Aufhören!

Schalke gegen Freiburg, irgendwann so um die 70. Spielminute. Der gerade erst wieder genesene Jefferson Farfan setzt zu einem seiner gefürchteten Flügelsprints an. Also das, was er am besten kann und weswegen er so schmerzlich vermisst wurde. Eigentlich weiß nun jeder in der Arena: Jetzt wird es gefährlich. Flanke, Doppelpass oder ein schnelles Eindringen in den Strafraum, alles ist möglich. Oft konnte man dann dieses erwartungsfrohe Raunen, auch genannt „Fertigmachen zum Jubeln“ in der Kurve vernehmen. Und am Samstag? Tja, da musste er auf den Ball treten und den Angriff abbrechen, da nur Marco Höger im lockeren Joggingtempo langsam nachrückte.

Nur eine Aktion aus 90 Minuten, die aber sinnbildlich für das Schalker Spiel der letzten Wochen steht. Es macht derzeit einfach keinen Spaß mehr. „Aufhören!“ möchte man schreien, wohl wissend, dass es viele der Akteure ohnehin nicht interessiert. Also steht oder sitzt man in der Arena oder vor dem Fernseher und schüttelt fassungslos den Kopf.

Selbstverständlich hatten wir ein unheimliches Pech mit Verletzungen und natürlich brauchen viele der nun wieder gesunden Spieler noch Zeit, um voll in Form zu kommen. Aber von einem Profi, der für so gesund befunden wird, wieder im 18er-Aufgebot zu stehen, erwartet man halt wenigstens 100% Einsatz. Und davon ist derzeit herzlich wenig zu sehen. „Nicht können“ ist eines, damit kann ich leben. Aber „nicht wollen“- und danach sieht es bei vielen im Augenblick definitiv aus-kann und will ich nicht akzeptieren. Immerhin haben die Verantwortlichen nun das Saisonziel korrigiert, statt der Champions- steht nun die Europaleague im Fokus und soll unbedingt erreicht werden. Mit den Leistungen der letzten Wochen dürfte es aber selbst da nochmal eng werden.

„Wir verpflichten nur noch Spieler, die Charakter haben und sich mit dem Verein identifizieren“ hat Clemens Tönnies vor zwei Jahren auf der Jahreshauptversammlung gesagt. Wann wir damit anfangen, ist aber wohl ein noch gut gehütetes Geheimnis. Stattdessen sitzt der Aufsichtsratsvorsitzende in der sonntäglichen Fußballrunde „Doppelpass“ und plaudert fröhlich über das Interesse an Khedira, was für feuchte Augen bei dessen Berater gesorgt haben muss, der in Gedanken schon mal die Provision ausrechnete. Und das ganze, obwohl er nur knapp 10 Minuten vorher betonte, sich aus Personalentscheidungen rauszuhalten. „Clemens, aufhören!!!!“ will man auch hier wieder ins Dopafon schreien.

Nun gut, es bringt ja nun nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und den verpassten Zielen nachtzutrauen. Wir müssen uns jetzt zusammenreißen und eine Serie starten, die Mannschaft hat schließlich genügend Qualität um…….ja, ist ja gut, ich hör ja schon auf! Denn ich kann es wie viele andere auch einfach nicht mehr hören oder lesen. Phrasen wurden mal wieder genug gedrescht, es wird Zeit für eine echte Reaktion auf dem Rasen. Sonntag in Wolfsburg wäre doch ein guter Zeitpunkt, damit zu beginnen.

Verrechnet.

Was macht man denn jetzt? Verzeiht man den Zwei-Punkteverlust, weil man ja mit einer Supermegaleistung trotzdem nichts zählbares einfahren konnte? War das nicht schon die Wiedergutmachung für die kläglichen Spiele davor? Ist da noch Kredit, oder darf man schon wieder moppern?
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Kann man mal machen…

Gegen Real Madrid kann man mal verlieren. Ja, was glaubst du? Und gegen einen in Hochform agierenden Nordklub fängt man sich schon mal in der letzten Minute den Ausgleich, wenn man vorher nicht genug tut. Da machste nix! Aber sich von einem krisenabschüttelnden Reviernachbarn abschlachten lassen, das ist zuviel des Guten. Da sind sich alle einig.
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1000 Euro? Aber sicher!

Da hat unser Aufsichtsratsvorsitzender aber wieder mal einen rausgehauen. Jedes Schalke-Mitglied sollte idealerweise einen Betrag von 1000 Euro spenden. Damit könnte man die Verbindlichkeiten fast komplett bezahlen, würde 25 Millionen im Jahr an Zins und Tilgung sparen und hätte so nach 10 Jahren eine Viertelmilliarde Euro mehr zur Verfügung. So die Theorie. Nun gut, böse Zungen würden jetzt behaupten, dass man ohnehin nix zurückzahlt und die Kohle nur dazu genutzt werden würde, den nächsten überbezahlten Kicker an den Schalker Markt zu lotsen. Aber wer weiß das schon? Ist ja auch noch Schnee von übermorgen, erst mit verpasster CL-Qualifikation (und mit der „Leistung“ von Samstag wird man diese verpassen!) könnte das Thema akuter werden, als uns allen lieb ist.
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Selbst wenn, selbst dann…

Ende Februar. Dicke graue Wolke, prasselregenfieser Wind, der draußen stürmt und in allen Hausfluren pfeift. Trübsalmasken auf den schwarzgelben Gesichtern und zu allem Überfluss auch noch… DERBY!
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Nicht alles vorbei…

Manchmal liegen Sieg und Niederlage nah beieinander. Zugegeben, das gestrige Null-Zwei beim Champions League Spiel in Gelsenkirchen liess nicht gerade den Verdacht zu, dass es in dieser Verbindung zu einer Kopulation kommen könnte, aber wir haben auch nicht nur verloren.
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BüttenGErede

Jubel, Trubel, Narretei

geht an GE ja meist vorbei

Auch Samstag bei den Offenbachern

da gab es für uns nix zu lachen!
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Warmstart

Der taktisch kluge Heimsieg gegen Gladbach, welcher im Nachklang dann doch nicht gänzlich ungefährdet war – und damit meine ich nicht die Bombendrohung (?), die für den verzögerten Anpfiff gesorgt hat – war sicherlich nicht der größte Augenschmaus der jüngeren Vereinsgeschichte. Aber er lädt trotzdem zum Schwärmen ein. Zum einen, weil es immer wieder geniale Einzelaktionen von Routiniers wie Boateng und Choupo Moting, aber auch von Jungspunden wie Sané und Torwart Wellenreuther zu bestaunen gab, zum Anderen, weil wir eins der schönsten Tore der Saison bestaunen durften, dass ausgerechnet durch die Zusammenarbeit der vielkritisierten Boateng und Barnetta entstand. Barteng!
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Sympathisch oder einfach bekloppt?

Ich hege nicht die kleinste Sympathie für unseren Reviernachbarn. Er ist mir der zweitunliebste von allen Bundesligavereinen. Dass hat etwas mit Rivalität zu tun und ist okay so. Natürlich weiss ich als fast erwachsener Mensch, dass nicht alle Schalker sympathisch und alle Dortmunder bekloppt sind. Es geht um ein Gesamtbild. Und in diesem Falle mehr – so wie es oft bei Rivalitäten ist – um unliebsame Gemeinsamkeiten als um eklatante Unterschiede. Obwohl es Letztere natürlich auch gibt.
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Auf’n Punkt gebracht

Es gibt soviel zu bemäkeln, bemängeln und bemeckern. Herrje, der Torwart fällt aus. Herrje, der Eric verschiesst. Und noch ganz viele Sätze, die mit Herrje anfangen, und in denen ‘trotz Überzahl’ vorkommt.
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Bestimmt.

Gerade zwei Tage ist es her, dass wir, die Schalker Anhängerschaft, uns über einen Heimsieg freuen durften, der – Vernunft mal vorausgesetzt – nicht zwingend einplanbar gewesen ist. Es wäre unter Umständen ein leichtes zu sagen, dass Hannover in der Hinrunde hinter den Erwartungen zurückblieb, und sie nicht die Klasse der letzten Jahre besitzen, allerdings muss man sich dann die Frage gefallen lassen, ob diese Erwartungen nicht auch zu hoch angesetzt waren. Und hinter zu hohen Erwartungen zurückzubleiben, ist indes als keine der allergrößten Künste bekannt.
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Zur Not: den Publikumsjoker nutzen!

So, Mädels und Jungs. Hinrunde vorbei, zackzack: Besinnung!
Im Rückblick auf die erste Hälfte der Spielzeit gebe ich euch verschiedene Themen vor, die sich auf die Hinrunde der Saison 2014/15 beziehen, und ihr dürft rätseln und euch jeweils für eine der 4 Antworten entscheiden. Es ist max. 1 Angabe richtig, äh, mindestens aber 4. Wer die meisten Fragen NICHT überlesen und sich für die jeweils WENIGSTEN Fehler entschieden hat, bekommt einen schalen Ansteckpin, äh, pieksigen Schal in traditioneller Farbgebung!
Einsendeschluss ist der Heilige Abend, 19.04 Uhr. Viel Spaß!
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Es ist kompliziert!

Nach jedem Spiel möchte ich schon irgendwie schreiben. Und auch immer wieder zwischendurch. Aber dann bemerke ich, dass es nichts Gutes wäre, was ich schreiben würde. Ich kann im Moment nichts Gutes schreiben. Nicht mal, weil es nichts Gutes gibt. Das ist Quatsch. Nein, eher, weil das verbliebene Gute nicht meins ist. Und weil ich weiss, dass es allein mein Problem ist, habe ich es auch für mich behalten.

Ich kann einfach nichts mit dem Großteil der Spieler anfangen. Kirchhoff, Sam, Choupo-Moting und wie sie alle heissen, diese ganzen Bundesliga-Abgeworbenen; jeden Einzelnen von Ihnen würde ich sicherlich mögen oder wenigstens akzeptieren lernen, wie ich es bisher mit fast ausnahmslos jedem Schalker getan habe, wenn sie auf nahrhaften Boden träfen. Aber dieses Team hat meinen Kredit verloren, seit nun auch noch dieser fremde Trainer an der Linie steht, mit dem ich einfach nichts Gutes verbinden kann. NICHTS!

Dies führt wiederum dazu, dass ich auch mehr und mehr den Respekt vor den Personal-Verantwortlichen verliere, sofern er zuletzt überhaupt noch da war. Und das hat so gar nichts mit sportlichen Ergebnissen zu tun. Meinetwegen könnten wir jedes Wochenende eine ähnliche Klatsche wie gegen Chelsea einstecken, wenn ich nur das Gefühl hätte, dass diese Truppe irgendwie ‘Schalke’ wäre.

Natürlich bin ich noch dabei. Natürlich fiebere ich. Aber es fehlt irgendetwas ganz Großes. Und auch wenn mein Herz königsblau schlägt; für dieses Team will es das einfach nicht. Und da ich dieses Gefühl zum ersten Mal in meinen doch mittlerweile recht langen Fan-Dasein habe, finde ich es recht beängstigend. Vor allem, weil ich nicht vorstellen kann, dass heute Nachmittag irgendwas passieren könnte, was mir dieses Gefühl wieder bringt. Naja, ausser einem Meyer’schen Hattrick vielleicht.

Ich finde meinen momentanen Beziehungsstatus zum FC Schalke unerträglich. Ich will kein unzufriedener Meckerfan sein. Und ich will vor allem kein Schmoll- und Meckerblogger sein. Niemals. Da lass ich mich lieber als Schönwetterblogger bezeichnen; Ich komme wieder, wenn Schalke mir wieder Spass bereitet. Also hoffentlich bald!

Web 0.Bier

Schalke spielt bis jetzt eine durchwachsene Saison. Zu Hause ist man zwar noch ungeschlagen und auch die sehr guten Leistungen gegen Bayern und Lüdenscheid sollten nicht unerwähnt bleiben, aber vor allem die letzten Heimauftritte konnte man eher in der Kategorie „ zieht sich wie Kaugummi“ einordnen. Erfolgreich, aber vor allem spielerisch alles andere als eine Augenweide. Und zu allem Überfluss erhöht der Verein dann noch die Bierpreise, so dass man sich das ganze nur unter erheblichem finanziellem Aufwand schönsaufen kann!
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Licht und Schatten

Freitagabend, 20:30 Uhr. Flutlichtspiel. Fand ich schon immer nett, diese Spiele haben irgendwie einen besonderen Charakter. Bereits zu Parkstadionzeiten waren es tolle Momente. Schon von weitem wiesen einem die imposanten Flutlichtmasten den Weg durch die dunklen, verschlungenen Pfade des Berger Feldes und wenn man endlich drin war und ins hellerleuchtete Rund schauen konnte, wusste man: Hier geht gleich die Post ab. Ging sie auch manchmal. Ab und zu hätte man sich jedoch auch einen Stromausfall gewünscht wie es seinerzeit bei unserem Gastspiel in Bremen passiert ist.

Tja, und am Freitag? War es irgendwas dazwischen. An Vorfreude mangelte es nicht und da der Verein auch gerne mit Lichteffekten spielt, gab es zum wiederholten Male beim Steigerlied eine Gänsehaut-Atmosphäre. Manch einer wird es für künstlich erzeugte Stimmung halten oder als blöde Effekthascherei abkanzeln, aber ich kann mir nicht helfen, auch wenn es Smartphone-, statt Grubenlampen sind: „Und er hat sein helles Licht bei der Nacht schon angezündt“, unterstützt von hunderten Lichtern auf den Tribünen-Hühnerfell!

Das Spiel an sich hatte dagegen weniger Leuchtkraft zu bieten. Lediglich Uchida stellte zwischendurch fest, dass kein gemächlicher Laternenumzug, sondern ein Fußballspiel stattfand, bei dem man durchaus auch mal sprinten darf. In der Mitte fackelte Huntelaar nicht lange und sorgte für die Führung, die bis zum Ende Bestand haben sollte. Ein Arbeitssieg, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Überhaupt, es könnte schlimmer sein. Zu Hause sind wir immer noch ungeschlagen, die letzten drei Heimspiele in der Liga wurden sogar alle gewonnen, wenngleich die Gegner nur zwei Mannschaften aus dem Mittelfeld und ein potentieller Abstiegskandidat waren. (Sorry, aber der musste sein!) Siege sind sicherlich derzeit das beste Mittel, den Fans die doch recht defensive Spielweise ein wenig schmackhaft zu machen. Und wenn es am nächsten Samstag auch wieder nur zu einem lichten Moment reicht, der uns drei Punkte beschert, soll mir das auch recht sein.

Definitiv ins Licht stellen darf man aber das Verhalten des Vereines und der Fanszene. Bekanntlich gab es in der Vorwoche unter dem Motto „Hooligans gegen Salafisten“ in Köln den größten Nazi-Aufmarsch der letzten Jahre. Die beschämenden Bilder gingen durch Presse und Internet und sollten daher jedem geläufig sein. Ob dort auch Personen zugegen waren, die am Freitag dann wieder neben uns im Block saßen oder standen, weiß ich nicht. Ich hoffe nein, ich befürchte aber,leider ja.

Umso stolzer bin ich auf meinen Verein, der das Tragen von Hogesa-Kleidung kurzerhand verboten hat. Ein richtiges und wichtiges Zeichen. Von den Fans gab es zudem auf mehreren Spruchbändern klar zu lesen, dass eine derartige Ideologie auf Schalke keinen Platz in der Fanszene hat. Kein Fußball den Faschisten! Die ewig gestrigen, braunen Volldeppen wird man damit zwar nicht erreichen. Aber evtl. denkt ja der ein oder andere Teilnehmer der Demo, der sich noch nicht die Hirnwindungen rausgeprügelt hat, mal darüber nach, vor welch einen Karren er sich da spannen lässt. Eine Solidarität oder Verbrüderung mit Nazis darf es nicht geben, egal zu welchem Thema. Es ist daher wichtig, dass Verein und Fans auch in Zukunft hier weiterhin klare Kante zeigen. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, menschenverachtende Ideologien und Rechtsextremismus sind auf Schalke fehl am Platz!

 

In einem Satz: Sport Inc.

Heute abend, wenn im Rahmen der Champions League zur besten Fernsehzeit die Mannschaft von Sporting Lissabon, die ihre bisher einzige wettbewerbsübergreifende Saisonniederlage zu Hause gegen Chelsea in Kauf nehmen musste, in der hiesigen Arena einläuft, ist der zweite Schalker Heimsieg der Saison und der damit verknüpfte, zumindest vom Ergebnis her erfolgreiche Einstand des neuen Übungsleiters Roberto di Matteo im Spiel gegen Hertha BSC Berlin und der damit verbundene Auftrieb durch den so kommunizierten “geglückten Start in eine neue Ära” keinen Deut mehr wert, da die Mannschaft nun auf internationaler Ebene zu beweisen hat, dass sie eine ebensolche Klasse besitzt, und im Falle einer Niederlage schon fast ihre Chance auf ein Überwintern in dem – zumindest finanziell – lukrativsten aller Wettbewerbe verliert, was, wenn man sich den aktuellen Stand der Bundesliga anschaut, und nicht wirklich mit der erfolgreichsten Rückrunde aller Zeiten rechnet – trotz neuem ‘Erfolgstrainer’ – einer standesgemäß verkorksten Saison gleichkäme.

Danke, Jens Keller!

Schalke trennt sich von Trainer Jens Keller. Zu dem Zeitpunkt, als ich diesen Text begonnen habe, stand eine offizielle Bestätigung noch aus. Aber da in den letzten Tagen ohnehin sehr häufig Interna an Journalisten weitergetragen wurden, sei es aus Mannschafts- bzw. Aufsichtsratssitzungen oder auch aus dem Behandlungszimmer des Medicos, wird man wohl davon ausgehen können, dass die Infos stimmen. Ah, nun ist auch die offizielle Bestätigung da, die Maulwürfe waren tatsächlich mal wieder bestens informiert!
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Der Oktober macht was er will.

Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Schalker Trainerwechsel durch eine offizielle Meldung des Vereins erfahren habe. Das ist fast löblich. Aber nicht deswegen habe ich als erstes – trotz meisestem Herbstwetter – zunächst meinen Kalender konsultiert, um in Erfahrung zu bringen, ob wir nicht den 1. April haben.
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Schalke!

Derbysieger! Derbysieger! Mindestens zwei Mal pro Saison haben wir seit jeher – zumindest wenn man mal von den Zweitligajahren absieht – die Chance, in einem Spiel Einiges bis Vieles Wett zu machen. Und wenn man dann nach einem hart erkämpften Derbysieg in der Tabelle noch über dem Vorortverein aus Lüdenscheid steht, ist die Schalker Welt doch in Ordnung. Oder? ODER???
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Derbymodus!?

Schalke gewinnt mit 3:0 in Bremen. Kein überragendes Spiel, aber am Ende war der Sieg nach einer vor allem kämpferisch guten Leistung völlig verdient. So weit so gut, abhaken und auf kommenden Samstag schauen:

Derby. Das Spiel der Saison. Die wichtigsten 90 Minuten der Hinrunde.

Ich könnte diese Sätze jetzt so stehen lassen, den Artikel abschließen und mich einfach nur auf Samstag freuen. Aber ganz so einfach ist es nicht. Denn Derby hieß in den letzten Jahren leider auch Polizeiüberangebot, aggressive Stimmung auf allen Seiten, Sicherheitswahn, kollektive Haus-Stadion- und Stadtverbote, Pyrotechnik in Familienblöcken und -nicht zu vergessen- eine teilweise überzogene und sensationsheischende Berichterstattung, die mit seriösem Journalismus nichts mehr zu tun hatte.

Abartig. Ich brauche so was nicht. Versteht mich nicht falsch, ich möchte kein „Kuschelderby“. Emotionen sind wichtig, eine gesunde Rivalität gehört dazu, und was gibt es schöneres, nach einem Sieg dem schwarz-gelben Nachbarn oder Kollegen mit einem breiten Grinsen zu begegnen? Richtig, nix. Da geht man dann sogar montags gerne zur Arbeit. Aber dabei soll es dann auch bitte bleiben. Der Gewinner reckt seine in die Höhe und der Verlierer ballt sie in der Tasche, aber bitte lasst die Fäuste aus den Gesichtern des jeweiligen Kontrahenten! Nun gut, ich möchte nicht die gleiche Schiene fahren wie einige Zeitungen. Grundsätzlich kann jeder, der sich zu benehmen weiß, das Derby ohne Angst besuchen, egal ob blau-weiß oder schwarz-gelb. Die Ereignisse vom letzten Heimspiel werden sich, auch aufgrund des oben angesprochenen Hausverbotes für einen Großteil der aktiven Lüdenscheider Fanszene, zudem bestimmt nicht wiederholen.

Das hoffe ich natürlich auch für die Ereignisse auf dem Rasen. Kein Sieg in der letzten Saison, das gilt es dringend zu ändern. Das gestrige Spiel dürfte ein wenig Selbstvertrauen gegeben haben und auch die Aktiengesellschaft aus dem östlichen Ruhrgebiet plagt sich mit Formschwankungen und vielen Verletzten herum. „Da geht was!“, möchte man schreien, zumal die Mannschaft in den Spielen gegen Bayern und in London ja gezeigt hat, dass sie auch gegen starke Gegner nicht chancenlos ist, wenn Kampf und Einsatz stimmen. Wenn ich etwas kramen würde, finde ich auch sicher noch eine Statistik, die sich gut für uns liest. Jau, tatsächlich. Drei Pflichtspiele in Folge unbesiegt, seit fünf Monaten kein Heimspiel mehr verloren! Hört sich besser an, als es im Endeffekt war, aber wen stört das bei Statistiken schon. Im Derby ist das „Vorher“ auch relativ unwichtig. Ein Sieg kann eine ganze Saison retten, eine Niederlage aber eben diese auch kaputtmachen. Der Gewinner ist für ein halbes Jahr der König des Ruhrpotts, die geschlagenen für dieselbe Zeit die Hofnarren. Ich wäre lieber König als Narr, ganz klar! Ach, könnte nicht schon Samstag sein? Es kribbelt. Noch dreimal schlafen.

 

 

P.S.: Wenn ich dem WordPress-Zählwerk Glauben schenken darf, hat der Beitrag  inklusive diesem letzten Satz genau 504 Wörter. Mehr kann ich nun nicht mehr tun, außer mir am Samstag die Kehle aus dem Hals zu schreien. Den Rest müsst ihr erledigen, Ralf, Atsuto, Kaan, Roman, Dennis, Joel, Kevin, Eric, Max, Sidney, Klaas, Christian, Christian, Chinedu, Quillo, Donis oder wer auch immer auflaufen wird. Viel Erfolg, Glückauf!