Der Fremdkörper im Team
Da ist was Großartiges passiert, gestern Abend. Klar, das war kein Mainzer oder Lüdenscheider Spaßfussball. Keine “Totale Dominanz”. Lediglich ein Schalker 2:0 Kampfsieg. Aber ein Kampfsieg mit vielen tollen Offensivaktionen. Und vor Allem ein Sieg in der Königsklasse. Gegen den wichtigsten Gruppen-Konkurrenten Benfica Lissabon.
Und trotzdem: die euphorischen Stimmen bleiben aus. Die Schalke-Blogs sind leer (lediglich Matthias traut sich bisweilen, seiner Freude Ausdruck zu verleihen). Vielleicht ist das auch eher Zufall, aber mir persönlich fällt es schwer, meine Freude zu teilen, ohne in ungerechtfertigte Euphorie zu verfallen. Denn so schön der Sieg gestern auch war, in der Bundesliga bringt er uns nicht weiter. Zumindest nicht direkt. Gewiss sind Selbstvertrauen und Eingespieltheit unbezahlbar, und davon gab es gestern einiges mitzunehmen, doch die Mannschaft muss jetzt beweisen, dass man auch gegen Nürnberg, Stuttgart und Frankfurt gewinnen kann. Keine Frage. Neun Punkte sollten es schon sein, um entspannt in die Partie gegen Leverkusen gehen zu können. Und wer weiß, vielleicht ist man ja im Dezember, wenn es gegen Bayern und Mainz geht, schon wieder näher dran am Geschehen.
Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Schalke hat ein tolles Spiel gemacht. Ohne wenn und aber, auch wenn es zeitweise nicht gut aussah. Trotzdem hat die Teamleistung gestimmt., und ich möchte gar niemanden hervorheben. Und auch nicht zurückstellen. Ich bin zufrieden!
Zumindest mit meinem Team. Nicht so sehr mit meinen “Mitstreitern”, die den groben Metzelder-Schnitzer dazu nutzen, gleich mal alles zu missachten, was er seit seiner Verletzung für unseren Club getan hat und ihm gleich wieder die “Gurken-Rolle” zusprechen und die Pest an den Hals wünschen. Arm.
Viele sahen den größeren Schwachpunkt im Team bei Uchida. Das mag ja sein. Aber Freunde: Bitte! Das liegt weder daran, dass er Japaner ist, noch an seinem Körpergewicht. Ich kann es echt nicht mehr hören.
Manchmal werde ich das Gefühl nicht los, dass die Fans jemanden im Team haben WOLLEN, den sie niedermachen können. Am liebsten fremd (eben Lüdenscheid oder Japan). Oder mit schönen Haaren. Ein Aufhänger findet sich immer, wenn man ihn sucht.
Enttäuscht war ich übrigens eher von Huntelaar, der es wieder nicht zu einem Doppelpack gebracht hat. So eine Niete! Naja, Holländer eben!


Ich hab mich nun auch getraut. Leider konnte ich nicht so viel schreiben, da ich das Spiel verpasst habe :(
Ja ich weiß, ich könnt mich auch selber ohrfeigen :D
http://blogundweiss.de/2010/09/30/beweis-erbracht/