18 Mrz

Wir bilden dich: Niederlagen verarbeiten.

Schalke steht vor dem relativ aussichtslosen Rückspiel in Madrid. An ein Weiterkommen ist kaum zu denken und selbst ein knapper Sieg erscheint nicht sehr wahrscheinlich. Doch wie bereitet man sich auf eine Niederlage vor? Am Besten wohl mit der Frage, wie man mit einer Niederlage umgeht. Gibt es auf diese Frage eine universelle Antwort? Wenn man danach googelt, Zeitschriften durchblättert oder Freunde befragt, hört man immer wieder die gleichen Dinge:

  • Den Kopf nicht in den Sand stecken
  • Nicht aufgeben
  • Aufstehen und Weitergehen
  • An sich glauben
  • Noch schlechtere Zeiten ins Gedächtnis rufen
  • Gute Zeiten ins Gedächtnis rufen
  • Eine neue Frisur, Klamotten, Schuhe (jaja, wir Frauen)
  • Alkohol

Doch was hilft wirklich gegen diesen Kummer der Niederlage? Wenn die Niederlage so schmerzlich ist, dass man nicht einmal mehr müde grinsekatzenlächeln kann? Vielleicht können uns die Knappen, die nur noch wenige Stunden haben bis sie heute abend erneut in die „Arena“, auf´s Schlachtfeld müssen, Tipps geben? Oder hat jeder Mensch seine eigene Art und Weise, eine Niederlage zu überwinden?

Ich für meinen Teil habe die Antwort noch nicht gefunden. Ich habe einige der genannten Dinge ausprobiert, doch der Schmerz der Niederlage bleibt. Aber so ist das nun mal bei uns Schalkern. Immer wenn wir denken „Hey, es geht voran“ kommt eine Niederlage. Besonders schlimm, wenn man gar nicht damit rechnet. Oder aber wie heute… wenn man von einer Niederlage ausgeht. Die lustig-makaberen Sprüche derjenigen, die nach Madrid gereist sind mit Worten wie „Wir kommen nur zum Trinken.“ schmerzen irgendwie schon fast. Ähnlich ist es, wenn ein Knappe uns verlässt, der mir ans Herz gewachsen ist. Man denkt, hofft und will, dass er „ein Leben lang“ bleibt und dann kommt die Verkündung – einer Niederlage gleich – dass er geht. Und es raubt einem den Atem.

Sobald ich denke, dass es auf Schalke bergauf, oder besser Glückauf, geht, geschieht irgendetwas, was mich die Tür zu meinem königsblauem Herzen schließen lässt. Mitsamt dicker Stahlkette und doppelter Verriegelung. Dann stelle ich mir Fragen, ob ich mein Herz jemals wirklich wieder öffnen werde? Oder werde ich mich darin bloß wohnlich einrichten, hier und da ein paar Dekorationen aufstellen, düstere Ecken ausleuchten und anfangen mich darin wohl zu fühlen? Und falls ich es doch hinaus schaffe, wann wird es soweit sein? In ein paar Spieltagen, nächste Saison oder gar nimmer?

Und doch geht es meist wieder ganz schnell. Ja, die königsblaue Sucht. Die Verriegelung wird geöffnet, Stahlkettengerassel auf dem Boden des königsblauen Herzens und die Tür wird langsam wieder weit geöffnet. Weiter kämpfen, nicht unterkriegen lassen.

Es gibt kein Rezept. Aber es braucht vielleicht auch gar keins. Denn: “A life with Schalke makes you better, not bitter.”

Libera

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Gleichstellungsbeauftragte a.D.
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AngryAtze sagt:

Hm, also der (das) heutige Abend (Spiel) bereitet mir nun wahrlich kein Kopfzerbrechen (DAS kommt vielleicht morgen früh!)….das Rezept „Wir schauen lieber die „The Walking Dead-Folge“ von gestern ausse Konserve, wenn’s nicht läuft, wurde schnell verworfen, man könnte ja das „Tor des Monats“ verpassen und überhaut hätte ich irgendwie dann doch ein schlechtes GEwissen!…also wird das alt bewährte Konzept durchgezogen,sich mit guten Freunden, viel Nervennahrung & lecker Bierchen in den Abend stürzen (kopfüber)!GEmeinsam leidet’s sich halt besser!

skAndy sagt:

Ich erwische mich schon immer so ein bisschen dabei, Niederlagen zu verdrängen. Wenn’s schlecht läuft, gibt es plötzlich wieder wichtigere Dinge als Fußball :D

Aber alles in allem schult das natürlich schon. Nur ein wenig wünsche ich mir schon die Zeit zurück in der man mit Fug und Recht behaupten konnte: „Wir haben nicht viel Geld, wir haben nicht das beste Team, aber wir sind der leidenschaftlichste und lauteste Verein.“ Denn das hatte schon was von einem ‚Way-Of-Life‘.

Andrea Hüttermann sagt:

die Fans in Madrid haben ganz sicher viel Spaß :-)))

Malaoshi sagt:

…passend, das mit dem verriegelten königsblauen Herzen :-/

Eine Niederlage – ja, das war das Hinspiel wahrlich. Das Ausscheiden aus der CL wird heute fraglos folgen. Trotzdem kann das Spiel heute auch etwas anderes als eine Niederlage sein, sogar (fast) unabhängig vom Ergebnis: CL Atmosphäre genießen, Erfahrung sammeln, Einsatz zeigen, sich als Mannschaft präsentieren, unsere Fans feiern unsere Jungs unermüdlich, und vielleicht passiert noch irgendwas Verrücktes?

…und ich meine, am Grinsen einiger Spieler, Verantwortlicher und Fans eine Einstellung erkannt zu haben, die mich wenigstens fragmentarisch hoffen lässt ;-)

derwahrebaresi sagt:

0-5

dummerweise reicht das nicht. :-(
scheiß auswärtstorregel..

malte sagt:

0:6 (Kaan Ayhan in der Nachspielzeit)
Die Antwort auf die Zusatzfrage ist 42.

Und mit Niederlagen kann ich eher schlecht umgehen:)

Carlito sagt:

“A life with Schalke makes you better, not bitter.”

Schöner Spruch! :)

SLib sagt:

Abpfiff im Bernabéo. Der FC Schalke 04 spaziert mit einem nie wirklich gefährdeten 7:2 beim Gastspiel in Madrid ins Viertelfinale der Champions League. Die Mannen von Trainer Ancelotti/die Madrilenen/Real hatte dem souveränen Auftritt der Königsblauen/Knappen/besten Verein der Welt nicht ansatzweise etwas entgegenzubieten. Matips Eigentor-Geschenk an die Spanier/Iberer/so genannten Königlichen in der 2. Minute, als er einen Kullerball von „Schnäppchen“ Bale lachend und unhaltbar für Fährmann ins eigene Gehäuse drosch, ließ der schlaksige Fußballgott noch in der ersten Halbzeit einen lupenreinen Hattrick folgen (1 Schlenzer, 1 Aufsetzer aus dem Gewühl heraus, 4x Kopfball). Noch vor der Pause erhöhte der junge Max per Seitfallzieher zum 4:1. In der zweiten Hälfte ließen es die Schalker/Bundesligisten/ Bester Verein der Welt etwas ruhiger angehen, erst in der 75. Minute versenkte Ushida einen Freistoß aus 75 Metern unhaltbar für Ter Stegen im Netz, ehe Kofi Annan (76.) und Anna Sofi (77.) alles klar machten. In der Nachspielzeit gelang dem heute extrem spurtschwachen Kleine-Welt-Fußballer des Jahres, Roland Christiansen, ein Doppelachsel zum 2:7-Anschlusstreffer, was jedoch nichts mehr bewegte. Die Gelsenkirchner/Gäste aus dem Ruhrpott/Bester Verein der Welt spielten in aller Ruhe die verbleibenden 17 Sekunden herunter. Im Viertelfinale trifft man nun auf den russischen Vertreter Sankt Putinburg, der sein Rückspiel bei Rot Weiß Lüdenscheid mit 3:0 gewann.
SO verarbeite ich Niederlagen ;-)

derwahrebaresi sagt:

schalke 3, braunschweig 0 tore

zusatzfrage:
ja, wir werden nach dem spieltag 2 punkte vorsprung auf den drittplazierten haben.