer wie und an wen Briefe oder Informationen weitergegeben hat, da steht jedes Mal Aussage gegen Aussage.

Andreas sagt:

@heinblöd Deinen ersten Absatz empfinde ich als das Problem des von Tönnies geführten Wahlkampfs an.

Deinen zweiten Absatz unterschreibe ich. Und akzeptiere das Votum der Mitglieder und verstehe es auch genau so. Und bin damit nicht mal gänzlich unzufrieden. Ich halte CT nicht für den Teufel. Ich wünsche mir nur, dass er ein paar Dinge ändert. Und der Handschlag wäre einfach ein gutes Zeichen dafür gewesen. Nicht um Horns Willen. Sondern um der Mitglieder umd der Ruhe (auch und gerade für Heidel und Weinzierl) Willen.

Jetzt sieht es leider so aus, als würde Clemens die Sache aufgrund persönlicher Animositäten zu Lasten des Vereins weiterführen. DAS sollte aber allerhöchstens intern stattfinden. So wie das alles hätte intern bleiben sollen, um Schaden abzuwenden.

Zazo1904 sagt:

Sorry Andreas, aber das hilft mir jetzt nicht weiter. Ich deute Deine Äußerungen mal so, dass es hier und jetzt einfach zu weit führen würde die ganzen Argumente aufzuführen und zu begründen bzw. erläutern. Das kann ja auch durchaus so sein.
Als Konsequenz des Ganzen empfehle ich Dir, in diesem Fall stellvertretend für alle Tönnies-Gegner beim nächsten Mal die Argumente mal sachlich zu präzisieren, bevor man vor lauter dummdumpfen Geschrei davon nämlich mal so gar nichts mehr begreift.
Es hätte der Anti-Tönnies Fraktion sicherlich ein eigener Kandidat mit Format gut getan, der diese Argumente auf den Vorstellungsveranstaltungen mit ihm sachlich hätte austragen können.
Die Herren Stallmann und Gossmann sind dem gar nicht nachgekommen waren m.E. dafür auch gänzlich ungeeignet.
Ich finde viele Briten verspüren gerade schmerzhaft wie schädlich es ein kann, wenn man nur gegen etwas wählt ohne eine klare gute
Alternative zu haben. Von einer solchen habe ich gestern nichts gesehen und daher war meine Stimmvergabe gar nicht anders möglich.

Nur eines noch zum Eingriff ins operative Geschäft : Ich war nicht auf der JHV vor 3 Jahren; wenn er aber 2011 untätig geblieben wäre und Felix Magath nicht beurlaubt hätte, dann hätte er meine Stimme genauso nicht erhalten wie in diesem Jahr, wenn er den Vertrag mit Horst Heldt verlängert hätte.
Man sieht, dazu hat jeder so seine eigene Meinung.
Zu den sonstigen Eingriffen bzgl. Trainer- und Spielerverpflichtungen bin ich ganz klar der Meinung, dass ihm solches mit einem CH nicht gelungen wäre und nicht gelingen wird.
Der Hauptgrund für meine o.g. Haltung zum Thema Horst Heldt.

Andreas sagt:

Kein Sorry. Sondern ein !

Da bin ich genau deiner Meinung. Es gab diesen Kandidaten nicht. Es gab diese ernstzunehmende Opposition nicht. Die Wiederwahl Tönnies war nach dem Eegebnis des WA ziemlich gut absehbar. Und gerade DESHALB verstehe ich die erneute Kampagne – in der wieder und wieder Interna an die Öffentlichkeit getragen wurden – nicht. Ganz zu Schweigen von den Vorschußvorwürfen Richtung WA.

Andreas sagt:

Und noch ein kurzer Zusatz zu den Worten „Vielleicht hättest du…“

Nein, hätte ich nicht. Da gibt es Leute die mehr Einblick und mehr Ahnung haben. Ich berichte von meinem Empfinden. Und ich habe auch kein Interesse daran, Sprachrohr für Nichts zu sein. Ein wirklich unterstützenswerter Kandidat hätte mir vielleicht soetwas entlockt. Zumal ich aber auch wirklich gute Artikel gelesen habe. So weit ich mich entsinne zum beispiel im Königsblog.

Homer sagt:

Erstaunlich ist, wo ihr über Fakten sprecht, dass in den Kommentaren der EIngriff ins operative Geschäft gerechtfertigt wird damit, dass der AR (übrigens in Gänzeist so vorgeschrieben) die Vorstände Magath und Heldt entlassen hat. Das ist aber seine Aufgabe und ihm überhaupt nicht vorzuwerfen. Was in dem Fall aber nicht geht, ist Trainer zu holen und zu entlassen (Aufgabe des Vorstandes) oder Spieler zu verpflichten. Entsprechend wäre es auch nicht die Aufgabe, entsprechende Statements zu den beiden genannten Punkten, sehr wohl aber zu den Vorständen wie z. Bsp. bei der Vorstellung Heidels, abzugeben.

Ein weiterer Punkt, der mir aufstößt: er spricht von Fehlern und Postkarten, die man ihm schicken soll. Es geht aber nicht darum, ob er auch Fehler gemacht hat, sondern es geht darum, wer der eigentlich von der Satzung vorgesehen Aufgabe des Aufsichtsrates am besten zu Gesicht steht, bestenfalls also ohne überhaupt sein Gesicht zu zeigen. Er hat sich zu Hotte dahingehend geäußert, dass er richtig gute Arbeit abgeleistet hätte, man sich jetzt aber für jemand anders entscheide, um eine Änderung (natürlich möglichst zum Besseren) herbeizuführen. Und das ist auch genau das Argument vieler CT-Gegner gewesen, dass man jetzt mal andere, nicht so in die Öffentlichkeit drängende Personen im AR haben möchte. Nicht, weil er auch Fehler gemacht hat, sondern weil man anderen Leuten zutraut, nach den Regeln die Aufgabe anders und womöglich besser zu bekleiden (wohlgemerkt, nicht einen anderen, starken Mann, sondern einfach einen ruhigen Arbeiter). Ob dies die anderen beiden Kandidaten hätten sein können, werden wir nun nie erfahren. Was wir aber bekommen, ist leider innerhalb von 24 Std deutlich geworden und im ersten Fall in obigem Beitrag angemerkt worden als auch dadurch klar, dass es die gewollte Klausurtagung nicht gibt, sondern mal eben kurz eine Wahl durchgezogen und CT wieder zum ARV gekürt wird.

P.S. Und nochwas: Die eine Opposition gibt es nicht! Das ist uns eigentlich überall da draußen in der Welt klar (wenn man z. Bsp. an AfD und die Linken denkt, die beide nicht regieren, aber unterschiedliche Zielsetzungen haben), auf Schalke wir das aber gerne vergessen. Wenn ein Blog gegen CT hetzt, wird das direkt „der Opposition“ angelastet. Same here, bei den AR-Kandidaten. Ich glaube nicht, dass ein Goßmann oder ein Stallmann vor der Kandidatur eine konspirative Sitzung mit Horn, Hefer und Wiese haben. Trotzdem werden aus bestimmten Bereichen alle ganz bewusst in einen Topf geworfen. Wie oben schon bemerkt, warum interessiert das Verhalten des AR X, wenn Y und Z zur Wahl stehen.

Zazo1904 sagt:

Homer, Du hast bestimmt in vielem Recht. Und ich glaube auch dass die meisten Fürsprecher von CT, sein Verhalten, besonders in der Nach-Magath-Zeit oft nicht o.k. fanden.
Eines sollte man aber unbedingt bedenken: Ich habe bisher von niemandem die geringste Andeutung gehört oder gelesen, dass man die Befürchtung hat CT könnte sich bei einem Manager Heidel derart in’s operative Geschäft einmischen. Ganz im Gegenteil.
Daraus ergeben sich für mich zwei Rückschlüsse :
1. für die Zukunft gibt’s in dieser Hinsicht wohl kein Problem
2. für die Vergangenheit war Horst Heldt einfach der falsche Mann
Tönnies hat nur eingegriffen weil der Horst
1. vieles nicht in den Griff bekommen hat
2. ihn hat gewähren lassen (würde unter Heidel nie passieren)

Dass der CT dabei selbst Fehlentscheidungen gemacht hat ist sehr bedauerlich, tut aber den Gründen und der daraus resultierenden Berechtigung für diese Einmischungen keinen Abbruch.
Bestimmt wäre der bessere und vor allem satzungskonforme Weg gewesen sich bei Erkennen der Problematik von HH zu trennen.
Dies war aber wohl mehrfach nur schwer vermittelbar (ohne das Ansehen des Vereins oder von Horst Heldt zu stark zu beschädigen) und wenn günstige Zeitpunkte da waren, hat CT diese wohl leider verpasst oder ein geeigneter Ersatz stand nicht zur Verfügung.
Letzteres erklärt dann auch den, CT oft vorgeworfenen, Umgang mit HH seit der letzten JHV. („an diesen Worten wirst Du gemessen“)

Es gibt im Verein ja wohl auch Verfechter der Arbeit von HH. Für diese wird meine Argumentationskette sicherlich nicht ziehen und wir müssen uns darüber dann auch nicht mehr austauschen, werden sowieso nicht auf einen Nenner kommen.

Homer sagt:

Dies impliziert aber, dass es diese Einmischungen nur bei HH gegeben hätte. Das wissen wir aber alle besser, genauso haben wir bereits mehrfach von „ich ziehe mich zurück“ gelesen/gehört. Ende vom Lied war bisher immer, dass er sich selbst bei Magath als der stärksten Persönlichkeit zwischenzeitlich eingemischt hat, bevor dann schlussendlich der Schlussstrich gezogen wurde (übrigens nach einem Vorgespräch des heutigen Eilausschusses mit Magath in Rheda, und bevor der AR zwecks Abstimmung einberufen werden konnte, hat die WAZ das Gespräch haarklein publik gemacht. Bei Lange, Tönnies und einem davon sichtlich erbosten Magath bleiben nur zwei, die geplaudert haben können).

Wie gesagt, man kann immer den gleichen wählen und ein anderes Ergebnis erwarten, das hat aber nach einem weithin bekanntem Spruch (der wohl zu Unrecht Einstein zugeordnet wird) dann etwas mit Wahnsinn zu tun. Änderungen erreicht man sinnvoll durch Anpassung der Umstände, in diesem Fall also der handelnden Person.

Zazo1904 sagt:

Ich bin jetzt ehrlich gesagt nicht ganz im Bilde.
Falls es um die Affäre Rojek/Dittrich ging war die Einmischung bitter nötig denn damals hat FM und kein anderer eine Fanspaltung forciert und CT war in diesem Zusammenhang eher um die Beruhigung aller überhitzten Gemüter bemüht.
Wenn es eher um die Vorgeschichte zur Entlassung von FM ging :
Ich bin fest überzeugt, dieser Mann hätte den Verein ruiniert und wir ständen heute deutlich schlechter da.
Zu „ich ziehe mich zurück“ finde ich, dass seine Medienpräsenz seit der JHV 2015 tatsächlich extrem rückläufig ist. Für viele immer noch zu viel – aber der Rückgang lässt sich nicht verleugnen. Ohne Präsentation von CH und der JHV 2016 wäre von ihm so gut wie nichts an öffentlichen Auftritten zu verzeichnen gewesen.