26 Mai

Ein Schalker auf Reisen

Die Gerüchteküche um die Schalker Kultfigur Gerald Asamoah brodelt. Und es sind schöne Gerüchte. Schön zum einen, weil er angeblich für zwei Jahre zum Kultclub FC St. Pauli gehen soll. Könnte es eine schönere Wahl geben? Bei keinem anderen Bundesligisten würde ich unserem treuen Helden mehr Glück wünschen. Schön zum anderen, weil von einer Anstellung auf Schalke nach seiner aktiven Karriere die Rede ist. Asamoah ist Schalker und ich hoffe, er wird es lange, lange bleiben. Ich bin gespannt, in welcher Rolle das sein wird. Der dritte Aspekt, eigentlich eine logische Konsequenz, ist, dass Asamoah auf viel Geld verzichten würde. In Zeiten von Vertragsaussitzern wie Albert Streit eine respektable Geste. Asamoah wie man ihn kennt. Er hat noch Spaß an seinem Beruf.

Und nicht zuletzt das ist es, was Gerald zur Kultfigur auf Schalke hat werden lassen. Nach jedem Sieg war er vorne mit dabei, wenn es um Jubel und Freude ging, auch wenn er sich an seinen letzten Einsatz kaum mehr erinnern konnte. Ein Spieler wie Asamoah ist extrem wichtig für eine Mannschaft, auch, wenn er nicht zum EInsatz kommt. Ich gehe schwer davon aus, dass nicht nur die Fans ihn – hoffentlich nur vorübergehend – vermissen werden.

Ich will diese Gelegenheit nutzen, nochmal an ein paar Eckdaten aus Asamoahs Karriere zu erinnern:

Gerald Asamoah kam 1999 unter Trainer Huub Stevens von Hannover 96 zum FC Schalke 04.  Für die Presse war damals vor allem der Herzfehler Asamoahs ein gefundenes Fressen. Der Defibrillator, der seitdem am Spielfeldrand steht, musste glücklicherweise – zumindest bei Asamoah – nie eingesetzt werden. Dem Fitnesstrainer Christos Papadopoulos rettete er jedoch das Leben. Asamoah bestritt 279 Spiele und schoss 44 Tore für den FC Schalke 04. 2001 wurde er von Rudi Völler in die deutsche Nationalmannschaft berufen, wo er 43 Spiele (4 Tore) bestritt.

Den Tiefpunkt seiner Karriere erreichte Asmoah in den Jahre 2005 und 2006,  als ihn erst eine Knieverletzung zurückwarf und er sich später, am 28. September 2006, im UEFA-Pokalspiel beim AS Nancy nach einem schweren Foul das linke Schien- und Wadenbein brach. Erst 6 Monate später konnte Asamoah gegen den VfB Stuttgart sein Comeback feiern.

Asamoah konnte jedoch nie wieder seinen Stammplatz behaupten, auch wenn es noch einige Glanzmomente, z.B. sein Hattrick im DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Trier im JAhr 2007, gab.

Nicht zuletzt aufgrund seines sozialen Engagements wurde Asamoah leider immer wieder Opfer verbaler, teils rassistischer Attacken, gegen die er sich stets zu behaupten wusste.

Asamoah verkörpert wie kein Zweiter Kampfgeist und Einsatz und ist fester Bestandteil des FC Schalke 04. Ich hoffe, wir werden noch viel Freude mit ihm haben!

Amen.

Andreas

Andreas

Fakten:
Emotionsbeauftragter | Jahrgang '79 | Erster, letzter und einziger Verein als Aktiver: BV Rentfort | Wohnhaft in Bochum | Wurde mal fast von einem Affen tätowiert | Unheilbar Gutmensch | Glaubt nicht an soziale Vernetzung
Andreas

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SLib sagt:

Es gibt ja unterschiedliche Kriterien für die Zusammenstellung einer „Jahrhundertelf“. Aber für mich keine Frage: Es gäbe genug Gründe, Gerald Asamoah auf Schalke dazuzuzählen.

Phil [Turnhallengeruch] sagt:

Unvergessen auch sein Kleinkrieg mit Roman Weidenfeller, den Asamoah mit einem wunderbaren Tor für sich entschied und danach für seine seltsamen Handzeichen kritisiert wurde. Dabei waren die doch nur für Peter Lövenkrands ;-) Und seine Kopfab-Geste wurde danach immer wieder für Bundesliga-Trailer etc. verwendet.
Dass er wiederkommen soll, ist aber echt eine gute Nachricht, und St. Pauli! Besser gehts gar nicht. Freu mich jetzt schon auf das Wiedersehen. Also, nur falls das stimmt natürlich…