Brief an Mama

Julian Draxler hätte auch Soap-Star (Hier der Beweis), Boygroup-Mitglied (Gesangstalent gilt es noch in der Kurve zu beweisen) oder Bein-Model werden können. Aus rechtlichen Gründen dürfen wir hier leider nicht die Videos aus seiner Zeit bei „Germany’s Next Topmodel“ mit Heidi Klum zeigen. Soviel sei jedoch verraten: Heidi war neidisch auf seine Beine und Thomas hauchte ihm beim Anblick seines durchtrainierten Körpers nur ein „Medizinbälle? Come on…“ zu. Doch aus der Model-Karriere sollte trotz der Bein-Prachtexemplare vorerst nichts werden. „Nö Heidi, ein Foto von Dir nehm ich wohl mit, aber meins kannst Du behalten – ich habe auf Schalke noch was zu erledigen“, sagte Julian und ließ die Model-Mama samt ihrer Thomas-Entourage zurück.

Zum Glück, mag man freudig hinausposaunen. Mit dem Hammer aus 22 Metern im Pokal-Viertelfinale 2010/2011 knallte sich Julian Draxler nicht nur in das Herz der Schalke-Fans im Teenie-Alter, sondern aufgrund seiner Technik, seines schnellen Antritts und seiner Wendigkeit auch in das derjenigen, die älter als Draxler selbst sind. Ich freue mich jedenfalls riesig, mir in den nächsten Jahren anschauen zu können, wie es mit unserem Youngster im Schalke-Trikot weitergeht. Und bin mir sicher: da geht noch Einiges!

In die Hände fiel mir zwar nicht Heidis Foto, aber ein Brief, den Julian Draxler an seine richtige Mama schrieb, und der nun exklusiv im WEB 0.4 veröffentlicht wird.

Hallo Mama,

wie geht’s Dir? Keine Angst, der Erwin ist zwar schon wieder weg, aber diesmal muss ich mich da nicht drum kümmern. Ich wollte Dir nur so zwischendurch mal schreiben, was hier am Berger Feld los ist. Im Vokabeltest gestern habe ich eine Eins geschrieben! Machen wir das mit den 10 Euro für jede Eins weiter so? Dann könnte ich die Tage mal wieder shoppen gehen. Benni hat mir jetzt gezeigt, wie man sich lässig anzieht; Du wirst das gut finden, denn anscheinend trägt man als „Mann von heute“ auch immer Schals – da brauchst Du also keine Sorgen mehr haben, dass ich zu dünn angezogen bin. Habe das letztens mal getestet, kam gut an. Hans Sarpei gefällt das auch.

Am Samstag war ich zwischenzeitlich ganz schön verwirrt. Als ich zum Trainingsgelände rüberlief, hörte ich auf einmal „Klaas und Jan und Hein und Pit, die haben Bärte, die fahren mit“, und war schon völlig verwirrt, warum der Trainer den Kader für Sonntag in Liedform bekanntgibt und wer nun schon wieder Hein und Pit sind. War aber gar nicht der Trainer, sondern nur Metze, der Jose Manuel und Sergio seine neue Santiano-CD schmackhaft machen wollte. Für mich ist das jedenfalls nix. Da bleib ich lieber bei der Band ohne Vokale von meinem Model-Freund David, TiL und Hula, Strom Hagemann und Joel Hong. Aber apropos Musik: kannst Du mir bei Rockwool mal ein wenig Dämmmaterial holen und zum Spiel am Samstag mitbringen? Baumi hört immer so laut dieses „Nossa, nossa“-Lied, und das geht mir schon auf die Nerven.

Auf das Spiel gegen Leverkusen freue ich mich schon. Vielleicht klappt’s ja auch mal wieder mit einem eigenen Tor. Senor Raúl meinte das auch schon. Ich glaube allerdings, dass der nur Angst hat, sonst Samstag wieder alle auf sich selbst liegen zu haben. Na ja, mal sehen. Notfalls haben die Leverkusener ja sicher ausreichend Schmerztabletten dabei und verteilen kostenlose Proben.

So, jetzt muss ich aber mit dem Pukki-Rad zum Training rüber. Papa, Uchi und ich wollen anschließend noch ein bißchen Playstation zocken. Joel kann heute leider nicht – wegen seiner tollen Beine wollte er jetzt auch mal bei Heidi vorbeischauen.

Gruß & Kuss (auch an Papa und Patrick)

Dein Jule

Dies ist ein Gastbeitrag von Kathrin. Kat bloggt unter http://derhatdochschongelb.blogspot.de

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
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