03 Mai

Dumm kickt gut.

Man hat fast das Gefühl, dass Schalke da gerade irgendwas versiebt hat. Trotz des guten 2:0 gegen einen vergleichsweise harmlosen SC Freiburg, der sein Saisonziel bereits erreicht hatte, bei dem dennoch sowohl in der einen als auch in der anderen Richtung dank guter, fast glasklarer Chancen einiges mehr gegangen wäre, ist man noch nicht durch. Doch so sehr es sich auch so anfühlt: Ein vierter Punkt ist bei so einer Partie einfach nicht drin: Die Mannschaft hat alles getan, was möglich ist.

Einzig der vermeintlich überharte, auf jeden Fall aber gelb-rot nach sich ziehende Einsatz von Felipe Santana, welcher sich endlich mal wieder in der Innenverteidigung beweisen durfte, nachdem er in den Spielen zuvor eher als ziemlich uneffektiver, wenn nicht gar nutzloser Offensiv-Joker missbraucht wurde, und die Dummheit von Klaas-Jan, sich ausgerechnet im vorletzten Spiel – also bei letzter Gelegenheit – durch einen Torjubel eine Gelbsperre einzufangen bereiten seichte Magenschmerzen. Zwar haben wir gute drei Punkte Vorsprung, aber zum einen hat Leverkusen das bessere Torverhältnis, was bedeuten würde, dass sie uns im Falle eines Sieges und einer Niederlage unsererseits überholen würden und zum anderen kann für Leverkusens Gegner Bremen nichts mehr anbrennen, während wir gegen die strampelnden Freunde vom Club gewinnen müssen. Überhaupt: Mal in der hoffnungsvollen Annahme, dass wir das schon schaukeln: Dass ausgerechnet wir am Ende verantwortlich sein könnten, dass der Club zurück in die Zweitklassigkeit rutscht während der überalterte Dino in der Relegation erneut die Chance bekommt, die berühmte Uhr weiterticken zu lassen, ist echt ein wenig fies.

Aber nun gut: Es ist, wie es ist. Und eben das gilt auch für die Personalsituation im letzten Spiel, bei dem neben den nun gesperrten Huntelaar und Santana wohl wahrscheinlich auch Ayhan passen müssen wird, nachdem er sich im Spiel bei einem Zusammenprall offenbar eine Gehirnerschütterung zugezogen hat. Dafür kann man aber auf die Rückkehr von Höwedes hoffen, der – ebenso wie der heutige Debütant Kirchhoff – in die Innenverteidigung rücken könnte. Auch Grätschenkönig Kolasinac ist nach seiner Sperre wieder an Bord.

Vorne wird aller Voraussicht – und in der Hoffnung, dass er gesund bleibt – nach Szalai auflaufen. Einerseits aufgrund der meist ausbleibenden Torgefahr etwas besorgniserregend, andererseits eine gute Gelegenheit für ihn, sich im letzten Spiel der Saison nochmal richtig beliebt zu machen. Wenn er denn spielt.

Doch das ist das Schöne: Das Gefühl, dass diesr Trainer Keller schon weiss, wen er wo aufstellen muss und kann. Denn erneut hat er nach dem Ausfall von Aogo, Kola, Fuchs und mitten im Spiel Ayhan, dessen Aufstellung als Rechtsfuß ja sowieso schon ein Risiko war, welches sich schnell auszahlte, mit der Umstellung von Hoogland auf links mal wieder bewiesen, dass er ein Meister der Improvisationskunst ist. Respekt!

Ich hoffe inständig, dass die Mannschaft am kommenden Samstag nicht nur den Trainer, sondern auch uns Fans und vor allem sich selbst belohnt, in dem sie sich im letzten Heimspiel der Saison mit einer guten Leistung und einem Punktgewinn den dritten Platz sichert. Doch erstmal feiern wir morgen unseren 110. Geburtstag. Mit einer hoffentlich effektiven und weitestgehend harmonischen Jahreshauptversammlung und dem ganzen anderen Gerummel. Glück Auf!

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

Letzte Artikel von Andreas (Alle anzeigen)

SLib sagt:

Das hoffe ich auch.
– Aber warum kickt Dumm gut? (Wo spieltn der?)

derwahrebaresi sagt:

in der heimatstadt.

[…] (Königsblog) bringt Schalke einen wichtigen 2:0-Sieg in Freiburg, seichte Magenschmerzen bereitete Web 0.4 allerdings die Personalsituation, die sich dank Santanas Platzverweis und Huntelaars […]