23 Jul

Schalker sein…

…ist nicht immer nur schön. Und zwar selbst in sportlich erfolgreichen Zeiten, in denen wir uns gerade wähnen. Klar, jeder Fußballfan teilt dieses Schicksal: Man muss irgendwie Fressen, was man vorgesetzt bekommt. Beispielsweise habe ich nicht Neustädter und Barnetta in den Kader geholt. Nicht, dass ich mich dieser beiden Herren erwehren wollen würde, aber es ist doch ein seltsames Gefühl, dass ich sie vermutlich schon bald in mein Herz geschlossen haben werde, obwohl sie mir doch vorgesetzt wurden.

Neustädter und Barnetta sind natürliche lahme Beispiele, mehr gibt diese Saison aber nicht her. Aber man denke an Möllers oder Metzelders. Da erwartet man vom Schalke-Fan, dass man plötzlich die anfeuert, deren Foto man noch vor kurzen auf der Dartscheibe hängen hatte. Doch ich bin ja ein loyaler Geselle, und der sportliche Erfolg gab am Ende meistens Recht. Ob man aber in der Führungsetage einzuschätzen weiß, wie sehr eine solche Verpflichtung am Gemüt der Fans nagt, wage ich zu bezweifeln. Zumindest würde ich sonst ein Ausbleiben solcher Verpflichtungen erwarten, denn die Fans bzw. Mitglieder sollten weiterhin als höchstes Gut eines Fußballvereins angesehen werden.

Spieler kommen, Spieler gehen, doch das ist gar nicht das Thema dieses Artikels. Denn es gibt auch noch andere Dinge, die dem Fan vorgesetzt werden. Das Wohnzimmer beispielsweise. Während die einen den nassen Socken im Parkstadion nachtrauern, schwören die anderen gar noch auf die kuschelige Wärme einer überfüllten Glückaufkampfbahn. Irgendwer konzipiert, irgendwer baut, am Ende ist es unsere höchste Repräsentation. Unser neues zu Hause. Vielleicht sogar unser Lieblingsort. Sagen wir: Bisher hatten wir Glück mit unseren Tempeln!

Weniger Glück haben wir meines Erachtens auf anderen Gebieten. Während Schalke der in der Bundesliga die Fanschar mit den meisten und schönsten Liedern mit sich bringt, quillt aus den Boxen der Arena häufig nur Scheiße. Dies sollte nicht als Kritik an den auflegenden Herren verstanden werden, sondern an das Schalker Selbstverständnis, diese Schlagerscheiße ohne jegliches Herz und künstlerischen Anspruch abzufeiern.

Ich singe das Steigerlied mit Stolz. Auch mit den Schlagerhits aus vergangener Zeit habe ich in keinster Weise ein Problem. Aber ich muss schon ziemlich gut angeglüht & siegestrunken sein, um nicht nach jedem Spiel flugs vor den Florians zu fliehen. Doch selbst dann ist fremdschämen angesagt! Was mögen die da drüben nur denken, wenn sie diese Kacke hören??? Das ist mir einfach peinlich!

Schalke scheint irgendwo in den achtzigern hängen geblieben zu sein. Passend dazu jetzt die Hymne „Schalker sein“. Immerhin für einen guten Zweck. Doch bitte zeig mir das Sparschwein, in den ich den doppelten Betrag werfen darf, ohne diesen Müll zu kaufen.

Wie traurig ist es, dass eine offensichtliche Persiflage von Strom Hagemann (Anm.: Der Song „Schalke 04“, leider im Moment nicht online) von so vielen Leuten ernst genommen wird, da sie solchen Mist gewohnt sind? Einfach unfassbar!

In dieser Stadt, in diesem riesigen Verein steckt so viel künstlerischen Potenzial. Ob visueller oder musikalischer Natur. Einen Teil davon scheint man entdeckt zu haben, zumindest den visuellen Teil (Grafittikünstler, Zeichner etc.). Ich wünsche und hoffe, dass der Verein und seine Organe und Mitglieder dieses Potenzial in seiner Breite erkennen und biete hiermit jedem, der seinen gehaltvollen Output – welcher Art auch immer – zur Schau stellen möchte, das Web 0.4 als Forum an.

httpv://www.youtube.com/watch?v=VsuBGGaqmVU

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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DanielKu sagt:

Als ich den „Song“ gehört hab, konnte ichs nicht glauben! Dass nicht jeder auf Hip Hop a la Joel Hong steht, ist ja verständlich, aber DAS muss nun wirklich nicht sein! Peinlich, Peinlich! Ich hoffe es wird mit miesen Verkaufszahlen abgestraft! Schade um den guten Zweck!

bea04 sagt:

hm…ich hab mir die ersten paar Sekunden gegeben…und dann für mich festgestellt, dass der gute Zweck diesmal nicht die Mittel heiligt…

Spenden ja, aber nicht, um im Gegenzug auch noch nur eine weitere Sekunde davon ertragen zu müssen.

Matthias sagt:

Danke, skAndy, Danke, Danke, Danke!

Das Schalker Liedgut ist zu 99% übelster Müll, der von einem kranken Gehirn im Partykeller nach dem Genuss von drei Pullen Appelkorn erdacht und sofort auf dem Home-PC mit „Profi-Tools“ wie dem Magix Music Maker eingespielt wurde.

Atmo-Gekreische als fortlaufender Hintergrund-Klangteppich: Check! Die eigene Stimme mit Hall unterlegen und – wenn man schonmal dabei ist – gleich elektronisch verdreifachen: Check! Den Synthie auf den Modus Kling-Klang-Orgel geschaltet: Check! Na dann kann es ja losgehen.

Text? Ach ja, muss auch noch sein. Kurz überlegen…

Schalke 04
das sind wir
wir sind hier
wir trinken auch Bier
bei Schalke 04
wo bleibt ihr
unser Schalke 04
mitten im Revier

… woooow! Ist das ein geiler Text! Obwohl, Mist!, ich habe vergessen die Worte „Mythos“ und „Kohle“ einzubauen. Naja, dafür gibt es ja noch die Strophen zwei und drei.

Fertig!

Und so vergeht keine Woche, in der nicht irgendein Mist veröffentlicht wird, der dann sogar noch seine Käufer findet.

Nochmal Danke! Man darf und soll applaudieren, wenn jemand Kreativität zeigt und etwas eigenes schafft, auch wenn es einem selbst vielleicht nicht so toll gefällt. Das gebietet der Anstand. Aber wenn ich als Hörer musikalisch mit Schema-F verarscht werden soll, dann habe ich keine Lust, das auch noch zu würdigen.

Heinzi sagt:

Stimmt: Nicht jeder bringt halt den hohen künstlerischen Standard eines Joel Hong mit sich. Mal im Ernst: das ist doch die selbe Scheiße im BumBum. Hingeklatschte Texte durch und durch mit billigen Parolen gespickt auf ebenso billige Musik. Aber vielleicht rettet das neue Produzententeam ja was.

Die Musik spiegelt immer schön das „Dumm-Asi“-Image der Schalker wieder. Echt schade! Wenn die Lokalmatadore (!) mit ihrem 3 Akkord-Gerotze die Band mit dem höchsten künstlerischen Anspruch stellen, sollte man sich sorgen machen! (Nichts gegen die Lokalen, ihr wisst, was ich meine…)

bea04 sagt:

VETO! Aber ganz entschieden!!!!

Wir versuchen ständig, etwas Neues zu bringen und nicht alles ist Müll, menno!!! Auch nicht 99%…dieses Statement macht mich grad mal echt traurig :(

Versuchen wirs aber mit „textreichen“ Liedern, schreit der Rest nach „kurzen Schlachtrufen“. Bringen wir Letztere, fragt man uns, ob unsere Ideen ausgegangen seien…

Bei allem sind wir immer bestrebt, etwas anderes anzuregen, etwas eigenes, Schalke-spezifisches.

Müll ist für mich z.B. dieses elende „…von der Elbe bis zur Isar“.

Matthias sagt:

Wir versuchen ständig, etwas Neues zu bringen … Versuchen wirs aber mit “textreichen” Liedern … fragt man uns, ob unsere Ideen … Bei allem sind wir immer bestrebt …

Wer ist denn „wir“, wenn ich mal fragen darf? Kannst du ernsthaft für sämtliche Musik verantwortlich zeichnen, die in den letzten 10 Jahren mit Schalke getaggt wurde?

skAndy sagt:

Es geht doch hier nicht um Kurvenliedgut, sondern um die Musikproduktionen!!!

eakus1904 sagt:

Das neue Lied „Schalker sein“ klingt nicht nur mies, sondern sogar der Titel ist geklaut! Dieser Song hier ist um einiges älter und aus meiner Sicht auch um einiges besser!

httpv://www.youtube.com/watch?v=z-I0HQcWkeg

bea04 sagt:

Kannst du ernsthaft für sämtliche Musik verantwortlich zeichnen, die in den letzten 10 Jahren mit Schalke getaggt wurde?

Habe ich das behauptet? Zumal wir hier eine Unterscheidung treffen sollten zwischen „Schalker Liedgut“ (das -so meine Interpretation- im Stadion live gesungen wird) und Musik (die für mich am Mischpult auf Medien welcher Art auch immer verewigt wird).

Und wer „wir“ ist, ist eigentlich für jeden Stadiongänger selbsterklärend, weil man m.E. durchaus hört, aus welcher „Ecke“ die Lieder kommen…

Phil sagt:

@Heinzi: Was man Hong vielleicht zu Gute halten kann (oder sollte): Seine Sachen haben oft eine gewisse Tagesaktualität. Das klingt zwar nicht 100% ausproduziert und textlich komplett ausgefeilt, trotzdem hebt es sich von dem anderen Zeug meiner Meinung nach deutlich ab.

Ach, und zu den Lokalmatadoren sage ich meine Meinung in diesem Blog besser nicht… :-D

skAndy sagt:

@Bea Den Schuh musst du dir anziehen, diese Unterscheidung hier einfach eingeworfen zu haben. Es war ziemlich klar, was Thema war…

bea04 sagt:

Es geht doch hier nicht um Kurvenliedgut, sondern um die Musikproduktionen!!!

Danke, dann ist die Richtung ja jetzt klar ;)

Dann fällt mir als Beispiel in erster Linie der „Mythos“ ein, der es aus der Kurve auf die Scheibe geschafft hat und sich m.E. aus Joels Produktionen deutlich positiv abhebt ;)

bea04 sagt:

@ skAndy

Das war der Bezug zu Matthias‘ Komm, der sich auf das Schalker Liedgut bezieht…aber okay, Asche auf mein Haupt, ich leg mich wieder hin und schlaf erstmal aus. Nachti @ all ;)

Stadioncheck sagt:

Apropos Persiflage: Bin ich zu blöd zum Finden oder ist das Ding hier nicht mehr im Blog verfügbar?

skAndy sagt:

Letzteres, hatte ich auch oben ergänzt! Wir müssen mal überlegen, wie wir das, trotz einiger Problemchen, wieder online kriegen…

Joel sagt:

@Heinzi

Dafür, dass du dich hier hinter einem „Heinzi“ versteckst, ganz schön große Worte, mein Freund: „Hingeklatschte Texte“, „scheiße in BumBum“, „billige Musik“, „Dumm-Asi“ usw. Und woher hast du bitte die Information, dass es ein „neues Produzententeam“ gibt? Scheinst ja mehr zu wissen als ich!

Es gibt immer Leute, die die Mucke scheiße finden usw. Ok. Ich mache halt keine Musik, die jedem gefällt. Aber dein Kommentar spiegelt für mich hier eher den „Dumm-Asi“ wider, als alle meine Songs zusammen. Vor nicht allzu langer Zeit hat skAndy hier mal was geschrieben über genau solche Kommentare wie deinen. Scheinst du nicht gelesen, oder schlimmer, nicht verstanden zu haben.

Strom sagt:

Können wir das nicht zum Streamen, ohne Downloadmöglichkeit anbieten? Ich bin ein Mann von öffentlichem Interesse ;)

derwahrebaresi sagt:

ich würde mir doch ein wenig mehr toleranz unter schalker wünschen.

schicherlich ist das lied maximale scheiße, aber was solls.

kann nun mal nicht jeder „ein griechisches bein“ komponieren. ;-)

Strom sagt:

@baresi: Du hast natürlich absolut recht. Aber darum geht ja nicht so ganz. Ich bin der letzte, der behauptet, diesem Schlagerschrott die einzige musikalische Alternative bieten zu wollen, aber es muss doch einfach möglich sein, einen guten Verein mit guter Musik zu begleiten. Mehr ist gar nicht.

RWDJojo sagt:

Also ich finde, die Schalker Musiklandschaft ist gar nicht mal soooo übel. Klar, vieles ist in meinen Augen (bzw. Ohren) Schrott, aber da sind auch einige Perlen dabei.

Bei anderen Vereinen sieht es doch noch schlechter aus. Spontan fällt mir nur BMG ein, die (vom Sound her) nen geiles Vereinslied haben. Dass man das dann auch noch als Gästefan schön mitgrölen kann (natürlich leicht abgewandelt) ist doch super.

In Köln läuft ständig Karnevalsmukke, die zum großen Teil noch nicht einmal Bezug zum Verein hat. Bei den Schwachgelben läuft nur eintöniger Mist. Höhepunkt ist das tolle Lied mit den vielen Wörten (ich glaube das heißt „Borussia“ ;-)).

In der Arena wird zwar viel Chartmukke gespielt, aber die Schalkelieder gehen alle noch. Selbst die Florians nachm Spiel sind ok. Gehört halt dazu…

derwahrebaresi sagt:

fühltest du dich direkt angesprochen?
im grunde galt mein einwand allen vorherigen kommentaren!

@mit guter
Musik zu begleiten

wer will das beurteilen?
geschmack ist nun mal stets subjektiv.

skAndy sagt:

Wer toleriert ist Borusse ;)

Strom sagt:

@baresi. alles gut ;)

bea04 sagt:

Heute in nullvier.unddreißig Tagen is mir alle Mucke egal…da wird Schalker Liedgut live gesungen. Dreistimmig: laut, schräg und inbrünstig.
*Hannover fällt, Hannover fällt. Ha-a-nnover fällt…* -summ-

Dann verlässt auch die leicht gereizte Stimmung wieder den Minusbereich.

Matthias sagt:

@derwahrebaresi: Klar, Toleranz unter Schalker ist gut und wichtig. Toleranz hält mich davon ab, mich bspw. über dieses Lied zu echauffieren.

Das Problem ist die Gleichförmigkeit der dargebotenen Stücke: Synthesizer an, hektischen Klangteppich bilden, ein Textchen in Oberkopfstimme draufsingen – das hat Strom mit seinem Song so wunderbar persifliert, dass in der Tat 9 von 10 Schalkern nicht merkten, dass es sich um eine Persiflage handelt. Das kann man mal machen, selbst wenn man es ernst meint. Aber mittlerweile wird der Schalker Musikmarkt von diesen 08/15-Schlagern im Würgegriff gehalten.

Musik ist immer Geschmacksache. Ich kann es zwar nicht verstehen, aber dennoch gehen Leute bei einem 3-stündigen Wendler-Konzert voll ab. Sollen sie ruhig, so Tolerant bin ich. Aber diese Leute gehen auch bewusst zu einem Wendler-Konzert und wollen das hören. Auf Schalke gehen aber auch Leute, die keinen Bock auf den Wendler oder auf den üblichen Schalker Synthie-Schlagerbrei haben. Dennoch wird es ihnen seit Jahren ausschließlich vorgesetzt.

Wenn du mal sehen willst, wie eine gute Partystimmung innerhalb von einer halben Stunde kippen kann, dann mach‘ dir mal den Spaß und spiele bei einem Anlass, zu dem ausschließlich Schalke-Fans kommen (bei mir ist es z.B. eine Fanclubparty), die übliche Schalker Retortenschlagermucke. Ich hab’s mal gemacht – nur so aus Spaß. Es dauerte genau vier Lieder, da wurde mir körperliche Gewalt angedroht. Klar, dasselbe würde mir auch passieren, spielte ich als DJ vier Joel-Hong-Songs hintereinander, da eben nicht jeder auf Hip-Hop steht. Aber Joel Hong bietet zumindest eine Alternative, die mich als „DJ“ in die Lage versetzt, zu variieren. Allein dafür muss man ihm Danke sagen, ganz gleich ob einem die Musik gefällt oder nicht.

Deshalb finde ich skAndys Aufruf auch so gut. Sollen die Kreativen in und um Gelsenkirchen doch mal in sich gehen und etwas produzieren. Das wird nicht alles grandios werden und es wird auf keinen Fall einen ganzen Abend tragen, aber es schafft Abwechslung. Diese Abwechslung haben wir Schalker musikalisch nach einem Jahrzehnt des Alleinunterhalter-Schlagerdiktats bitter nötig.

Benjamin sagt:

Danke für die öffentliche Kritik an so etwas wie der Stadionmusik. Ich stimme dir voll und ganz zu und kann nur hoffen, dass so etwas Anklang weiter oben findet.
Das Steigerlied ist was anderes, das höre ich auch in Dortmund durch die Straßen schallen, das ist regionale Tradition. Dirk Oberschulte-Beckmann ist aber Schlager-DJ, veranstaltet beispielsweise die Ü30-Parties in Wuppertal und beschallt sie mit ähnlichem. War zumindest früher mal so, als ich in dem Laden Zivi gemacht habe. Ich weiß nicht, ist er überhaupt der Hauptverantwortliche bei der Musikauswahl? Jedenfalls ist es so, dass die Musik sich seit Jahren kaum gewandelt hat, im Gegensatz zum Verein. Die gleiche Musik lief schon im Parkstadion, aber es ist ein wesentlich größerer Verein geworden, mit wesentlich größerem Publikum. Schalke ist eine Marke. Aber ich bin mir sicher, dass man auch dieses kreative Loch sehr bald finden und füllen wird, wenn wir den Anstoß dazu geben.

skAndy sagt:

Ich erlebe Dirk – trotz seiner Einschlägigen Tätigkeit im „Ü-Business“ – offen für jeden Musikstil und will nicht glauben, dass das Problem bei ihm liegt. Es fehlt ja auch an Angebot…

Phil sagt:

War Dirk nicht sogar einer der Ersten, die total auf die Rap-Sache eingegangen sind, ihn ins Stadion eingeladen hat, und auch dafür gesorgt hat, dass ein Hong-Track vor’m Spiel lief?

Kippefell sagt:

Einigermaßen ambitionierte Bands die Musik für einen Fußballverein kreieren werden wohl immer die große Ausnahme bleiben. Erstens sollte Fußballinteresse da sein, zweitens dann auch noch alle Bandmitglieder Fan vom selben Verein sein. Da bleiben nicht mehr so viele übrig. Wer ’ne gewisse Fanbasis hat oder sich erarbeiten will, will tendenziell vermutlich auch nicht unbedingt diejenigen vergraulen, die andere Vereine bevorzugen (oder auch gar nix mit Fußball am Hut haben).
Fußball..- äh- songs (schreibt man Fußballlieder inzwischen eigentlich mit drei „L“? kommt man beim lesen ja schon ins lallen) sind gefühlt zu 99% von Ein-Mann-Combos oder Bands à la die Florians. Die suchen sich dann die z.B. „Schalke-Nische“ weil sich sonst eh keiner für ihre „Kompositionen“ interessiert, so haben sie schon mal ’ne gewisse Aufmerksamkit & Sympathie auf ihrer Seite.
Groß Ahnung vom Musik- bzw. Popbusiness aufseiten einer Vereinsführung ist wohl auch nicht zu erwarten. Bestes Beispiel war ja Schalke zur Arenaeröffnung. Denen wurde Robbie Williams für nen verhältnismäßig schmalen Taler angeboten (der feuchte Teenietraum war grade kurz davor zum absoluten Weltstar aufzusteigen, glücklicherweise muß man ihn heute kaum noch ertragen), den kannte aber keiner, und so wurde dann Lionel Richie zum Top-Act…

Hier auf’m Web 0.4 sollte aber die Chance wesentlich höher sein, daß man mal was Vernünftiges oder zumindest anderes zu hören bekommt. Wär doch schön und vielleicht könnte man bei entspechendem Erfolg ein bisschen was anschieben?

p.s. Mit Ein-Mann-Kombos soll sich Joel bitte nicht angesprochen fühlen! Obwohl ich mich seit Ende der 90er kaum noch mit Hiphop auseinandersetze, hat er’s immerhin geschafft mein Interesse zu wecken.

Carlito69 sagt:

Guter Beitrag! Und wo wir gerade schon bei fremdschämen sind, können wir die Böcklunder-Box nicht auch direkt abschaffen?!

Bis auf die Gesänge und Beiträge von Kindergarten- und Grundschulkindern ist das nämlich auch nur mit mindestens 3‰ zu ertragen.

skAndy sagt:

Das schaffe ich meistens!

Carlito69 sagt:

Ich zur Halbzeit leider nicht immer! ;)