Ein weiterer Teil einer einseitigen Brieffreundschaft

Lieber Clemens,

zuerst einmal: Herzlichen Glückwunsch. Wie ich in meinem letzten Brief bereits erahnt, wenn nicht sogar prophezeit habe, bist du mit einer deutlichen Mehrheit in deinem Amt bestätigt worden. Diese Entscheidung ist unanfechtbar und ich bin froh, dass sie das ist.

Ich bin froh, dass deine Kritiker – wozu ich mich ja schon zähle, auch wenn ich nichts, aber auch gar nichts mit irgendwelchen Ultras, Rebellen oder sonst was zu tun habe – nun leiser sein und abwarten müssen, ob du dich denn dieses Mal wirklich an deinen Worten messen lässt.

Dennoch hast du gestern eine große Chance verpasst. Die große Chance, als Vorbild voranzugehen und mit einem öffentlichen Handschlag deinen Worten erste Taten folgen zu lassen.

Du hast diesen Handschlag verweigert und dies begründet. Allein verstehe ich die Begründung nicht. Denn sie lautete, dass der Verein bzw. die Gremien bereits in der Öffentlichkeit Schaden genommen hätten, und man deswegen ermitteln und aufklären müsse, statt unter den Teppich zu kehren. So habe ich deine Worte zumindest interpretiert.

Ich frage mich aber: Wie viel Schaden hätte der Verein und die Gremien durch die dargestellten Machenschaften von Horn und Co. genommen, wenn nicht Du und deine  – ich nenne sie mal Wahlhelfer – genau diese Dinge wohlterminiert kurz vor der Mitgliederversammlung an die Öffentlichkeit gebracht hätten, um sie für deinen Wahlkampf zu nutzen?

Die Antwort liegt auf der Hand. Keinen! Ihr hättet die Dinge intern regeln können, mit den Mitteln, die auch laut Satzung zur Verfügung stehen. Du hast dich dagegen entschieden, um deine eigene Stellung auf der Mitgliederversammlung zu stärken. Salopp gesagt: Um deine Kritiker zu entlarven und auf einen Nenner zu bringen und so chancenlos zu machen. Es ist dir gelungen, und ich weiß dies anzuerkennen.

Aber nun mit diesem Argument das wirkliche Zuschütten der Gräben zu vermeiden, und den Schaden, den du um des Wahlkampf willens billigend in Kauf genommen hast als Grund zu nennen, die Lager nicht wieder zu vereinen, ist ein erster Schritt in die falsche Richtung.

Ein Schritt, der schnell korrigiert werden könnte. Und darum bitte ich dich. Hier und jetzt.

Glück Auf,

Andi

P.S.: Da meine virtuellen drei Minuten noch nicht um sind, und wir ja heute keinen dringenden Anschlusstermin haben, möchte ich noch eine Sache sagen, die mir sehr ebenfalls sehr am Herzen: Vom Vorsitzender des Aufsichtsrats erwarte ich nichts weniger, als dass er in der Lage ist den Anwesenden von der ersten Sekunde einer solchen Veranstaltung wie die Gestrige klar zu machen, dass eine Mitgliederversammlung wichtiger ist, als ein Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft. Leider hast du nicht nur verpasst, dies einmal zu erwähnen, sondern hast sogar viele Äußerungen getätigt, die das Gegenteil hätten erahnen lassen können. Sehr Schade! Zumal man das leicht als Strategie auslegen könnte. Aber jetzt schnell den Bagger holen. Nur keinen gelben, bitte.

 

Noch ein Brief

Lieber Clemens,

gemessen an den Geschützen die du auffährst, scheinst du anderes zu befürchten, ich aber glaube, dass es nur eine Formsache sein wird, dass du am Sonntag in deinem Amt bestätigt wirst.

Denn auf Schalke läuft es nicht anders, als im Rest der Nation. Wo immer man sich für eine bestimmte Zeit wählen lässt, darf man Ruhig im Nachhinein alle Versprechen und Beteuerungen vergessen machen: Es reicht der Grundkurs Rhetorik und ein gut sortiertes Adressbuch um kurz vor der Wahl wieder alles gerade zu biegen. Bzw. bei den vermeintlichen Gegenspielern alles noch krummer aussehen zu lassen.

Die Situation spricht allein für dich. Es war richtig, gut und Sinne der Demokratie, dass der Wahlausschuß dich zur Wahl zugelassen hat. Schade nur, dass er aus unerfindlichen Gründen keine ernstzunehmenden Alternativen präsentieren konnte. Dass es welche gegeben hätte, weiß ich aus allererster Hand.

Ich verzichte mal auf Aluhut-Theorien. Aber dass da nicht alles ganz sauber gelaufen ist, liegt wohl auf der Hand.

Sei es, wie es sei. Du bist dafür bekannt, Grauzonen auszunutzen, um deine Ziele zu erreichen. Nicht nur auf Schalke. Eilausschüße, wo keine von Nöten sind, und unbedachte, für den Verein schadhafte Äußerungen in der Presse sind einige belegbare Beispiele. Dass du nun dazu all deine Puppen tanzen lässt, um deine Kritiker wie die letzten Idioten hinzustellen, zeugt aber davon, dass die Kritik nicht unberechtigt ist.

Clemens, bleib sportlich. Hör auf so zu tun, als seist du unersetzbar. Hör auf, so zu tun, als seien deine Kritiker alle naiv und kurzsichtig. Hör auf zu behaupten, dass alle, die gerne jemand anderen im Vorsitz des Aufsichtsrats sehen wollen Leute sind, die Fanherrschaft fordern. Hör auf, so zu tun, als seien deine Gegenspieler Leute, die weder von Sport noch von Wirtschaft Ahnung haben.

Was ich sagen will: Sei einfach Sportsmann. Denn das wäre der einzige Grund, dir deine Worte von Rückzug und Veränderung zu glauben. Und tatsächlich; dann hättest du auch meine Stimme.

Aber das, was im Moment passiert, ist nur Öl ins Feuer. Und zwar nicht in die 1000, in die es gehören würde.

Ich habe es satt mich – als Kritiker – von dir und deinen Parteifreundpendants in eine Ecke mit den bekannten Querköpfen stellen zu lassen.

Wir sind Mitglieder des Vereins. Nimm verdammt nochmal ernst, was wir zu bemängeln haben. Nimm dein Amt ernst. Kontrolliere. Beaufsichtige. Berate. Und steh zu deinen eigenen Entscheidungen und Fehlern. Sorge für Ruhe, statt Unruhe zu stiften. Dann sollte einer langen, ruhigen, erfolgreichen Zeit mit einem Aufsichtsratsvorsitzenden Tönnies nichts im Wege stehen.

Ruhig, Blauer!

Juni 2016. Die Jahreshauptversammlung 2016 rückt näher und näher. Und mir kann es ehrlich gesagt nicht schnell genug gehen. Nicht, weil ich mich so sehr auf den Tag freue. Nein, eher, weil ich Angst vor jedem Tag habe, in dem noch irgendwas dazu geschrieben oder gesagt werden kann.
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Alternativen für Deutschland

In einer Woche läuft es bereits, das angeblich niveauvollste Nationalmannschafts-Fußballturnier der Welt. Die Deutschlandfahnen schmücken bereits wieder Kraftfahrzeuge und 3-Quadratmeter-Ruhrpott-Hängegärten. Der Deutsche bereitet sich auf eine Zeit des Biertrinkens, Grillens und gemeinschaftlichen Fernsehspektakels vor. Dabei wird gemeckert, mitgecoacht und gejubelt.
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Ball flachhalten!

Markus Weinzierl wird neuer Trainer auf Schalke. Nach tagelangem Hickhack ist auch endlich die offizielle Bestätigung da. Moment, Hickhack? Nicht von Seiten des S04. Am Berger Feld herrschte eine angenehme Ruhe. In den letzten Tagen kam kaum eine Info zu dem bevorstehenden Wechsel aus dem königsblauen Lager. Die meisten Medien schrieben zwar täglich etwas dazu, stützten sich aber auf Informationen aus dem Augsburger oder Darmstädter Umfeld. In Gelsenkirchen war es still.

Eigentlich.
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Mit Gewähr.

In der heutigen PK durften Tönnies und Spiegel den neuen ’starken‘ Mann auf Schalke präsentieren. Und das machten sie gut. Vor allem, weil dieser sich in Szene zu setzen wußte.
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Wer auch immer…

Eine weitere Bundesligasaison ist vorüber. Das Web 0.4 hat zu diesem Anlass 1904 Menschen befragt, wie sie diese Saison fanden. Ungefähr 1000 Freunde antworteten mit „Muss.“ Wobei nicht ganz klar ist, ob es bei einer der Befragten nicht vielleicht „In Neuss?“ heißen sollte.
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Sie wollen uns erzählen…

André Breitenreiter schickt sein Team zum letzten Mal in dieser Saison auf das Feld. Und wie gerne würde ich die Hoffnung wahren können, dass er das in der nächsten Saison auch noch tut.

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Am Ende ist man immer schlauer

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6 1/2 Jahre lang war Horst Heldt Vorstand Sport und Kommunikation beim FC Schalke 04, einer von uns.
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11.05.1996

Der 11. Mai 1996, genau heute vor 20 Jahren. Ein für mich nach wie vor magisches Datum. Gelsenkirchen, Parkstadion 33. Spieltag. Der FC Schalke 04 gegen den FC Bayern München. Schalke kann an diesem Tag die Qualifikation für das internationale Geschäft klarmachen. Zum ersten Mal, seitdem man 19 Jahre zuvor gegen den 1. FC Magdeburg aus dem UEFA-Cup ausschied und die tristeste Phase des Vereins begann. Drei Abstiege- einmal gar kurz vor dem Sturz in die Bedeutungslosigkeit des Amateurfußballs- Fast-Pleiten, kein Geld für Waschpulver, Charlie, der sich mit nacktem Oberkörper auf eine Waage stellt, um ein paar Taler für den Verein zu erwirtschaften, Sonnenkönige-alles war in diesen biederen Jahren vorhanden. All das könnte aber mit diesem einen Sieg Vergangenheit sein, allerdings waren  die Bayern zu Gast, die man noch nie mal so eben mit ner Klatsche wieder gen Süden schickte.
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Auf den nächsten Umbruch!

Und wieder eine Saison geschafft. Das heißt fast, am letzten Spieltag geht es noch darum, ob man sich eine Qualirunde zur EL sparen kann oder eben noch diese Extraschichten aufgebrummt bekommt. Bei der derzeitigen Form befürchte ich letzteres. Irgendwie will nichts mehr so richtig klappen. Siehe Samstag. Feldüberlegen gegen eine Augsburger Mannschaft, die nur den einen Punkt wollte und am Ende tatsächlich auch bekam. In 60 Sekunden mit dem Hintern umgehauen, was man sich 82 Minuten vorher mühsam erarbeitete. Zum Haare raufen.
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Jetzt geht es um die Wurst

Begraben wir einfach mal jegliche Hoffnung, dass nach oben noch irgendwas geht… Ich meine; 3 Mannschaften haben einen realistischeren Anspruch auf Platz 4 – es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn alle diese Mannschaften ihre Punkte liegen lassen und Schalke gleichzeitig auch ausreichend Punkte holte…
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Risiken und Nebenwirkungen

Müsste man, rein hypothetisch, versteht sich, eine Packungsbeilage zu unserem geliebten FC Schalke 04 verfassen, so würde dies ganz sicher ein sehr umfassendes Dokument werden.
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Theater

04 Spiele sind noch zu spielen. Die Pillendreher, Hannoi 96, die Weinzierlmännchen und Hoppenheim.
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Web 0.4-Leaks – Verfahrenshinweise FC Schalke 04

Der Redaktion des Web 0.4 sind von anonymen Quellen hochbrisante Dokumente zugespielt worden, die Unvorstellbares offenbaren. Allem Anschein nach machen folgende „Verfahrenshinweise FC Schalke 04“ bei mehreren vollprivaten Meinungsmachern die Runde. Wir wollen sie niemandem vorenthalten und stellen die zentralen Passagen aus der geleakten Rundmail hier zum Selbststudium zur Verfügung.
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Die Haben-Seite

Und damit reiht sich das nächste Revierderby in die lange Rivalitätsgeschichte ein. Ein gutes Derby, dank guter 45 Minuten. Eins, das wir sicher hätten gewinnen können, aber nicht müssen.

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Fluch und Segen.

Und plötzlich wird aus dem „Die Saison können wir abhaken, aber wir könnten heute gewinnen und alle ein wenig besänftigen“-Derby wieder ein „Wenn wir das Ding gewinnen, stehen wir auf Platz 4 und haben weiterhin die Chance auf eine Champions League-Teilnahme“-Derby.

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Emotional angeregte Anhänger …

… des Fußballvereins FC Schalke 04 empören sich in Devotionalienkleidung über unberechtigte Anfeindungen

Rechtzeitig vor dem Derbysieg ist es wieder so weit: Königsblaue Gefährten werden in den Medien des öffentlichen Unflätigseins bezichtigt. Eigentlich aber das ganze Jahr durch. Der Unterschichtenclub aus dem Herzen des Ruhrgebiets sammelt alles, was pöbelt, unter seinen Fahnen zusammen,
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Warum wir das Derby am Sonntag gewinnen

Das Web 0.4 blickt höchst seriös und völlig objektiv auf kommenden Sonntag und deckt mit schonungslosen Fakten sowie in nachhaltigen 1:1-Vergleichen auf, warum der Sieger am Sonntag nur FC Schalke 04 heißen kann:
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Wie Perlen vor die Säue

Lieben Clemens,
Danke, für alles.

Du hast Diktatoren geholt und eigenständig wieder gefeuert, Beiräte aus dem Boden gestampft als alle anderen zu blöd waren SMS richtig zu interpretieren.

Du hast allein aus Tierliebe Kühe vom Eis gezogen, die auf schwäbischen Seen standen, du hast dir die Finger beim Tippen verglüht als gäbe es kein Morgen. Du singst wie ein junger Gott und bist dabei so bescheiden.

Du hast dich mit Oliver Kahn getroffen, du warst mit Manuel Neuer spazieren. Vermutlich sogar mit Julian Draxler. Du sitzt in angesehenen Fußball-Talkshows und behältst mit einem charmanten Lächeln jegliche Interna geheim.

Ganz nebenbei schlachtest du auch noch mehr Schweine als Russland Kriege anzettelt und bist trotzdem mit Wladimir Putin befreundet.

DU bist einfach ein Typ. Ein geiler Rallyefahrender Typ!

Und dein Glück liegt uns am Herzen, lieben Clemens.

Ein Mann von Welt, wie du einer bist, strebt nach größerem.

Bitte geh´ und streb. Es gibt tollere Vereine, größere Aufgaben für dich. Wir haben dich gar nicht verdient. Andere verdienen dein Tun viel mehr.

Denn wie schon Konfuzius sagte:

„Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.“