22 Apr

Risiken und Nebenwirkungen

Müsste man, rein hypothetisch, versteht sich, eine Packungsbeilage zu unserem geliebten FC Schalke 04 verfassen, so würde dies ganz sicher ein sehr umfassendes Dokument werden.

Denn schon bei den Anwendungsgebieten scheint es die verschiedensten Typen für den Gebrauch des vermeintlichen Heilmittels zugeben. Während die einen ihr eher leeres Leben damit füllen, ist es für andere eher ein Religionsersatz oder einfach ein wenig Spaß und/oder Gemeinschaftsgefühl am Rande. Ein paar wenige soll es sogar geben, die sich dem FC Schalke 04 zuwenden, weil sie vom Sport an sich fasziniert sind. Eine etwas größere Gruppe scheint es derweil gar zu harmonisch zu haben: Sie brauchen den FC Schalke eher, um sich permanent über irgendwas aufregen zu können. Zumindest scheint es so.

Wechselwirkungen gibt es zahlreiche. Man sollte sich lieber nicht dem FC Schalke zuwenden, wenn man Herzmedikamente nimmt. Auch ein ausgeprägtes Familienleben oder eine zeitintensive Arbeit können in Kombination mit dem FC Schalke 04 zu Problemen führen. Meist aber glücklicherweise nur zu Problemen in eben diesen Gebieten, nicht im Umgang mit Schalke selbst. Der paralelle Konsum von Pilsbier hilft meist über die schlimmsten Probleme hinweg. Ist der Konsum erst hoch genug, dann vielleicht sogar über Familie und Arbeit selbst. Bei den Herzmedikamenten ist das eher nicht zu empfehlen.

Die Verabreichung an Kinder, Jugendliche und Schwangere kann als völlig unbedenklich angesehen werden.

Zu Problemen mit Schalke selbst kann es eher im höheren Alter kommen. Man fängt an von Zeiten in alten Spielstätten zu schwärmen, über die man aber damals natürlich genauso viel gemeckert hat wie über die Gegenwart. Gerade in letzter Zeit kommt es bei über 40 jährigen zu einer häufigen Meisterschaftstorschlußpanik, die sich im ständigen fordern von Erfolgen zeigt, und das sogar während man von weniger erfolgreichen Zeiten bei besserer Stimmung schwärmt. Häufig resultiert daraus eine als sehr wechselhaft wahrgenommene Abwechslung von ‚Neubeginn‘-Gefasel und ‚Trainer raus‘-Rufen.

Einige nicht unumstrittene Experten raten deshalb zu dem in dieser Beziehung wesentlich milderen Nicht-wirklich-Konkurrenzprodukt aus dem Süden der Bundesrepublik.

Nun sind wir fast schon im Bereich der Nebenwirkungen. Diese aufzulisten würde den Rahmen sprengen, reichen sie doch von mitleidigen Blicken über finanzielle Engpässe in Europa-Saisons bis hin zu allergischen Reaktionen gegen bestimmte Bereiche der Farbskala, welche häufig im sogenannten Lüdenscheid-Tourette oder in extremen, sehr unschönen und glücklicherweise sehr seltenen Fällen sogar in Tobsucht und Gewaltausbrüchen enden kann.

Auch über die Dosierung müsste man einiges schreiben, scheiden sich doch dort regelrecht die Geister. Während für die einen der Konsum ein bis zwei Mal wöchentlich völlig ausreichend ist, schwören andere darauf, dass sich die Wirkung erst richtig entfaltet, wenn man rund um die Uhr den Pegel hält. Dass dies jedoch die Neben- und Wechselwirkungen extrem steigert, erklärt sich von selbst.

Es müsste nun auch noch ein Hinweis folgen, dass auf das Bedienen von Maschinen und steuern von Kraftfahrzeugen vor allem während und nach den Spielen verzichtet werden sollte. Und viele weitere womöglich.

Doch zum Glück dürfen wir an dieser Stelle anmerken, dass eine solche Packungsbeilage gar nicht von Nöten ist. Denn schließlich sind wir ein eingetragener Verein, und kein Produkt eines großen Chemiewerkes.

Kämpfen & Siegen!

 

 

 

 

 

 

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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Carlito sagt:

„Lüdenscheid-Tourette“

Made my day! ???

SLib sagt:

Also sooo auf das Spiel heute einzubiegen: primst!