Ohne mich.

Menschen, die nur hier etwas sein können.
Menschen, die 2000° heiße Leuchtkörper auf andere Menschen schießen.
Menschen, die schwerste Verletzung oder gar eine fahrlässige Tötung in Kauf nehmen.
Andere Menschen, die dazu applaudieren.
Noch andere Menschen, für die Gewalt und Pyro eben zum Fußball dazu gehört.

Vielleicht bin ich einfach zu weich.
Vielleicht werde ich alt.
Der Grund ist auch egal:
Für mich ist das Derby als solches gestorben.
Ich sehe mir, ganz Event-Fan, am Wochenende mit meiner Familie einen sportlichen Wettkampf vor dem Fernseher an.

Mehr nicht.
Mehr noch:
Nicht mehr.
Eigentlich schade drum, dass mir Idioten den Spaß am “hassen” nehmen.
Aber dies ist nicht mein “Schlachtfeld”.

 

 

 

AngryAtze

….GEht mir GEnauso….ziehe auch das GEmeinsame SKYen mit 2 Handvoll Schalkern vor…was da allein an Kommentaren auf Fb so abGEht ist schon echt erschreckend und armseelig…bin halt auch zu alt für so ‘ne MickeyMouse-Scheiße!

Janosch

Die Rostocker Fans sind genauso falsch in unserem schönen Sport wie die Dresdener Fans. Alleine zu sehen wie beim Pokalspiel in Dortmund auf unserer Gegenüberliegenden Seite die Anhänger der Dresdener Bengalos und Leuchtgeschosse in den Familienblock geschossen/geworfen haben ist einfach nur entsetzlich. Aber der DFB kümmert sich mehr um Schiedsrichter die sich medienwirksam umbringen wollen als um die Sicherheit der Zuschauer in deutschen Stadien … traurig traurig!

Ja. Im Osten ist es schlimm. Aber nicht nur da. Ich habe auch beim letzten Derby (in DO) SEHR unschöne Szenen sehen müssen, wo bspw. Familien mit Flaschen beworfen wurden, etc.
Natürlich bin ich emotional beim Derby dabei. Aber ich werde mich nicht mehr zu Leuten gesellen, die von “Tod & Hass” und diesem schwachsinnigen Grabstätten-Ding singen. Da fehlt mir aufgrund solcher Vorkommnisse die Distanz zu.

Mir geht das ganze Derby-Bohei schon seit Jahren gegen den Strich. Ich freue mich auf die sportliche Auseinandersetzung, aber dieser “folkoristische Hass”, der seit ein paar Jahren wieder künstlich hineingetragen wird, ist so unglaublich albern und dumm. Es gab Jahre, da hat es Spaß gemacht, zum Derby zu gehen. Da bekam man von den gegnerischen Fans zwar jede menge dumme Sprüche und musste sich manchmal beim Vorbeigehen auch in Demut üben und lieber mal die Schnauze halten, aber das war wenigstens autentisch. Heute gehen auf beiden Seiten Knallköppe hin und schlagen sich die Fresse ein, “weil man das eben so macht -- ist doch Derby, ne!”. Gewalt-Eventtouristen, sozusagen. Und damit meine ich nicht etwa extra angereiste “freiberufliche Hooligans”, denen der Verein total egal ist, sondern gerade auch “echte Schalker/Dortmunder”.

Ich kann auch nicht diesen allgemeinen Jubel in Fankreisen verstehen, wenn die Fangruppierung X des Vereins Y durch die Stadt des Vereins Z gesammelt als Block marschiert. Auf mich machen geschlossenen marschierende Blöcke einen äußerst befremdlichen Eindruck. Mit diesem falsch interpretierten Begriff von “Ehre” konnte ich mich noch nie identifizieren.

Hinzu kommen die ständig gleichen Geschichten, die immer wieder erzählt werden, um die Stimmung anzuheizen. Jeder kennt jemanden, der mit eigenen Augen gesehen hat, wie ein Rollstuhlfahrer von Dortmunder Ultras umgeworfen und eine schwangere, am Boden liegende Frau in den Bauch getreten wurde, weil sie Schalker Trikots trugen. Das Problem an dieser “Ich kenn’ da einen, der hat das selbst gesehen”-Story ist, dass sie exakt (!) so auch in Dortmunder Kreisen kursiert, nur dass da die Schalker den Rollifahrer umgeschubst und die Frau getreten haben. Erkennt da noch jemand die Ähnlichkeit zur toten Maus im Toastbrot und der toten Oma in der Teppichrolle auf dem Dachgepäckträger? Das sind auch so Geschichten, bei denen jeder einen kennt, dem das genau so widerfahren ist.

Unterhalte dich mal mit einem Rollstuhlfahrer, der den Weg über den Dortmunder HBF nehmen muss! Da geht’s zwar nicht um Umschubsen, aber eine Ohrfeige, ein gestohlener Schal etc. pp.
Und diese Geschichten PASSIEREN auf beiden Seiten. Und auch in Bremen, Hamburg, Berlin und sonst wo!
Was den geschlossenen Block angeht, so finde ich es wenig schlimm, wenn es um einen Gang zum Stadion geht, bei dem gesungen wird. Ich singe gern beim Laufen! Da fehlt mir persönlich die Assoziation zum Militärischen(?).
Ansonsten gebe ich dir vollkommen Recht.

Ich sage ja auch nicht, dass solche Dinge NICHT passieren. Sie passieren allerdings ganz oft mit der abgrundtief dämlichen Rechtfertigung, “die anderen” hätten damit angefangen.

Was die “umgeschubster Rollstuhlfahrer und schwangere Frau”-Berichte angeht, so habe ich diese Berichte wirklich bereits vor fünf Jahren nahezu wortwörtlich identisch (mit Ausnahme der Täterrolle, natürlich) sowohl aus Dortmunder Kreisen als auch aus Schalker Kreisen gehört und komme deshalb zu dem Schluss, dass sie in erster Linie der Aufhetzung dient. Vielleicht wurde ein Rollstuhlfahrer umgeschubst, vielleicht wurde eine schwangere Frau getreten, vielleicht auch ein Vater vor seinem Fünfjährigen Sohn zusammengeschlagen, wobei der Sohn gezwungen wurde, sich das ganze anzuschauen (eine weitere Variante dieser Geschichte). Dass dies alles jedoch zeitgleich geschah, dass es alles am selben Ort geschah und dass es sowohl in Foren als auch im Real-Life auf beiden Seiten Leute gibt, die Stein auf Bein darauf schwören, jemanden zu kennen, der genau diese drei Greueltaten mit eigenen Augen gesehen hat, macht mich jedoch stutzig.

Und nochmal: Ich sage nicht, dass ich das alles für völlig ausgeschlossen halte. Wenn es so stattgefunden hat, dann wäre es schrecklich. Doch auch wenn es so stattgefunden hat, ist aus den Ereignissen längst eine Aufhetzgeschichte geworden, die pünktlich zum Derby alle Jahre wieder in Foren hervorgeholt wird, um die Leute so richtig heiß zu machen. Auf beiden Seiten! Denn natürlich hat immer der andere zuerst eine Grenze überschritten. Das macht es dann einfacher, mit eigenen Taten zu leben, schließlich hat man selbst ja nur reagiert, wurde zur Reaktion gezwungen, ist sozusagen Opfer.

Das mit dem geschlossen marschierenden Block bezog ich übrigens nicht unbedingt auf das Militärmärsche, sondern eher auf die " rel="nofollow">Oraniermärsche in Nordirland, die ebenfalls einzig und allein dem Zweck dienen, mitten im Feindesland einen Stachel zu setzen, Präsenz zu zeigen und zu provozieren.

Krabbenfischer

Ich kann die Familienväter vielleicht aus der Hinsicht verstehen, dass das Wochenende zeitlich der Familie und den Kindern dient. Diese “kriegsähnlichen” Zustände kann ich nicht nachvollziehen und auch nicht so erkennen -- teilweise kann ich da nur mit dem Kopf schütteln, sorry. Sicherlich gibt es Problemfans, sicherlich gibt es auch Leute, denen man nicht unbedingt gegenüber stehen möchte.

Ich kann auch nur von mir (aktueller Viel- und ehm. Allesfahrer seit fast 25 Jahren) sprechen: bevor mir solche Leute den Spaß am Sport, dem Stadionbesuch und dem Derby nehmen, muss schon viel mehr passieren. Meine “brenzligen” Situationen (in fast 25 Jahren) kann ich an einer Hand abzählen, daher habe ich da ein ganz anderes Bild. Die letzten -und wohl auch einzigen- Leuchtkugeln die ich erlebt habe, datieren aus den 90ern wo Bochumer den Kult-Block I im Parkstadion beschossen haben. Sicherlich sollte man andere Sichtweisen immer akzeptieren, aber dabei sollte man auch “die Kirche im Dorf” lassen…

Nur der S04! Auf zum Derby!

Dieses Gesicht hat mit Fußball nichts zu tun und kann auch von mir nur verachtet werden.
Es geht um den Sport, schade das das Schauspiel drum herum immer aggressiver und anscheinend wichtiger wird.

@krabbenfischer Falls nicht bekannt, es ist in erster Linie dieses Video, welches mir die Derbylust extrem genommen hat:
http://www.20min.ch/videotv/?vid=226781&cid=44

Des Weiteren war ich beim Fußball(zwar in nur ca. 20 Jahren) noch nie in Situationen, die ich als wirklich brenzlig betrachtet hätte. Aber es geht mir hier auch nicht um mein Wohl.

@matthias Ja, diese “Geschichten” als Hetze zu missbrauchen ist die eine Sache. Sie den hetzenden Leuten und der Presse -- soweit wirklich wahr -- vorzuhalten, um zu zeigen, was ihre Hetze bewirkt, eine andere.

SkAndy, recht haste.
Mein letztes live miterlebtes Derby war das 3-3 im September 2008 (mit Schalker 3-0-Führung und zwei irregulären Lüdenscheid-Treffern). Aber anstatt dieses verrückten Spiels sind mir insbesondere die Ereignisse rund um die An- und Abreise in Erinnerung geblieben. Pöbeleien und Schubsereien in der Bahn, Bierflaschenwürfe auf einen über 70-jährigen Herren, der einfach nur wartend am Hauptbahnhof stand und blöderweise einen Fanschal umhatte, Steinwürfe auf neutral gekleidete und nicht in großen Gruppen herumlaufende Leute. Das gehört weder zu Derbys, noch zu sonst welchen “normalen” Spielen. Schade, wenn solche Randerlebnisse dafür sorgen, dass man seinem Hobby dann teilweise doch nur noch eingeschränkt nachgehen kann und bestimmte Auswärtsspiele vermeidet. Aber Spaß macht es so eh nicht.

EuroFighter

ja, macht mir mein erstes auswärtsderby ruhig madig… ;) naja, es wird das erste spiel sein, wo ich nix blau weisses anhaben werde. das muss reichen. aber wenn ich die warn-mail des sfcv seh, wird mir wirklich etwas angst und bange.

@Eurofighter Dir wird schon nichts passieren. Ich kann dir den (Schwarz-Gelben) Tigerenten-Fahrradhelm von Ainho mitgeben!

EuroFighter

Ich habe noch ein gelbes POST-T-Shirt mit schwarzem Posthorn drauf :)

Habe ich dir mal die Geschichte von dem Schalker erzählt, der in Dortmund zum Spiel war, und vor lauter Angst, er hatte einen Sitzplatz im Gemischt-Block, eine Schwarz Gelbe Regenjacke anhatte? Leider ging während des Spiels sein Handy. Mit dem Klingelton “Blau & Weiß”. Er wurde von ein paar Halbstarken aus dem Block geworfen. Frustriert wollte er den Heimweg antreten. Doch da lauerten ihm ein paar Blau-Weiße auf, und schlugen ihn zusammen…
Vor lauter Wut schmiss er nachher übrigens einen Rolli-Fahrer um und trat eine Schwangere in den Bauch!

SLib

Danke, skAndy. Da mach ich was draus… ,-)) Die Geschichte eines Dortmunders, der auf Schalke aus lauter Angst die Blaumann-Jacke seines Vaters (Elektromeister) trug, und…

[...] und absurd ist. skAndy vom web04 Blog hat einen für mich sehr traurigen aber durchaus treffenden Artikel zu diesem Thema [...]

EuroFighter

Traurige Geschichte, aber lustig !
Achne, lustige Geschichte, aber traurig….
wie auch immer, ich bin dabei mit Frau und einem BayernFan im Schlepptau, was soll mir da schon passieren!

Stimmt. Du kannst tun, was du willst. Schlimmer wird es nicht mehr werden.

RWDJojo

Für mich wird das am Samstag mein fünftes Auswärtsderby und ich freu mich drauf!!!

Mir ist da noch nie was passiert und es wird auch diesmal nix passieren.

SLib

Aber noch mal zur Erinnerung: In diesem Beitrag ging es nicht darum, was man befürchtet oder befürchten könnte oder wovor jemand Angst hat -- das steht alles auf einem anderen Blatt. Sondern es geht darum, was einem die Freude versauert. Und was No-Go ist.

Schade, dass es so hirnlose Idioten schaffen, anderen den Spaß und die Freude zu nehmen!

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