Baden gehen

Freiburg, O du Ehrenstadt,
wie oft wardtst Du bedichtet!?
Wohlgenährt, von Geldern satt,
so wird von Dir berichtet.

Technikfern, kein Watt, kein Ohm!
Doch ohne Müh und Not,
gewinnst Du Energie und Strom
aus altem Pferdekot.

Kein Qualm Dir aus dem Schornstein quillt,
Nur Wald- und Blütenduft!
Als deine Einstiegsdroge gilt:
´ne Stunde frische Luft.

Spaß weicht häufig dem Gewimmer.
Bierernst, wie im Kloster.
Es hängt in Freiburgs Jugendzimmer
ein Heinz Rühmann-Poster.

Man möchte sich nach Klarheit sehnen
in dem Dialekten-Graus!
Macht das Badendeutsch nur denen,
die gehörlos sind nichts aus.

Dein Fussballclub, in alter Tracht,
ein Traditionsverein!
Doch möchte man ihn loben,
fällt dem Dichter sowas ein:

„Freiburg, O du alte Schlampe!
du bist bald kaputt,
Felix trägt ´ne Grubenlampe
und der Robin Dutt.“

Strom Hagemann

Poesiebeauftragter a.D. und Gründungsmitglied
Strom Hagemann