17 Sep

Sicher, sicher…

Ganz, ganz, ganz vielleicht war es da im beschaulichen Fürth ja sogar Huub Stevens Sieg. Man möge sich ausmalen, was er dem in der ersten Halbzeit kaum stattfindenden Jule mit auf dem Weg in die nächste Unterrichtsstunde gegeben hat. Mag sein, dass er es sogar doppelt abbekommen hat; den Neuen auf der rechten Seite darf man noch nicht anknurren. Ibi hatte ja gar keine Zeit mit der restlichen Offensivabteilung zu trainieren, schließlich befanden diese sich ja allesamt bei ihren Nationalteams. Natürlich entstehen da Abstimmungsprobleme, weil Afellay nicht Farfán und Schalke nicht Barcelona ist. Beides eher wenig bedauernswert.

Und ganz, ganz vielleicht war es sogar noch krasseren Verständigungsproblemen geschuldet, dass der wesentlich offensivstärkere rechte Verteidiger Uchida nur auf der Bank saß, statt dem Hunter noch ein paar eben doch nur 99 Prozentige auf den Fuß zu legen. Denn schaut man sich die letzen Halbrunden an, sieht man, dass wann immer ein Neuer auf dem rechten Flügel gestellt bzw. getestet wurde, Uchida nicht die erste Wahl war.  Mag eben auch sein, dass es gar nicht so einfach ist, einen Asiaten mit einem Europäer ohne eigens antrainiertes Vokabular auf die rechte Bahn zu stellen. Zugegeben, diese Theorie hätte sich ein, zwei „ganz“ mehr verdient, für auffällig halte ich das aber allemal…

Immer hin noch ganz vielleicht und überhaupt waren diese Nationalmannschaftsausritte ja für die zeitweise optische Überlegenheit der Franken verantwortlich!? Schließlich konnten diese sich – fast komplett – zwei Wochen lang auf den Gegner vorbereiten und hatten mit Edú jemanden in ihren Reihen, der die aktuelle Mannschaft und Spielweise der Knappen bestens kennen dürfte…

Vielleicht hätten wir mit einem Hunter in bestechender Form die Fürther sogar noch richtig abgeschossen. Wie viel Sicherheit hätte es Afellay geben können, wäre er in der ersten Halbzeit als genialer Vorbereiter da gestanden. Niemand hätte sich in der zweiten Halbzeit seine „vernichtenden“ Zweikampfwerte angeschaut. Ich gebe mich aber damit zufrieden, dass Klaas dieses Wochenende ohne Treffer bleibt, wenn er dafür am Samstag seine Quote mit einem Doppelpack wiederherstellt. D’accord?

Wobei ich mir fast sicher bin, dass wir den Bayern noch nicht genug entgegen zu setzen haben. Aber vielleicht ändert sich das zwischenzeitlich auch, denn schon in Piräus könnte unsere Kreativabteilung ihrem Namen gerecht werden.

Denn sicher bin ich mir, dass der Funke nur einmal überspringen muss, um das Schalker Feuerwerk zu zünden. Unsere Abwehr macht – zumindest im Zentrum – einen saustarken Eindruck – das Wort sicher erspare ich euch hier – da kann sich das Team vorne in Ruhe ausprobieren.

Ganz sicher bin ich mir sogar, dass wir am Samstag das Tor des Monats September gesehen haben, dessen Eroberung um 17.15 Szabolcs Huszti sich schon sicher – ‚tschuldigung – gefühlt haben mag. Was war das für ein Moment, während man sich als königsblauer Zuschauer noch gefragt haben mag, wie das alles Enden soll… Draxler legt sich den Ball an der Seitenlinie vom linken auf den rechten Fuß, umschifft so seinen Gegenspieler, zieht nach innen, macht noch acht Schritte mit zwei weiteren Ballkontakten und lässt den rechten Hammer sprechen. Der Ball fliegt und fliegt und fliegt und verliert auch über diese große Distanz zu keiner Zeit das Prädikat unhaltbar. Da kann der Keeper – entgegen den Aussagen einiger Kritiker – stehen wo er will! Wahnsinn. Als nach gefühlten 10 Sekunden mein Herz wieder zu schlagen begann, stellte sich ein Gefühl ein, dass nur von einem dieser berüchtigten Schmetterlingsflashmobs, von denen Teenager stets berichten, getoppt werden kann. Da ändern auch 50 lahme Spielminuten nichts dran.

Ganz, ganz langsam, aber eben auch ganz, ganz sicher spielt und redet sich dieser Holtby immer mehr in mein Herz. Als Liga Total Experte Frank Rost vor dem Spiel anmerkte, dass jeder dieser Akteure „da vorne“ ein Spiel alleine entscheiden könnte, meinte er vermutlich genau das: Egal, was 87 Spielminuten lang passiert oder eben ausbleibt; hat dann einer wie Holtby seinen genialen Moment, zappelt das Ding im Netz. Herrlich. Weiter so. Da darf er nachher im Interview meinetwegen sogar „Draxby“ sagen…

Ganz, ganz, ganz sicher läuft es gerade noch lange nicht rund, aber äußerst gut. Die erste Saison-Niederlage wird vermutlich nicht mehr all zu lange auf sich warten lassen, doch ich hoffe, dass wir alle mit genügend Verstand und Courage ausgestattet sind, trotz Dieser den Teufel nicht an die Wand zu malen, und glaube fest daran, dass wir in dieser Saison noch reichlich Spaß mit unserem jungen Team haben werden. Wie geil ist das denn überhaupt, dass die vermeintlich zweite Garde – diesmal in Person von Barnetta – dann eben auch das zwonull vorbereitet?

Ganz, ganz, ganz, ganz sicher: Wir haben mehr Qualität, als man braucht, um Titel zu holen. Der Rest ist Einstellung und Glück.

Ich freue mich, dass es schon am Dienstag weitergeht. Vielleicht ja sogar mit einem wichtigen Auswärts Sieg. Neee, ganz sicher!

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

Letzte Artikel von Andreas (Alle anzeigen)

Matthias sagt:

Richtig! Der Keeper steht bei Draxlers Tor da, wo er stehen muss. Oder sollen demnächst Torhüter grundsätzlich auf der Torlinie stehen, sobald sich der Ball im Besitz des Gegners befindet? OK, das würde Steil- und Chippässe einfacher machen. Dann jedoch würden die Kritiker klagen, dass der Keeper doch nicht auf der Linie kleben dürfe.

Grundsätzlich ist jeder jeder Ball haltbar. Jede Stelle eines Tores kann von einem Bundesliga-Torhüter abgedeckt werden. Dieses Experten-Gelaber von wegen „Stellungsfehler“ ging mir am Samstag ebenfalls gewaltig gegen den Strich.

Strom sagt:

Schön,wenn du immer so bierselig schreibst. Aber hat draxler nicht mit rechts geschossen?

skAndy sagt:

In diesem Falle – wenn der Ball sich erst kurz vor der Latte entscheidend senkt – hinge der Torwart am Besten an Selbiger! Hängungsfehler, quasi!

skAndy sagt:

Natürlich hat er mit rechts geschossen! Kann ich links und rechts?

bea04 sagt:

links is da, wo der Daumen rechts is….

skAndy sagt:

Rechts ist da, wo der Daumen bei mir nach unten zeigt!

Johannes sagt:

Der war gut …

derwahrebaresi sagt:

D’accord!

Carlito sagt:

Schließe mich derwahrebaresi an und sage: D’accord! :)

SLib sagt:

Schließe mich Carlito an und sage: Schließe mich derwahrebaresi an und sage: D’accord-arbeit! :)
…Äh… Womit eigentlich einverstanden? Mit dem Artikel und seiner zum Ausdruck kommenden Haltung … oder mit dem rechten Daumen, der nach unten zeigt … oder damit, dass „der (gut) war“ … ?
Irgnswie kannich kommentieren nich.

skAndy sagt:

Vielleicht einfach als Antwort auf die gleich lautende Frage in Absatz 04?

SLib sagt:

Ja dann. D’accord.

[…] königsblog mit Torsten Wieland – web0.4 mit skandy’s Text – blogundweiss – oder […]