Willkommen auf Schalke, Lothar Matthäus!

Nein, keine Angst. Ihr könnt den Mund wieder zumachen, das Smartphone aufheben oder die Faust aus dem Bildschirm ziehen. Aber wir können auf Schalke derzeit halt weder beleidigte Mannschaftsärzte noch aufhörende bzw. gefeuerte Trainer bieten. Und irgendwie muss man ja im Gespräch bleiben, auch wenn es nur durch bescheuerte, gelogene Überschriften ist. Man munkelt, es gibt Verlage, die verdienen mit so etwas sogar Geld….

Ernsthaft: Es ist doch echt schön, wenn es mal hauptsächlich um andere geht und bei uns ein wenig Ruhe herrscht. Darf auch gerne länger so bleiben. Ich für meinen Teil habe nämlich genug von Interviews oder Talkshowauftritten unseres AR-Vorsitzenden. Mir würde es reichen, Spielerverpflichtungen der Homepage zu entnehmen, ohne dass bereits vorher monatelang über den Namen spekuliert wurde.  Und dass „wir der einzige eingetragene Verein in der Bundesliga sind, der noch regelmäßig international spielt.“, wobei die Betonung auf dem Wort „noch“ liegt, weiß ich auch inzwischen zur Genüge.  Die gebetsmühlenartige Wiederholung unseres Finanzvorstandes braucht da kein Mensch.

Auf Schalke beschränkte man sich also am vergangenen Wochenende auf das Fußballspielen. Und dieses tat die Mannschaft zumindest kämpferisch durchaus verbessert als noch in der Vorwoche. Am Ende steht ein Punktgewinn beim Tabellenzweiten, der zwar nicht zu Jubelstürmen anregt, auf den aber sicherlich aufgebaut werden kann. Insbesondere, wenn man den Kader näher betrachtet. Zwei Drittel der Spieler im Aufgebot kamen aus der eigenen Jugend. Eine mehr als stolze Zahl, wenngleich natürlich auch vielen Ausfällen geschuldet. Und wenn mit Leroy Sané dann noch einer der Jungknappen so eine Hütte macht, dann darf man schon ein bisschen stolz sein. Da wächst der nächste heran, der das Zeug hat, ein sehr guter Kicker zu werden. Vielleicht schafft es Horst Heldt ja dieses Mal, die anvisierte Vertragsverlängerung ohne Bekanntgabe von festgeschriebenen Ablösesummen oder ohne den Einsatz von durch das Ruhrgebiet fahrenden LKWs durchzusetzen. Weniger ist auch in diesem Falle mehr, überlassen wir die Schlagzeilen  erst mal weiter den anderen. Dann schaut man vielleicht in zwei, drei Jahren doch noch positiv auf die eigentlich verkorkste Saison zurück.

Henning

Henning

Fakten:
Movember-Beauftragter | Jahrgang '79 | Wohnhaft in Herne, der Perle Westfalens | Enkelaus Kohle und Stahl | Unheilbar 19. Mai-geschädigt | Meister 20..
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