10 Jan

Einmal Real Madrid sein!

Das weiße Ballett. Unmittelbar denkt man an di Stefano und Netzer, Bale und Ronaldo, Beckham und Raúl oder an Butanegro, Puskás, Figo, Hagi, Ronaldo und wie sie alle heißen. Ein Ensemble – eine Startruppe – ein Selbstverständnis der Unbesiegbarkeit und ein Selbstbewusstsein groß wie ein Hochhausblock. Und gerne hätte ich eins von diesem Verein: Nein, nicht die Trophäen in den Schränken und auch nicht die Füße und Beine der Galaktischen, die nur in Gold aufzuwiegen sind. Ich möchte nicht den Status eines „königlichen“ Fußballclubs, nicht die Marketing-Maschinerie, die jede Transfersumme durch Millionen von Trikotverkäufen wieder wett macht (auch wenn Herr Jobst stark daran arbeitet). Ich möchte noch nicht einmal das Estadio Bernabeu.

Ich will nur einmal ein so schlichtes und schick anmutendes Trikot wie der Real Madrid Club de Fútbol für meinen FC Schalke 04. Nicht, dass ich mit dem unzufrieden bin, was Adidas bei uns Jahr für Jahr abliefert (den Sponsor auf der Brust braucht kein Mensch – das ist klar), aber das strahlende weiß – minimal akzentuiert mit einem Hauch von Schwarz, Gold oder Blau ist sowohl in Anbetracht schlichter Schönheit, als auch als dekadenüberdauerndes Markenzeichen nur schwer zu schlagen. Modelle aus den letzten Jahren, die besonders hervorzuheben wären, die Trikots aus der Saison 2011/12 sowie aus der Spielzeit 2005/06.

Fun-Fact: ‚Ganz in weiß‘ sang einst Roy Black. Welch Ironie.

Nun ist es nicht so, dass die Königlichen der einzige Verein sind, der in Sachen Leibchen-Design unsere Königsblauen schlägt. Hier eine kleine Auswahl an Highlights:

Während die einen (s.o.) ganz in Weiß spielen, gilt für die „All Blacks“ genau das Gegenteil. Die Rugby-Nationalmannschaft von Neuseeland kehrt die Maßgabe an die Helligkeitsstufe (Ja, ich Profiklugscheisser weiß, dass Schwarz und Weiß keine Farben sind) ihrer Trikots exakt um. Nicht weniger schön weil schlicht sind diese Jerseys – nur hat es nicht ganz den Hauch von Leichtigkeit und Eleganz. Aber wer braucht den auch schon, bei solchen Moves:

httpv://www.youtube.com/watch?v=43XjikZIjDE

Auch als Standbild machen die Jungs sich ganz gut. Nette Typen, oder? Die Einladung zum gemütlichen Kaffeetrinken mit Tante Inge ist schon raus.

Unglaublicherweise hat es sogar Nike in diese kleine Auswahl geschafft. Eigentlich halte ich von den Entwürfen der US-Firma nicht viel, aber die 2012/13-Trikots von Celtic Glasgow stechen aus der sowieso schon wunderschönen Trikot-Galerie des Celtic FC heraus. Besonders ohne Sponsorenaufdruck sieht das zeitlose grün-weiß einfach klasse aus. An diesem Trikot ist nichts überflüssig und es fehlt ihm an nichts. Ein schlichter Kragen – die Streifen nicht zu dünn und nicht zu dick. Ihr merkt, ich komme ins Schwärmen. Bevor ich mich anhöre wie Marcel Reif bei einem überzeugenden Bayern-Sieg, halte ich jedoch lieber den Mund. Schaut selbst.

Neben dem Leibchen des glorreichen FC Schalke 04 trug Ebbe Sand auch ein anderes extrem ansehnliches Trikot. Als Dänemark 2004 bei der EM ins Viertelfinale kam, waren sie dabei um Längen besser angezogen als z.B. der spätere Sieger Griechenland oder gar Gastgeber Portugal. Das liegt nicht zuletzt am Ausrüster, dessen Heimat eigentlich im Handball liegt, aber bis 2006 auch die Trikots für unseren nördlichen Nachbarn herstellte, bevor Adidas auch hier übernahm und mal wieder einen „Kleinen“ rauskickte. So geschah es erst zuletzt bei der Englischen Nationalmannschaft und dem nun Ex-Ausrüster Umbro. Einziges Manko des 2004er Jerseys: Die Typo der Rückennummern. Dafür gehört der zuständige Designer bestraft – mein Vorschlag: Moby Dick komplett in Comic Sans lesen.

Zu guter letzt dürfen unsere Nachbarn nicht fehlen. Vorteil des Auswärts-Modells von der WM 2010? Es hat keinen fetzten Oranje an sich. Ein roter Diagonalstreifen, ein blauer Diagonalstreifen ergeben eine Schärpe, die an Klassiker wie River Plate erinnert. Der Rest ist weiß – unten noch ein wenig blaues Gefitzel. Was solls? Das edle Logo des Koninklijke Nederlandse Voetbal Bond gibt dem Trikot den Rest.

Und jetzt die Frage an euch: Mal abgesehen vom königsblauen Trikot – was ist euer Lieblingsdress in der großen weiten Fußballwelt?

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omenanto sagt:

Ich mag das von der italienischen Nationalmannschaft sehr

Basti sagt:

Sehr sehr nette Auswahl. Ich muss sagen, dass ich immer ein riesen Fan von Trikots war. Mittlerweile habe ich eine Sammlung die zu 60% aus nicht Schalke Trikots besteht. Eines der schönsten war für mich von Turnier zu Turnier immer das Kroatien-Trikot, da mir das Karomuster immer sehr gefallen hat.
Hier mal das aktuelle zum gucken:
Klick

schalker71 sagt:

FC Nantes von 1985. Ein Traum in Gelb und Grün. Herrlich…

SimSch04 sagt:

Oh mein Gott, @Schalke71 – Nicht. Mein. Geschmack. :)

Lippowski sagt:

Mochte immer das Dinkel-Acker VfB-Trikot:
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/media.media.a378f177-0a88-4b41-9f98-aa4a514e0ca4.normalized.jpeg

und das alte von Juve:
http://www.sportsignings.com/images/products/products/OTHER/juve4.jpg

Finde es grundsätzlich gut, wenn man ein markantes Design-Merkmal (wie Brustring oder Streifen) traditionell fortführt. Bei Schalke habe ich immer auf ein schlichtes Modell gewartet. Ich finde das aktuelle blaue ganz ok. Es war das erste, dass ich mir seit Jahren gekauft habe.

eakus1904 sagt:

Einen speziellen Favoriten abgesehen von Schalke-Trikots habe ich nicht. Aber mir gefallen vor allem einfarbige Modelle, bei denen der Sponsor nicht extrem heraussticht. Gladbach hat das ne zeitlang gut hinbekommen, aber seit dieser gelben Bank auf der Brust ist auch das Geschichte.

Ich stimme dir übrigens zu: Was das Heimtrikot angeht,können wir uns auf Schalke wahrlich(noch) nicht beschweren.

Horst Fuchs sagt:

Ich widerspreche dem Schreiberling und sage Portugal 2004-2008. Besonders 2006 und 2008 sind schlicht ein Augenschmaus.

SimSch04 sagt:

Der Schreiberling aka Autor formerly known as Ich widerspricht seinerseits.
Wenn wir über das selbe Trikot reden (http://www.em2004.de/teams/images/portugal.jpg), muss ich sagen, dass diese grüne Schweißstreifen unter dem Arm so wie die frontalen Nummern keine Augenweide sind. Von überall laufen gelbe Streifen über das Jersey. Das ist mein Prototyp von Nikes overdesigning.

Phil sagt:

Also das Heimtrikot der Saison 2002/03 kam in seiner Schlichtheit schon nah an die Real Madrid-Modelle ran. Aus heutiger Sicht ist lediglich der Schnitt (Vokuhila, sehr weit) extrem fragwürdig.

Detlef (Doktor_d) sagt:

Nein, nie Real Madrid. Nicht mal wegen der Trikots.

Hatte Schalke nicht auch schon mal recht schöne Weiße Trikots. Fragt mal in Mailand nach, die wissen dass, da bin ich mir 2:5% sicher ;-)

Meine persönlichen Favoriten sind die Nationaltrikots von Peru und Argentinien.
Allgemein finde ich Trikots mit Längsstreifen Klasse. Derzeitige Favoriten in der Bundesliga sind Hertha und Frankfurt.
International zum Beispiel West Bromwich Albion oder Atletico Madrid.

SimSch04 sagt:

@BJ: Stimme dir weitgehend zu. Nur das Holland-Beispiel ist ein ganz schlimmes, finde ich, da auch die 2004er Edition. Die spätere Variante mit dem Kreis um die Nummer fand ich da schon ein wenig konsequenter und mal was echt neues, was nicht direkt scheiße aussieht. (http://www.oldfootballshirts.com/img/shirts/295/netherlands-home-football-shirt-2005-2006-s_17137_1.jpg)

Muss gerade nochmal feststellen dass das 2010er Holland/Away auch nen Knaller ist: http://wm-trikot.com/wp-content/uploads/2010/01/holland-trikot-weiss.jpg

Mupfin04 sagt:

Sämtliche Pauli Trikots. Liegt wahrscheinlich dadran das ich nicht mal krabbeln konnte, als ich das erste mal am Millerntor war ;)