10 Apr

Wir bilden dich: Gerüchteküche

Ihr kennt das. Die gedruckte Presse und sonstige Medienvertreter – und auch solche die es gerne wären – kommen ständig mit Gerüchten um die Ecke. Spieler XY wechselt zu Verein XY. Ganz sicher! Verein XY hat: Interesse an…, baggert an…, hat dessen Berater kontaktiert… etc. pp. …  Egal ob Bodenpersonal, Trainerposten oder andere Offizielle eines Vereins. Ständig wird etwas behauptet.

Das Problem ist nur, dass dies meist an den Haaren herbeigezogen ist. Einige Treffer werden dabei schon erzielt. Das bleibt natürlich bei der Masse an Gerüchten nicht aus. Trial & Error. Das führt dann sogar soweit, dass einige Internetplattformen nur aus diesem Grund existieren und jedes noch so kleine Gerücht in die Welt setzen, beziehungsweise dieses mit Freude weiterverteilen. Dem Fan, ein simpel gestrickter Ottonormalverbraucher (Wir nenne ihn der Einfachheit halber mal Otto), werden damit Hoffnungen geschürt.

Er liest im Internet, dass sein Verein an dem Weltstar aus Champions-League-Hausen interessiert ist. Da denkt Otto: Boah, geil, ey! Dass der Spieler allerdings mehr Wert hat, als der gesamte Kader des eigenen Vereins, wahrscheinlich auch 17mal so viel Gehalt bekommt und wohlö auch weiterhin bekommen möchte und der Deal niemals realisierbar sein wird wird dann schnell vergessen. Vom Otto. Und von den Schreibern gerne unterschlagen. Irgendwann endet dann die Transferperiode und der Otto denkt, dass gleich sicher noch schnell das oder zumindest der Messias vorgestellt wird.

Aber Pustekuchen. Otto ist enttäuscht und schimpft auf das Management seines Klubs. „Warum hat das nicht geklappt?“ denkt sich Otto. Schlechte Laune macht sich breit. Beim nächsten Heimspiel muss man erstmal ordentlich pfeifen, über die Luschen schimpfen, die da statt des erwarteten Helden auf dem Platz stehen. Der eine ist zu schlacksig, der andere trifft das Tor nicht, und der Torwart fällt sowieso wie eine Bahnschranke mit Gicht. Uber den Manager brauchen wir gar nicht erst sprechen – Der kann doch nichts!

Otto ist stinkesauer. Immerhin muss das alles ja gestimmt haben – Sie haben es ja sogar im Fernsehen gezeigt. Er versteht die Welt nicht mehr. Mit dem Messias aus der Superliga hätte man die Meisterschale schon sicher. Zwei mal in einem Jahr. Mindestens.

Wer weiß, vielleicht stößt der Otto ja mal eines Tages beim Surfen durch die Gerüchteküchen durch puren Zufall auf diesen Blog. Und versteht dann. Und glaubt der Presse nicht mehr blind. Und pfeift nicht mehr. Weil er endlich aufgeklärt und gebildet wurde.

Vom Web 0.4!

Sebastian

Sebastian

Fakten:
Schlagstockbeauftragter | Jahrgang '86 | Wohnhaft in Castrop-Rauxel | Drummer | Meistens auf'm Schlauch | Große Fresse | #fcknzs
Sebastian
Logen sagt:

Toller Artikel.

andres sagt:

ganz zu schweigen von dem menschenbild, das transportiert wird, wenn all diese armen messiasse ständig „gejagt“ werden

DanielKu sagt:

Ach, so läuft das!

Gruß
Otto

König Otto sagt:

■“In diesem Geschäft gibt es nur eine Wahrheit: Der Ball muß ins Tor.“

Herr Wieland sagt:

Richtig, vielen Ottos fehlt es an Medienkompetenz. Aber ob das der Grund ist, dass Otto bei einem Matip-Fehlpass pfeift? Das glaube ich eher nicht.