Who the f#!k is Arsenal London

Chronischer Gesichtsmuskelkrampf, eine in Blau-Weissen Kreisen auftretende Krankheit, die durch euphorisierende Glücksgefühle im Umfeld eines Vereins aus dem Ruhrgebiet ausgelöst wird. Die Inkubationszeit beträgt 2 mal 90 Minuten, Heilung ausgeschlossen. Hinter uns liegt eine Woche der Freude und des Stolzes was diese Mannschaft in den letzten Wochen geschafft hat.

Es war mein zweiter Londonbesuch in diesem Jahr. Noch im März war ich vor Ort um diese Stadt an der Themse kennen und lieben zu lernen. Eine Stadt in die man sich verlieben muss; die engen Gassen der Vororte, die alten englischen Reihenhäuser und eine Atmosphäre die einen an alte englische Fußballfilme denken lässt. Diese Stadt IST Fußball. Im März noch im Craven Cottage zu Gast, sollte es diesmal tatsächlich zu einem Spiel der Schalker ins Emirates gehen.

Wie schon im März bin ich auch diesmal mit dem Schalke Fanclub UK auf die Reise gegangen. Mit dem Bus ging es um 3:30 los Richtung Calais, anschließend rüber mit der Fähre, um schließlich gegen 14 Uhr am Hotel in Euston einzuchecken. Ohne sich lange aufzuhalten wurden Tagestickets für die Underground gezogen um so schnell wie möglich zur Oxford Street zu kommen, schließlich hatten wir nur knapp 2 Stunden Zeit um alles zu kaufen was einem aufgetragen wurde. Das nächste Ziel des Tages, der Pub „The Boot“, musste vor 17 Uhr erreicht werden. Das dort geplante Meeting mit den einheimischen Membern war im Vorfeld organisiert worden, und auch die Kartenausgabe fand vor Ort statt.

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Ich war gespannt auf das Stadion, die Vorfreude wuchs, es sollte endlich losgehen. Mit der Underground fuhren wir ab Kings Cross bis zur Arsenal Station um auf einer dieser kleinen gemütlichen Strassen in Highbury zu landen. Eine Strasse mit den typischen Reihenhäusern, in den Vorgärten teilweise selbst gemauerte Imbissbuden, in denen es wirklich leckeres Essen, zu einem fairen Preis gab. Alle Leute denen ich dort begegnet bin waren unglaublich gastfreundlich, aufgeschlossen und man unterhielt sich über Personalpolitik des AFC und den Umzug aus dem alten Arsenal Stadium, mit dem scheinbar nicht alle sehr glücklich sind. Das alles fand in unglaublich freundschaftlicher und entspannter Atmosphäre statt, nie hatte ich den Eindruck nicht willkommen zu sein. Selbst Polizei und Ordner ließen sich vollquatschen ohne dabei abweisend und distanziert zu wirken.

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Auf diesem Wege erfuhren wir dann auch ganz genau was es mit der Alkoholsperrzone rund ums Stadion auf sich hat und wie die Zuschauer nach dem Spiel abfließen würden. Das Emirates selbst fand ich hingegen weniger beeindruckend, auch wenn man es sich natürlich nicht nehmen ließ zu posen und Fotos zu machen. Erwähnenswert ist noch der Arsenalfan der mich fragte ob er ein Foto zusammen mit dem „Schimanski guy“ machen darf.

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Bei der Einlaßkontrolle dann das übliche heavy petting, ehe man tatsächlich den Block erreichte. Die Anweisung „Take any seat“ ließ mich allerdings staunen, fragte ich mich doch wie das bei ausverkauftem Block kurz vor Anpfiff funktionieren soll. Sei es drum. Jeder Schalker, zumindest so wie ich es mitbekommen habe, erlebte das Spiel sicher und entspannt im Block und es gab sicher nicht wenige die sich ernsthaft Gedanken machten, ob tatsächlich Arsenalfans zum Spiel kommen. 15 Minuten vor Anpfiff war die Bude, ausgenommen der Schalker Block, so gut wie leer. Ein Ordner erklärte mir später, das aufgrund des Alkoholverbotes vorm Stadion bis zur letzten Sekunde gesoffen wird um möglichst lange den Pegel aufrecht zu erhalten. So sind’se die Engländer.

Zum Spiel selbst werde ich mich jetzt nicht mehr lange auslassen, das haben andere längst vor mir getan und so die Abreise und die 11 Stunden im Bus um einiges verkürzt und angenehmer gestaltet. Schon geil diese Schalkeblögge. Eins nur: Kam es nur mir so vor, oder sollten Farfán und Uchida dringend Hereingaben von der Grundlinie trainieren? Mir kam es so vor als seien die beiden gefühlt ein Dutzend mal zu dieser durchgekommen und nie hat der Ball gefährlich die Mitte erreicht. Aber das ist ja schon Jammern auf ganz hohem Niveau. Null zu Zwei eingetütet das Ding, nach meiner Einschätzung absolut verdient und auch die englischen Zeitungen am nächsten Morgen gaben dies exakt so wieder. Zum Support im Stadion: Schalke Hui, Arsenal Pfui. Klares Heimspiel in London. Das heimische Publikum konnte nur 2 mal kurz vernommen werden, ansonsten war man scheinbar mit wichtigeren Dingen beschäftigt. Einen derart schlechten Heimsupport habe ich noch bei keinem Spiel erlebt.

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Übrigens sollten sich deutsche Polizisten und Ordnungskräfte dringend eine Scheibe bei ihren englischen Kollegen abschneiden. Der gesamte Aufenthalt in der Nähe des Stadions und während des Spiels war ein Beispiel wie Deeskalation funktioniert und wie man mit Fans umgehen muss. ALLE die mir begegnet sind, ob draußen, oder im Block, waren freundlich, hilfsbereit und jederzeit daran interessiert den Stadionbesuch zu einem Erlebnis zu machen. Von Respektsbekundungen nach dem Spiel (Well done, Great Support) mal ganz zu schweigen.

Ein gelungener Trip in eine Stadt, in die ich mich verliebt habe.

Glück auf!

 

 

Kevin

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Technikbeauftragter des Web 0.4
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