07 Jun

Ruhig, Blauer!

Juni 2016. Die Jahreshauptversammlung 2016 rückt näher und näher. Und mir kann es ehrlich gesagt nicht schnell genug gehen. Nicht, weil ich mich so sehr auf den Tag freue. Nein, eher, weil ich Angst vor jedem Tag habe, in dem noch irgendwas dazu geschrieben oder gesagt werden kann.

Es ist unfassbar, welcher Druck da von allen Seiten auf den Wahlausschuss ausgeübt wird. Vertrauen in Demokratie sieht jedenfalls anders aus. Herrje. Demokratie sieht anders aus.

Wieso um Himmels Willen sind die Kandidaten nicht bereit, sich einfach sowohl dem Ausschuß, als auch einer demokratischen Wahl zu Stellen? Dieser Ausschuß wurde doch ebenfalls von den Mitgliedern gewählt. Diesem Ausschuß schenkten die Mitglieder das Vertrauen. Wieso geht man nicht also aus, dass dieser Ausschuß tut, was gut für den Verein ist?

Nein, da muss der Aufsichtsratsvorsitzende sich selbst und mit Hilfe seiner Freunde immer wieder alls unverzichtbar bezeichnen. Dass dies eher nach Despotismus aussieht, scheint nichts zur Sache zu tun. Ist es wirklich so unvorstellbar, dass ein Aufsichtsrat ohne eine einzelne Person funktionieren könnte? Und wenn dem som wäre: Liefe dann nicht irgendwas ungeheuer falsch?

Ich verteufele Clemens Tönnies nicht. Ich habe lediglich das Gefühl, dass seine Arbeit nie so großartig war, wie manche Leute uns das wissen lassen wollen. Trotzdem glaube ich, dass er Schalke nicht schaden will, und will nicht mal ausschließen, dass er wirklich aus seinen Fehlern gelernt hat. Und wenn die Mehrheit der Mitglieder ihn weiterhin im Aufsichtsrat sehen will, dann werde ich es akzeptieren. Denn so funktioniert Demokratie.

Und ich rufe auch jeden anderen dazu auf, die Entscheidungen der Mehrheit zu akzeptieren. Das betrifft aber eben auch die Wahl einer Opposition in den Aufsichtsrat. Und die Wahl eines kritischen Wahlausschusses und aus der Konsequenz deren Entscheidungen. Und es ist vollkommen richtig, dass auch Aufsichtsräte nochmal durch den Ausschuß müssen, da es sich ja um einen neu gewählten Ausschuß handelt. Sprich: Die Mitglieder haben entschieden, dass dieser Ausschuß bewerten und entscheiden sollen.

Und ich rufe dazu auf, die Füße still zu halten und die Wahlen sprechen zu lassen. Hört auf euch gegenseitig zu beleidigen und bedrohen. Hört auf, mit unlauteren Mitteln und Werbung über offizielle Kanäle die Stimmen
der anderen zu beeinflußen. Lasst euch an eurer Arbeit messen. Egal ob Ultra, Blogger, Logengast oder Offizieller: Jedes Mitlglied hat eine Stimme. Und nur eine Stimme. Und das ist gut so. Und ich wünsche mir, dass jeder jede Stimme als mündig betrachtet.

Eine Demokratie, die keine Opposition duldet, ist keine Demokratie. Aber genau diese sollten wir als eingetragener Verein dringend wahren. Und Vertrauen darin haben, dass die Gewählten die Mitglieder vertreten werden. Egal ob sie nun Pro- oder Kontra- oder gar in Person Tönnies sind.

Ruhig, Blauer!

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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Roger Lenhard sagt:

Der Wahlausschuss hat in seiner satzungsmäßigen Bedeutung eine dienende Funktion die geeignetsten Kandidaten zur Wahl der in den Aufsichtsrat herauszufiltern. Insofern müssen alle Mitglieder kritisch sein, weil kritisch sein die grundlegende Fähigkeit bedeutet unterscheiden zu können. Es ist weder ein Eignungskriterium oppositionell zu sein, noch ein Kriterium nach der Pfeife des Aufsichtsratsvorsitzenden zu tanzen.
Es wird deshalb soviel um den Wahlauschuss gestritten, weil der Wahlauschuss entgegen seines ursprünglichen Zweckes als strategisches, machtpolitischen Instrumentes missbraucht wird, um Politik an der Mitgliederversammlung vorbei zu machen.

Andreas sagt:

Es wird deshalb soviel um den Wahlauschuss gestritten, weil der Wahlauschuss entgegen seines ursprünglichen Zweckes als strategisches, machtpolitischen Instrumentes missbraucht wird, um Politik an der Mitgliederversammlung vorbei zu machen.

Warum zum Teufel sollten sie sich instrumentalisieren lassen? Und von wem? Das sind alles Leute, denen der Vererin am Herzen liegt. Und denen am Herzen liegt, dass wir einen Aufsichtsrat haben, der auch die Aufgaben eines Aufsichtsrats übernimmt. Und dafür die besten Kandidaten zu finden ist ihr Ziel. Was zum Teufel unterstellt ihr ihnen?

Roger Lenhard sagt:

Ich habe nicht behauptet, dass der jetzige WA sich instrumentalisieren lässt, sondern das er den WA als Instrument benutzt Vereinspolitik an der Mitgliederversammlung vorbei zu machen.
Ich unterstelle dem aktuellen WA Anmaßung, weil er glaubt klüger zu sein als die vergangenen Wahlausschüsse.
welche die Aufsichtsratsmitglieder für geeignet befunden haben, und ich unterstelle weiter Respektlosigkeit der Mitgliederversammlung gegenüber , dem obersten Beschlussorgan des Vereins, der die Aufsichträte gewählt hat und deshalb auch nur wieder abwählen können sollte.

Andreas sagt:

Wer stand denn damals als vom damaligen Wahlausschuß zugelassene Alternative zur Wahl, als die nachträglich abgelehnten Mitglieder gewählt wurde?

Ist es nicht genau so oder eher eine Instrumetalusierung des WA, wenn man mit aller Mühe versucht, den AR einseitig zu halten?

Hein Blöd sagt:

Hmm….mal überlegen: Wie wäre es mit: Sie handeln selbst für eine oligarche Gruppe, die nach der Macht strebt. Als der WA eingesetzt wurde, da war er auch von CT akzeptiert. Inzwischen macht nur leider der WA die Vereinspolitik und nicht mehr die Mehrheit der Mitglieder. Das ist das Traurige. Ich behaupte, dass sich eine Mehrheit der Mitglieder keinesfalls einen solchen Zirkus gewünscht hätte. Eher würdest du heute eine Mehrheit für die Abwahl des WA, als für die von CT finden. Trojanisches Pferd trifft es wohl eher als demokratisch gewählt.

Andreas sagt:

Ich scheine irgendwas Entscheidenes verpasst zu haben…