29 Mrz

Adu!

Hans Adu Sarpei wurde am 28. Juni 1976 in Tema geboren. Tema, muss man wissen, ist eine Hafenstadt in Ghana. DIE Hafenstadt in Ghana. Sie wurde erst 1960 errichtet, wo vorher ein kleines „Ga“-Dorf war. Tema hat gerade mal so viele Einwohner wie Münster, liegt aber nur 25km von der Haupt- und Millionenstadt Accra entfernt. Man kann sich ausmalen, dass eine Vielzahl von Schiffen diesen Hafen passiert.

Ich weiß nicht, ob es eins dieser Schiffe war, die Hans im Zarten Alter von drei Jahren mit seinen Eltern und zwei seiner neun Geschwister nach Köln brachten, vermute aber stark, dass nur selten Schiffe aus Ghana den Rhein befahren. Das Fußballspielen hat der „Kölsche Hans“ somit nicht auf Ghanas Äckern, sondern auf den Parkdecks von Chorweiler erlernt. Doch vermutlich lag es ihm im Blut; Listet Wikipedia doch auf der Seite zur Stadt „Tema“ genau 5 „Bekannte Söhne und Töchter der Stadt“ auf. Freddy Adu US-amerikanischer Fußballspieler, Hans Sarpei, ghanaischer Fußballspieler, Matthew Amoah, ghanaischer Fußballnationalspieler, Kwame Quansah, Fußballer und Joseph Fameyeh, ghanaischer Fußballspieler. Auch sein sechs Jahre älterer Bruder Edward Sarpei durfte sich beim 1. FC Köln und später beim FC Homburg versuchen.

Gelernt hat Hans aber nicht nur das Fußballspielen, sondern auch „Anlagenmechaniker“. Bei Bayer. In Dormagen. Er ahnte noch nicht, dass er später nochmal für Bayer tätig werden sollte, als er seinen ersten Vertrag unterschrieb und vom Ascheplatz der viertklassigen Winfriedia Mülheim auf den saftigen Rasen der Fortuna-Amateure und wenig später in deren Profikader wechselt. Dort, wie auch zwei Jahre später in Duisburg, spielt er erfolgreich in der zweiten Liga, bevor, ein weiteres Jahr später, der Golf-Klub an seine Tür klopft. Ganze sechs Jahre spielte er für den Automobilhersteller in der Bundesliga, bevor man ihn 2007 wieder ablösefrei in die Hände der Bayerwerke gab, wo der gelernte Mittelfeldspieler nun auch als linker Verteidiger eingesetzt wurde.

Schon im August 2000, also kurz nach seinem Wechsel in den Ruhrpott, wurde Sarpei in die ghanaische Nationalelf berufen. In 36 Länderspielen wurde er Zweiter und Dritter beim Afrikacup und spielte 2010 eine Riesen-WM, bei der man erst im Viertelfinale im Elfmeterschiessen an Uruguay scheiterte.

Scheitern tat auch seine langjährige Beziehung mit der schönen Anna-Katharina Samsel, welche euch hoffentlich NICHT als Eiskunstläuferin Katja Bergmann aus der Seifenoper „Alles was zählt“ bekannt ist. Da kam ein weiterer Tapetenwechsel für den schönen Hans sicher nicht ungelegen, zumal, als Sarpei 2010 zum FC Schalke wechselte, seine Karriere schon ihr Ende gefunden zu haben schien. Doch Felix Magath sah offensichtlich in dem verdienten Bundesligaspieler noch einen Nutzen. Nach ein paar Spielen fand Sarpei sich jedoch mit Baumjohann und Jones bei Michael Boris in der U23 wieder. Die Gründe blieben unklar. Sein Comeback sollte Sarpei erst in der Rückrunde aber äußerst eindrucksvoll im Champions-League Spiel gegen Valencia feiern. Auch oder vielleicht sogar vor allem beim DFB-Pokalspiel in München konnte er überzeugen.

Doch nun ist sein Immermalwieder-Fürsprecher Magath weg und die Zukunft von Hans Sarpei unter Ralf Rangnick ist ähnlich ungewiss wie seine jüngste Vergangenheit. Doch betrachtet man die Biografie von Hans, fällt es schwer zu glauben, dass er nicht wiederkommen wird. Denn Hans ist ein Kämpfer.

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas
Matthias sagt:

„Tema hat gerade mal so viele Einwohner wie Münster“
Gibt’s da auch so viele Kirchen, Studenten, Nonnen bei Regen auf Fahrrädern mit Regenschirm, Schützenvereine, Bunken? Muss ich mir unbedingt mal anschauen, dieses Tema!

skAndy sagt:

Haha, das weiss ich nicht! Aber garantiert mindestens genausoviele Tommies!

SLib sagt:

Münster ist für den Hans kein Tema. Hörte ich jüngst, als kolportiert worden war, die Preußen seien am Hans dran.

Stefan sagt:

Also Hansi nehmen wir gerne wieder zurück, wenn Rangnick nicht mehr mit ihm plant. Sarpei ist in erster Linie ein absoluter Profi, der nicht aufmuckt, wenn er mal wieder wochenlang auf der Bank sitzt. Hinzu braucht er keine Anlaufzeit, wenn er ins Wasser geworfen wird. Einen besseren, pflegeleichteren Bankspieler kannst du kaum haben. In Leverkusen wird er für diese Loyalität immer noch gefeiert.

Sebastian sagt:

@Matthias: Bunken – Lange nicht mehr gehört! Ich dachte Personen die so bezeichnet werden, gibt’s gar nicht mehr?!

David04 sagt:

Ich glaube ja, der Hans liest auch Blogs.