24 Sep

Derbymodus!?

Schalke gewinnt mit 3:0 in Bremen. Kein überragendes Spiel, aber am Ende war der Sieg nach einer vor allem kämpferisch guten Leistung völlig verdient. So weit so gut, abhaken und auf kommenden Samstag schauen:

Derby. Das Spiel der Saison. Die wichtigsten 90 Minuten der Hinrunde.

Ich könnte diese Sätze jetzt so stehen lassen, den Artikel abschließen und mich einfach nur auf Samstag freuen. Aber ganz so einfach ist es nicht. Denn Derby hieß in den letzten Jahren leider auch Polizeiüberangebot, aggressive Stimmung auf allen Seiten, Sicherheitswahn, kollektive Haus-Stadion- und Stadtverbote, Pyrotechnik in Familienblöcken und -nicht zu vergessen- eine teilweise überzogene und sensationsheischende Berichterstattung, die mit seriösem Journalismus nichts mehr zu tun hatte.

Abartig. Ich brauche so was nicht. Versteht mich nicht falsch, ich möchte kein „Kuschelderby“. Emotionen sind wichtig, eine gesunde Rivalität gehört dazu, und was gibt es schöneres, nach einem Sieg dem schwarz-gelben Nachbarn oder Kollegen mit einem breiten Grinsen zu begegnen? Richtig, nix. Da geht man dann sogar montags gerne zur Arbeit. Aber dabei soll es dann auch bitte bleiben. Der Gewinner reckt seine in die Höhe und der Verlierer ballt sie in der Tasche, aber bitte lasst die Fäuste aus den Gesichtern des jeweiligen Kontrahenten! Nun gut, ich möchte nicht die gleiche Schiene fahren wie einige Zeitungen. Grundsätzlich kann jeder, der sich zu benehmen weiß, das Derby ohne Angst besuchen, egal ob blau-weiß oder schwarz-gelb. Die Ereignisse vom letzten Heimspiel werden sich, auch aufgrund des oben angesprochenen Hausverbotes für einen Großteil der aktiven Lüdenscheider Fanszene, zudem bestimmt nicht wiederholen.

Das hoffe ich natürlich auch für die Ereignisse auf dem Rasen. Kein Sieg in der letzten Saison, das gilt es dringend zu ändern. Das gestrige Spiel dürfte ein wenig Selbstvertrauen gegeben haben und auch die Aktiengesellschaft aus dem östlichen Ruhrgebiet plagt sich mit Formschwankungen und vielen Verletzten herum. „Da geht was!“, möchte man schreien, zumal die Mannschaft in den Spielen gegen Bayern und in London ja gezeigt hat, dass sie auch gegen starke Gegner nicht chancenlos ist, wenn Kampf und Einsatz stimmen. Wenn ich etwas kramen würde, finde ich auch sicher noch eine Statistik, die sich gut für uns liest. Jau, tatsächlich. Drei Pflichtspiele in Folge unbesiegt, seit fünf Monaten kein Heimspiel mehr verloren! Hört sich besser an, als es im Endeffekt war, aber wen stört das bei Statistiken schon. Im Derby ist das „Vorher“ auch relativ unwichtig. Ein Sieg kann eine ganze Saison retten, eine Niederlage aber eben diese auch kaputtmachen. Der Gewinner ist für ein halbes Jahr der König des Ruhrpotts, die geschlagenen für dieselbe Zeit die Hofnarren. Ich wäre lieber König als Narr, ganz klar! Ach, könnte nicht schon Samstag sein? Es kribbelt. Noch dreimal schlafen.

 

 

P.S.: Wenn ich dem WordPress-Zählwerk Glauben schenken darf, hat der Beitrag  inklusive diesem letzten Satz genau 504 Wörter. Mehr kann ich nun nicht mehr tun, außer mir am Samstag die Kehle aus dem Hals zu schreien. Den Rest müsst ihr erledigen, Ralf, Atsuto, Kaan, Roman, Dennis, Joel, Kevin, Eric, Max, Sidney, Klaas, Christian, Christian, Chinedu, Quillo, Donis oder wer auch immer auflaufen wird. Viel Erfolg, Glückauf!

Henning

Henning

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Movember-Beauftragter | Jahrgang '79 | Wohnhaft in Herne, der Perle Westfalens | Enkelaus Kohle und Stahl | Unheilbar 19. Mai-geschädigt | Meister 20..
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