02 Mrz

Mitten ins Herz

Der Gladiator steht bereits in der vollbesetzten Arena. Seine Rüstung glänzt in der tief stehenden Frühlingssonne. Unter dem noch offenen Visier seines Helmes blitzt ein hämisches Grinsen hervor. Er weiß, dass er auch diesen Kampf gewinnen wird. So wie er bisher jeden Kampf gewonnen hat.

Zwar ist der heutige Gegner gewiß mehr als nur Löwenfutter. Aber einem Spitzen-Gladiator wie ihm kann ein Knappe wie er nicht wirklich etwas anhaben. Außerdem ist dieser Knappe geschwächt. Denn bereits in der Woche zuvor stand er in der Arena und ging schlußendlich zu Boden. Gegen einen Gegner, der schon eher in die Kragenweite des Gladiators passen würde. Nur mit Glück hat der Knappe überlebt. Nun will das Volk sehen, dass der Gladiator ihm den letzten Rest gibt.

Auch die Familie und Freunde des Knappen sitzt unter den Zuschauern. Und auch sie wissen, dass der Knappe kaum eine Chance hat. Doch insgeheim hofft jeder von Ihnen auf ein kleines Wunder. Und sollte es auch am Ende nicht reichen: Sie hoffen wenigstens, dass er sich, wenn er schon dem Tod geweiht ist, wenigstens erhobenen Hauptes verabschiedet und dem Gladiator bis zuletzt die Stirn bietet.

Doch es kommt es, wie es kommen muss. Als der Knappe unter dem Spott des restlichen Publikums in die Arena gelassen wird, stürzt der Gladiator direkt auf diesen zu und rammt ihm seinen langen Speer in die Brust. Das Kurzschwert des Knappen reicht hingegen nicht mal in die Nähe seines Kontrahenten. Nur einmal, als der Gladiator ungeschickt seinen Arm in Richtung des Schwertes schlägt, verletzt er sich und blutet etwas. Doch er lacht nur höhnisch und versetzt dem Knappen einen weiteren, letzten Hieb, der daraufhin endgültig zu Boden geht und nicht mehr aufsteht.

Der Gladiator verlässt unter tosendem Applaus die Arena und schenkt dem Knappen keine Beachtung mehr. Dieser liegt röchelnd auf dem sandigen Grund der Arena. Doch er grinst. Zwar wurde er nahezu abgeschlachtet, aber er lebt noch. Er kann sich nicht bewegen, jedoch weiss er, dass er wieder auf die Beine kommen wird. Er wird sich ein weiteres Mal in der Arena beweisen müssen, aber die stärksten Kontrahenten hat er nun überlebt.

Er dreht langsam den Kopf und sucht mit letzter Kraft die Tribüne nach seinen Freunden ab. Er will sich bemerkbar machen, zeigen, dass er noch lebt, und das alles halb so schlimm ist. Doch als er seine Familie und seine Freunde endlich auf der Tribüne ausgemacht hat, sieht er, dass diese sich schon längst von ihm abgewandt haben. Manche prosten sogar beglückwünschend dem Sieger zu.

Er lässt seinen Kopf zurück auf den Boden fallen, schließt die Augen und denkt: „Okay! Viel schlimmer kann die Hölle nicht sein.“

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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Rabenherz sagt:

Ich versteh’s nicht. Vor einer Woche war noch eitel Sonnenschein und nun ist wieder alles kacke? Mal ehrlich, die Niederlagen waren doch vorhersehbar. Fein, man darf sich drüber ärgern, dass gegen Real nach 2 Toren der Einsatz etwas fehlte. Aber sonst? Die Junge Mannschaft zahlt eben auch mal Lehrgeld. Das gleiche gestern. Nicht wirklich überraschend, was da passierte. Ein sehr frühes Tor, Konzept im Sack. Panik. Auch das sollte man der jungen Mannschaft zugestehen. Kein Grund zur Panik. Bitte nicht wieder alle Keller raus! schreien. Lieber Hoffenheim schlagen und weitermachen.

Das wäre schön. Aber ich seh‘ und höre schon wieder überall Brandherde und Unruhe…

Andrea sagt:

Und wenn er nicht gestorben ist,
dann wird er weiterspielen,
für sich und für alle die,
die sich nie abwenden.

eakus1904 sagt:

Ich wollte mir diese Woche eigentlich die Mentalität der „drei Affen“ zu eigen machen, aber das ist einfach zu gut geschrieben, um es unkommentiert stehen zu lassen.Also:

Lieber Knappe!

Ich habe deine Kämpfe gesehen, am Mittwoch war ich live in der Arena, am Samstag konnte ich nur bei der Übertragung des Gladiator-Haussenders zusehen. Ich muss sagen, ich hätte mir an manchen Stellen ein bisschen mehr Einsatz oder ein klein wenig mehr Vorsicht gewünscht. Aber selbst das hätte die übermächtigen Gladiatoren nicht in die Knie gezwungen. Von daher-geschenkt!

Es hätte mich nur für dich gefreut. Du hast dich in den letzten Kämpfen ständig verbessert und endlich hatte dein Page das richtige Öl gefunden, so dass die Rüstung nicht mehr so knarrte und du viel befreiter kämpfen konntest. Du hast die Seefahrer von Hammanburch besiegt, die heimische Arena toll verteidigt und die Pharmaburg am Rhein zwar mit Glück,aber dennoch überzeugend eingenommen. Lediglich die Ritter aus Mogontiacum bereiteten dir ein wenig Probleme, so dass dieser Vergleich unentschieden ausging.

Und nun diese Vergleiche gegen die unglaublich starken Gladiatoren aus Spanien und Norditalien. Eigentlich nichts zu verlieren,nur ganz viel zu gewinnen. Am Ende kam es so, wie wir es alle nicht wollten, aber dennoch hinnehmen müssen. Die Gladiatoren sind über dich hergefallen und wollten dich zerstören.

Aber niemand kann einen blau-weißen Knappen zerstören!!! Auch wenn man noch so viel auf dich einschlägt,du wirst immer wieder aufstehen und zeigen:“Hier bin ich, der Knappe von GE! Kommt doch her,ich nehme es mit euch allen auf.“ Und wenn dich dann alle belächeln und schlimme Sachen über dich schreiben, es stört dich nicht. Auch wenn Teile deiner Freunde und deiner Familie vor Scham am liebsten im Boden versinken würden, am Ende halten sie wieder alle zu dir. Auch wenn sie sich streiten und diskutieren, ob und was du hättest besser machen können. Denn deine Freunde wissen, dass es nur gemeinsam geht. Und sind wir ehrlich- wir haben ja schon viel schlimmere Sachen gemeinsam durchgestanden!

Lieber Knappe, komm hoch aus dem Staub und lass uns ein Horn voll mit gutem Met zu uns nehmen. Die Familie bringen wir schon wieder auf Kurs. Ich helfe dir, deine Wunden zu säubern und zu verarzten, damit du am Samstag frisch und gestärkt in den Kampf mit diesen neumodischen Rittern aus Baden-Württemberg gehen kannst. Ich bin sicher, dort kannst du deine Stärken wieder ausspielen und einen Sieg davon tragen. Ich glaube an dich!

(Und falls es doch nix wird, bleibt mir ja immer noch der Met.)

derwahrebaresi sagt:

2 x 3 macht 4
Widdewiddewitt und Drei macht Neune !!
Ich mach‘ mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt ….

sorry jungs @eakus und skandy,
aber das ist m.e. bullshit.

gladiatoren haben sich nicht „abschlachten“ lassen, auch wenn sie chancenlos waren, sie haben sich bis zum letzten atemzug gewehrt.

und das ist das, was ich von dieser truppe auch erwarten kann.
mannschaften wie augsburg o. hertha haben den bauern mehr paroli geboten, als dieser lustlose haufen am samstag.
das sich die anhängerschaft dann in sarkasmus flüchtet, ist nur verständlich.

@Aber niemand kann einen blau-weißen Knappen zerstören!!!
richtg, nur sie selbst.

papa04 sagt:

Wer wandte sich ab? Bis zum Ende des Kampfes habe ich ihn besungen und das Banner des web04 im Winde geschwenkt! Auch als ich mich mit dem Pulk zu den Pferdewägen begab, sang ich die Minne für den Knappen. Doch die Freunde des siegreichen Gladiators blieben stumm.

eakus1904 sagt:

derwahrebaresi

schrieb am 3. März 2014 um 12:41 Uhr:

2 x 3 macht 4
Widdewiddewitt und Drei macht Neune !!
Ich mach’ mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt ….

Hätte Andrea Nahles nicht besser hinbekommen!