12 Mai

Am Ende ist man immer schlauer

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6 1/2 Jahre lang war Horst Heldt Vorstand Sport und Kommunikation beim FC Schalke 04, einer von uns.

Jetzt ist Schluss. Also Samstag 0:00 Uhr. Dafür wie es zu Ende gegangen ist, kann man ihm nur Respekt zollen. Viele an seiner Stelle hätten warscheinlich schon viel eher das Handtuch geschmissen a lá „macht euren Scheiß doch alleine“. Ich glaube rein menschlich betrachtet ist Heldt ein ganz großer. Um in einer solchen Position zu arbeiten, womöglich zu gut. Es bedarf schon ein Maß an „Ellenbogen-Mentalität“ um sich auch mal gegen gewisse Einflüsse zur Wehr zu setzen.

Heldt hatte 6 Jahre Zeit um den S04 auf Spur zu bringen und hatte durchaus erfolgreiche Zeiten. Rückblickend hat er aber viele falsche Entscheidungen getroffen.

Kein Trainer hat gefruchtet. Ralf Rangnick wurde leider krank, Huub Stevens überwarf sich mit der Mannschaft. Bei Jens Keller wurde der Zeitpunkt verpasst einen geeigneten Trainer zu verpflichten, bevor man mit Keller in die  nächste Saison ging. Über di Matteo brauchen wir nicht zu sprechen und André Breitenreiter entpuppt sich nach anfänglicher Euphorie auch als „durchgefallen“.

Horst Heldt hat oft betont, dass Schalke mit ihm erfolgreiche Champions-League-Jahre durchlaufen hat, wobei man auch zugeben muss, dass der Kader größtenteils von Felix Magath zusammengestellt war. Heldt hat es nie geschfft eine gut gemischte Truppe zu präsentieren.

Er verstand es nach Magath allerdings großartig den Kader zu entschlacken und die Konsolidierung voranzutreiben. Die Knappenschmiede wurde unter seiner Regie „geboren“, wurde zur internationalen Marke. Das bleibt bestehen. Das war gut.

Auch Spielertransfers fallen mir spontan kaum ein, die voll eingeschlagen haben. Positive Beispiele sind Leon Goretzka oder Johannes Geis. Dagegen stellt man aber einen Boateng und Sidney Sam, vielleicht auch einen di Santo. Als Schalke Sam verpflichtete, spielte der eine Bockstarke Saison in Leverkusen, im besten Fussballalter, Nationalspieler. Auch bei Boateng habe ich Luftsprünge gemacht, als ich von seiner Verpflichtung erfuhr. Dass sich das alles so entwickelt, konnte tatsächlich niemand ahnen.

Ganz übel nehme ich Horst Heldt, dass er Matip nicht rechtzeitig einen Vertrag anbot. Ich habe mal gelesen, dass eigentlich unser Aufsichtsrat während der di Matteo-Ära alle Verhandlungen auf Eis gelegt hat, da hätte er allerdings auch schon längst ein neues Arbeitspapier haben können. Immerhin wurden andere wichtige Verträge verlängert, wie die von Sané, Meyer oder Fährmann zum Beispiel.

Unterm Strich muss ich sagen, dass ich Horst Heldt als Menschen mag. Er zeigte sich immer offen und wirkte dabei authentisch. Mit seiner Arbeit war ich nie wirklich glücklich. Es war meiner Meinung nach nie ein Konzept erkennbar. Es wurde zu oft von der Hand in den Mund gearbeitet, was sicherlich seine Gründe hat. Ebenso schlimm war seine Öffentlichkeitsarbeit. Wie oft ich mich gefragt habe, ob die Leute überhaupt wissen, was man mit gewissen Äußerungen anrichtet. Es war nicht alles schlecht und ich glaube auch, dass es nicht einfach ist unter einem Mann wie Tönnies und dem medialen Umfeld zu arbeiten. Wir werden sehen ob es der nächste besser macht.

Ich wünsche dir alles gute Horst. Danke für deine Arbeit.

Glückauf

 

 

(foto: hassanscorner.tv)

Sebastian

Sebastian

Fakten:
Schlagstockbeauftragter | Jahrgang '86 | Wohnhaft in Castrop-Rauxel | Drummer | Meistens auf'm Schlauch | Große Fresse | #fcknzs
Sebastian
Johannes van de pasch sagt:

Es ist nur schade das es so endet und ich hoffe das wenn ein neuer Trainer kommen sollte es dann wieder aufwärts geht und wenn Hunter weg will dann soll man ihn ziehen lassen Reisende soll nun nicht aufhalten.
Was ist denn Mi di satt los warum spielt der nie
Wird geholt und muss dann die Bank drücken
Ich werde schalcker bleibenvw aß immer such passiert einmal schalcke immer schalcke

Glückauf für uns alle
Johannes van de pasch

eakus1904 sagt:

Klasse Text, gefällt mir sehr gut.

Was man evtl. noch berücksichtigen sollte, sind die Verkäufe. Auch wenn er es bei dem Torwart und Jule nicht schwer hatte, Abnehmer zu finden, hat er doch ordentliche Summen rausgeholt. Szalai wurde mit so gut wie keinem Verlust weiterverkauft und auch für Jeff hat man gutes Geld bekommen. Alles in allem bei den vier angesprochenen sicher nicht die schlechtesten Ergebnisse.

Carlito sagt:

Kann mich den Worten von Henning aka eakus1904 nur anschließen. Schöner Text!