Fast ein Spielbericht

Klaas-Jan Huntelaar hatte sich einiges vorgenommen. In Richtung Champions League sollte es gehen. Und tatsächlich hat er dann eindrucksvoll gezeigt, was man mit unbedingtem Willen erreichen kann.

Da ich noch Oma und Opa besucht hatte (kein Witz!) lief das Spiel schon seit 5 Minuten, als ich nach Luft ringend in die Wohnung stürmte, um den passenden Sender aufzurufen.

0:1! Verdammte Axt. Geht das schon wieder los? Wichtiges Spiel und wir verpassen den nächsten wichtigen Schritt? Schnell Schuhe und Jacke über die Frau geworfen und den Stammplatz auf der Couch eingenommen.

Neustädter fängt den Ball ab, spielt blitzschnell auf Huntelaar, der quer auf Bastos. 1:1. „Schaaaatz! Toooor!“ Meine Frau interessiert das herzlich wenig. Sie freut sich aber, wenn ich mich freue. Ist ja auch viel wert.

Von da an spielt nur noch Schalke. Meine anfängliche Angst kippt langsam gen Euphorie. Einwurf auf Huntelaar. Der überlupft sich irgendwie selbst, Draxler kontrolliert die Murmel irgendwie und legt irgendwie quer. Wieder auf den Hunter. Der ist irgendwie nach dem Lupfer an den 5-Meter-Raum gespurtet und netzt irgendwie locker ein. Ohne Schrei. Also ich jetzt.
Aber die Faust geballt und pure Erleichterung im Gesicht. Meine Frau gibt Highfive. Brav.

Jetzt bloß keinen mehr fangen. Wir sind noch lange nicht durch! Puh, erstmal Halbzeit.

Nach dem Wiederanpfiff versucht der HSV – glücklicherweise nur vergeblich –  etwas Druck aufzubauen. Bis auf den Pfostentreffer nach einem van der Vaart Freistoß ist mir aber auch nichts zwingendes auf- bzw. den Hamburgern eingefallen.

Auf der anderen Seite macht Schalke es dafür um so besser. Raffael, der ein unheimlich starkes Spiel gemacht hat, kam über die rechte Grundlinie und serviert dem Hunter einen maßgeschneiderten Flugkopfball. 3:1. Das war’s endgültig! Die Entscheidung! Nach meinem obligatorischen Siegertänzchen und der zwingend dazugehörenden Scheibenwischergeste meiner Frau konnte ich den Rest des Spiels einfach nur noch genießen.

Schalke gewinnt gefühlt 100% der Zweikämpfe, und es wurde ein Angriff nach dem anderen aufgezogen. Nach einem Slapstick-Kuddelmuddel mit anschließender Draxler-Flanke steht es 4:1. Der Hunter! Schon wieder!!! Steht halt immer richtig. Auch das muss man können. Wir hätten noch 2-3 Tore machen müssen sollen können. Ein wahnsinnig gutes Gefühl. Hamburg war mit vier Gegentreffern noch bestens bedient.

Mit drei Punkten vor Frankfurt haben wir nun beste Chancen den 4. Tabellenplatz zu halten. Es muss „nur“ so weitergehen…

Sebastian

Sebastian

Fakten:
Schlagstockbeauftragter | Jahrgang '86 | Wohnhaft in Castrop-Rauxel | Drummer | Meistens auf'm Schlauch | Große Fresse | #fcknzs
Sebastian

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