18 Mrz

Nur gewinnen…

Eigentlich ist das Spiel heute Abend gegen die Borussia nur eins von vierunddreißig Pflichtspielen dieser Bundesligasaison, irgendwo inmitten der Rückrunde. Schalke kratzt derzeit noch immer an wichtigen Tabellenplätzen und es ist genauso wenig verloren wie gewonnen. Business as usual.

Trotzdem fühlt sich heute irgendwas anders an. Als ob es Entscheidend ist. Vielleicht, weil es das letzte sogenannte Sechs-Punkte-Spiel ist. Vielleicht aber auch, weil wir an den nächsten vier Spieltagen gegen drei der vier Mannschaften spielen müssen die vor uns stehen, was – abgesehen von der Partie heute Abend – aufgrund des Abstands aber nun mal keine andere Bedeutung hat, als das wir es mit verdammt starken Gegnern zu tun haben…

Die restlichen fünf Begegnungen der Spielzeit werden vermutlich drei mal Abstiegskampf, einmal Kampf um den Einzug in den Europacup und nur einmal Niemandsland beherbergen. Naja, vielleicht ist Hannover auch zum Zeitpunkt des Aufeinandertreffens schon auf Abschiedstournée. Da sie aber noch gegen Hertha und Gladbach spielen, sollten wir lieber hoffen, dass dies nicht der Fall sein wird.

Aber zurück zum heutigen Spiel: Die heiße Phase beginnt genau jetzt. Heute wird sich zeigen, ob wir noch ein aktiv beteiligter Kandidat auf die Sonnenplätze sein können. Und das bedeutet nicht, dass ich denke, dass die Erwartungen auf sicheren Sieg stehen sollten. Im Gegenteil. Es bedeutet es eher, dass ich denke, dass wenn wir heute einen Heimsieg einfahren, alles möglich bleibt, was angesichts der Umbruchphase mit all den namhaften Ausfällen und Abgängen, welche ach so gerne unter den Tisch gekehrt und André Breitenreiter offenbar zu keiner Zeit öffentlich als Zusatzlast angerechnet werden, und trotz der hausgemachten Unruheherde, die – da bin ich mir ziemlich sicher – für ein Einknicken der Leistungen bei dem ein oder anderen Spieler in einer entscheidenden Phase der Saison gesorgt haben, es meines Erachtens ein kleines Wunder wäre, welches wir unter anderem diesem – ebenso bloß meines Erachtens – großartigen Trainer zu verdanken hätten.

Sollte das Spiel heute aber verloren gehen, sollte im Umkehrschluß dennoch kein Platz für Schwermut und Enttäuschung sein. Wir gehören nun mal nicht oder noch nicht oder nicht mehr oder noch nicht wieder in die Top 3 der Liga. Und wir können – schauen wir uns andere Traditionsvereine an – einfach verdammt froh und sogar stolz darauf sein, dass wir seit Magaths Ausrutscher die zweite Tabellenhälfte nicht mehr gesehen haben. Und dies vermutlich auch trotz der vielen Ein- und Umbrüche auch diese Saison nicht tun werden. Wir können heute nur gewinnen.

Auf geht’s Schalke…

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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Carlito sagt:

„Wir können heute nur gewinnen.“

Ganz souverän umgesetzt von der Mannschaft! ;)

hellwach sagt:

Grotesk!
Dass Andreas einen Vorbericht zu DIESEM Spiel verfasst hat, ist -nach dem Erleben dieses Spiels- grotesk.
Denn dieses Spiel war grotesk. Weil die Aufstellung mit Goretzka rechts, Riether als Manndecker und Hojbjerg alleine „auf der 6“ grotesk war. Die Abstände zwischen DM und Kette grotesk riesig waren. Die tollen Gladbacher grotesk schlecht geschossen haben. Die Hereingabe von Sane grotesk oft von Gladbacher Spielern berührt wurde, bevor sie ihren Weg ins Tor fand. Der unsympathische Schweizer mit hinter dem Rücken zusammengefügten Armen Goretzkas Schüsschen grotesk zu einem Tor, quatsch, zum SIEGTOR macht.
All das war grotesk an einem höchst unterhaltsamen Abend, an dem ich jedem Mönchengladbacher wünsche, dass er für dieses Wochenende auf einen Lottoeinsatz verzichtet hat.
Ich bedanke mich ausdrücklich bei Ralf Fährmann für das glückliche Ende dieser Groteske.
Das Spiel unserer Mannschaft empfand ich übrigens als sehr schlecht, geradezu indiskutabel.