Kein Senior, der Señor!

Gibt es eigentlich irgend wen, der noch nicht alles über Raúl weiß? Schon bei seiner Verpflichtung im Sommer ist jedes auch nur annähernd interessantes Fitzelchen über seine Karriere zusammengetragen worden. Trotzdem wurde ich nach und nach immer mehr überrascht, was seine Person angeht.

Angefangen hat dies mit der Meldung der Zeitung „Marca“,  kurz nach seiner Verpflichtung. Dort hieß es, Raúl hätte in letzter Sekunde ein Angebot aus Liverpool bekommen, dass er aber nicht annahm, da er Magath bereits sein Wort gegeben hat. Als ich das las, musste ich schlucken. Erklärte dies das lange Zögern von Raúl? Oder war es wirklich der Respekt vor den Real-Fans, denen er den Abschied nicht mit Meldungen über seinen neuen Verein versalzen wollte?! Heute kann ich mir beides vorstellen.

Was für ein Mann. Er sieht gut aus. Er hat goldene Füße. Er hat 18 Jahre für einen Club gespielt. Für DEN Club! Er hatte Angebote aus der ganzen Welt. Er hat Tore für drei Karrieren geschossen. Er ist ein Nationalheld in Spanien. Seine bisherige Laufbahn ist unantastbar. Er ist die Sieben! Er hat eine wunderschöne Frau, vier kleine Raúls (man frage den Eurofighter) und ein kleines Töchterchen. Er ist bescheiden und genügsam. Und er rennt und rennt und rennt.

Letzte Woche ließ Raúl vermelden, dass er sich auch vorstellen kann seinen Vertrag zu erfüllen, wenn Schalke nächste Saison nicht europäisch vertreten ist. Ich hoffe, wir können uns das leisten.

Hätte mir jemand vorher erzählen wollen, dass Raúl so auf Schalke landet, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Nicht, dass ich einen Flop erwartet habe. Raúl hat noch nie über mangelnde Qualität im Schalker Team gesprochen. Ein Wahnsinn, wenn man bedenkt, was er schon alles erreicht hat, mit wem er gespielt hat, was er gewohnt ist. Auf dem Platz ist Raúl zweifelsohne gold wert. Daneben auch. Auch der Wert seiner Anwesenheit beim Training ist, beispielsweise für die Ausbildung junger Talent wie Gavranovic, unermesslich. Schalke profitiert in allen Belangen von Raúl und ich bin Stolz, dass er in unserem Team ist. Denn auch in Sachen Identifikationsfigur ist Raúl in kürzester Zeit von 0 auf 100 gegangen. Er ist ein Knappe! Danke, Señor!

Yo soy un Raulista!

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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