Kann denn Mode Sünde sein?

Fußball und Mode, passt das überhaupt zusammen? Auf den ersten Blick: Nein! Die Glitzerwelt von Lagerfeld, Gucci und Prada hat nicht wirklich etwas mit verschwitzen Spielertrikots und vor Matsch triefenden kurzen Hosen zu tun. Gerade Schalke 04 verbindet man eher mit harter, körperlicher Arbeit als mit der neuesten Kollektion aus Paris. Auch bevorzugt man in einem Fußballstadion eher das frisch gezapfte Pils als einen guten Moet & Chandon. Aber halt! Ganz so extrem sind die Unterschiede gar nicht mehr. Die „Upper Class“ hat längst das Event Bundesliga für sich entdeckt und auch die Marketingabteilungen der Vereine lassen sich immer wieder neue, tolle Sachen einfallen, um eine möglichst große Masse an Kund..äh Fans zufrieden zu stellen. Und wenn man sich die Preisentwicklung eines Vereinstrikots in den letzten 15 Jahren ansieht, nähert man sich da auch immer weiter den überteuerten Kleidungsstücken oben genannter Designer an.

Es gab Zeiten, da war der Schalke-Fanshop in einem kleinen Raum am Marathontor des Parkstadions untergebracht und nur stundenweise geöffnet. Die Auswahl der Produkte war überschaubar und zu 99,9% in den Vereinsfarben gehalten. Heute plant man einen „Megastore“ auf dem Vereinsgelände und in den Filialen sowie im Internet besteht die Möglichkeit, so ziemlich für jede Situation die passende S04-Kleidung zu erhalten. Nur einen Schalke-Blaumann sucht man bisher vergebens. Komisch irgendwie, nichts wäre passender, oder?

Ja, es hat sich einiges verändert. War aber schon immer so und wird wahrscheinlich auch so weitergehen. Vom Anzug mit Hut und Krawatte über selbstgenähte Schals und Fahnen sowie Kutten (die selbstverständlich nicht gewaschen werden durften) bis hin zum salonfähig gewordenen Fußballtrikot, welches ganz selbstverständlich unter dem Sakko getragen wird. Und in einigen Jahren holt man dann die Bilder aus dem Fotoalbum, welches sich natürlich nicht im Regal des Wohnzimmerschrankes sondern auf der Festplatte des Computers befindet, und denkt sich: „Mein Gott, wie wir damals rumgelaufen sind!“ Diese Augenblicke, für den Betroffenen unter Umständen peinlich, für die anderen umso lustiger, beschränken sich eher auf den persönlichen Bereich.

Aber es gibt auch solche Momente, die durch die große mediale Präsenz des Fußballs für die breite Öffentlichkeit zugänglich waren und zum Schmunzeln, Kopfschütteln oder zum Fremdschämen bzw. wütend werden beigetragen haben. Daher nun hier, exklusiv im Web0.4, eine Liste der schlimmsten Modesünden rund um den FC Schalke 04. (Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und darf gerne im Rahmen der Kommentarfunktion ergänzt werden!)

Platz fünf: Geht nicht an einen Schalker, sondern eine Gastmannschaft. Der VfL Bochum lief im kleinen Revierderby in der Saison 2009/2010 in einem zarten Rosa in der Arena auf und sorgte daher für einige Lacher auf königsblauer Seite sowie für ordentlichen Ärger bei den eigenen Fans. Okay, lag wohl auch an der Leistung und zudem waren die Anhänger Kummer gewohnt, wenn man sich nur an die Paradiesvogeltrikots der aus den 90ern erinnert. Damit hielt man aber zumindest noch die Klasse. Im Jahr 2010 stieg man aus der Bundesliga ab.

Platz nullvier:Was der VFL kann, können wir schon lange“, dachte sich wohl Felix Magath, als er knapp ein Jahr später das „Ultra Beauty“ Jersey aus dem Hut zog. Immerhin: Beim ersten Einsatz holten wir den DFB-Pokal. Sportlich ist dem Dress also nichts vorzuwerfen. Nichts desto trotz sorgte dieses Brombeerfarbene Trikot immer wieder für Unmut bei den Fans- und das völlig zu Recht!

Platz drei: Schlimmer geht nimmer, denkt ihr?? Nun ja, schauen wir doch einmal auf diese hübsche Internetseite und da in die Saison 1994/1995 Übrigens: Ursprünglich waren die Streifen wohl gar nicht in blau, sondern tatsächlich in schwarz gehalten. Das war aber den Verantwortlichen damals wohl doch einen Nummer zu groß und das Trikot wurde farblich ein wenig nachgebessert. Dennoch- muss man nicht haben!

Platz zwei: War das ein Auftritt im Sportstudio nach dem UEFA-Cup Sieg. Doch Moment, wie kann man denn so eine modische Sünde begehen? Geht ja mal gar nicht, der Jiri Nemec im Anzug!!! Der gehört in Ballonseide und Adiletten! (P.S.: Die Krawatten waren auch nicht gerade die tollsten….)

Platz eins: Macht wütend, traurig und lässt einen nur mit dem Kopf schütteln. Wir reden von Vollpfosten. Zum Glück trifft man diese Spezies in der Arena relativ selten, andere Vereine haben mit diesen geistig armen „Thor Steinar“ oder „Consdaple“-Trägern wesentlich mehr Probleme. Auch der blau weiße Schalke Schal mit dem schwarz-weiß-roten Seitenaufdruck „Deutscher Reichsmeister“ ist Gott sei Dank fast gänzlich verschwunden und wird nicht mehr, wie es leider mal der Fall war, bei fliegenden Händlern rund um das Stadion bzw. am Bahnhof zum Kauf angeboten. Macht das Ganze aber nicht besser und sollte strikt bekämpft werden. Solltet ihr also solch eine Modesünde entdecken, zögert nicht, einzuschreiten. Feuerzeugbenzin kann hier Wunder wirken, notfalls tut es aber auch der nächste Mülleimer!

Henning

Henning

Fakten:
Movember-Beauftragter | Jahrgang '79 | Wohnhaft in Herne, der Perle Westfalens | Enkelaus Kohle und Stahl | Unheilbar 19. Mai-geschädigt | Meister 20..
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