Wo mag die Reise hingehen?

Fragt sich der Schalker nun. Zum einen, ganz klar, weil traumhafterweise gestern äußerst glücklich (und mit äußerst glücklich meine ich ausschließlich das Ergebnis der anderen Gruppenpartie) das Achtelfinale vorzeitig erreicht wurde. Lustig, wie viele Menschen diesen Fall vor der Partie belächelt haben. Ich, und das möchte ich ganz ohne Schulterklopfen erwähnen, habe einen Sieg von Tel Aviv in Erwägung gezogen. Allerdings hatte ich da eher an ein hart erkämpftes 1:0 gedacht. Egal! Jedenfalls kann man nunerwartungsvoll auf die Auslosung Mitte Dezember blicken, um den nächsten Kurzurlaub zu planen. Egal! Leider gibt es noch die andere Seite der Überschriften-Medaille. Ein bittersüßes “Quo Vadis?”

Was ist aus meinem Schalke geworden? Aus der Bahnfahrt, dem Aufwärmen vor dem Stadion? Schon gegen Tel Aviv war festzustellen: Wer außerhalb der Arena singt und ausgelassen feiert, ist Auswärtsfan! Klar, die Schuld daran kann man in aktueller Situation suchen, ich kann mich aber an Jahre erinnern, da standen wir lange nicht so gut da und trotzdem war vor und nach den Spielen “Feiern” angesagt. Apropos: was sich nach dem Spiel ereignet hat, hat mir den Rest gegeben: Nämlich Nichts. Ich stand mit Tränen in den Augen in der Kurve und konnte gar nicht fassen, dass wir unter den letzten 16 der Champions League sind. Das wir ein Spiel gemacht haben, wie wir es in der Champions League NOCH NIE gemacht haben. Klar es war ein Wochenspiel, vielen mussten schnell nach Hause, meinereiner inklusive, aber etwas ausgelassener hätte die Stimmung schon sein dürfen. Oder liegt es daran, dass wir die Champions League noch nicht gewonnen haben? Was ist das? Sind wir so erfolgsverwöhnt? Erinnert sich noch jemand an unsere erste Achtelfinalqualifikation 2006? Es scheint, als wäre das in einer anderen Ära passiert!

Oder liegt es an Magath? An gebrochenen Strukturen? Gestern schrieb Tobi einen interessanten Artikel, den ich aber so gar nicht lesen wollte. Den Anblick verträgt meine königsblaue Brille gerade nicht. Im Ernst: Ich vermag nicht zu sagen, ob die ständige Magath-Kritik “Stimmungsmache” oder notwendiger Fingerzeig ist. Ich weiß nur, dass ich solchen Fußball, wie gestern in der ersten Halbzeit auf Schalke noch NIE gesehen habe. Und dafür bin ich dankbar. Womit ich dem Verfasser des oben genannten Artikels nicht sagen will, dass sein Artikel unberechtigt ist, sondern eher, dass ich darüber im Moment so wenig nachdenken will, wie über meine eigene Sterblichkeit, sondern lieber genieße, dass ich lebe und solche Spiele sehen darf!

Bleibt man bei diesem lustigen Bild, ist Magath womöglich eine Partydroge, und der Schalke-Fan das Opfer. Man will den Rausch, obwohl man vielleicht jahrelang auch ohne gut zurechtgekommen ist. Doch das normale reicht nicht mehr. Mögliche Folgen werden ausgeblendet. Haha! Sorry! Lassen wir das!

Apropos “Haha”. Wer wissen möchte, wie unser Poet Strom Hagemann und sein Sturmpartner den gestrigen Fußballabend verbracht haben, sollte mal in ihrem Blog vorbei schauen. Ich empfehle aber dringendst, das zu lassen ;D

Und übrigens: Falls das falsch rüberkommen sollte: Meine Siegeslaune überwiegt.


Also ganz so schlecht fand ich die Stimmung gestern nun auch nicht nach dem Spiel. In der NK und auch in Teilen in der SK waren noch ne Menge Leute bis weit nach Spielende. Aber ehrlich gesagt ist mir fast egal was dann diese Eventfans machen, ich erfreue mich derzeit einfach daran, dass die Jungs es anscheinend doch drauf haben, und das besser als je zuvor. Und ich denke wir sind noch nicht am oberen Leistungsende angelangt…

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